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Notenbanken im Gleichschritt


04.10.24 13:30
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Die Inflation im Euroraum ist im September von 2,2 auf 1,8 Prozent gesunken und hat sich damit erstmals seit Juni 2021 wieder unter der Marke von 2,0 Prozent gezeigt, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Eine dämpfende Wirkung hätten dabei insbesondere die Energiepreise gehabt, die gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 6 Prozent tiefer gelegen hätten und ein Zehntel des zur Berechnung herangezogenen Warenkorbs ausmachen würden. Der neuerliche Rückgang der Teuerungsrate eröffne der Europäischen Zentralbank (EZB) nun weiteren Spielraum für eine Absenkung des Leitzinses bei den kommenden Sitzungen im Oktober und Dezember.

Auf der anderen Seite des Atlantiks habe die US-Notenbank Fed im September mit einer Zinssenkung um 50 Basispunkte nun ebenfalls die geldpolitische Wende eingeläutet. Wirtschaftsdaten hätten zuvor gezeigt, dass die Inflation auch in den USA im Griff zu sein scheine, das hohe Zinsniveau aber zunehmend Schaden auf dem Arbeitsmarkt anrichte. US-Notenbankchef Jerome Powell habe erklärt, im laufenden Jahr noch mit zwei weiteren Zinssenkungen um insgesamt 50 Basispunkte zu rechnen.

Die weitere Geldpolitik der beiden großen Notenbanken scheine derzeit ungewöhnlich klar vorgezeichnet, doch Spekulationen über die Höhe der kommenden Fed- und EZB-Zinssenkungen sowie die unterschiedliche konjunkturelle Entwicklung könnten künftig durchaus zu einer erhöhten Volatilität beim EUR/USD-Währungspaar führen. (04.10.2024/alc/a/a)