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Noch keine "groß angelegte Rotation" auf den Rentenmärkten


08.01.14 13:22
Franklin Templeton

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den letzten Monaten gab es verschiedentlich Schlagzeilen über eine "groß angelegte Rotation" aus festverzinslichen Werten in Aktien infolge anziehender Zinsen. Eine Analyse der Kapitalströme von Investoren für 2013 ergibt für uns ganz klar, dass viel Anlegerkapital auf den Aktienmarkt übertragen wurde, was die Wertentwicklung von Aktien im Jahr 2013 steigerte, so die Experten von Franklin Templeton.

Es seien zwar Abflüsse aus bestimmten festverzinslichen Kategorien festzustellen gewesen (etwa aus manchen auf Anleihen mit Investment Grade und steuerfreie US-Kommunalobligationen spezialisierten Fonds), doch die Rücknahmeaktivität sei zum großen Teil auf Geldmarktanlagen entfallen. Auf variabel verzinsliche Bankkredite ausgerichtete Fonds würden dagegen seit über einem Jahr beständig Zuflüsse verzeichnen. Selbst auf hochverzinsliche Unternehmensanleihen abgestellte Fonds, die im zweiten Quartal kurzfristig Abflüsse verbucht hätten, als Sorgen um eine baldige Drosselung der quantitativen Lockerungen durch die US-Notenbank (FED) aufgekommen seien, hätten in den letzten Wochen bei den Anlegern wieder höher im Kurs gestanden.

Was sei daraus zu schließen? Die Experten von Franklin Templeton werfen zur Beantwortung dieser Frage zunächst einen Blick auf die Absichten der FED: Durch ihr quantitatives Lockerungsprogramm und die allgemein lockere Geldpolitik will die FED im Grunde Anleger von risikolosen Staatspapieren mit extrem niedrigen Renditen weglocken und hin zu Instrumenten mit etwas höheren laufenden Erträgen oder Renditen, ob auf dem Aktienmarkt oder gewissen Sektoren des Rentenmarkts. Infolgedessen hätten die Anleger nach Erachten der Experten generell die Opportunitätskosten von kurzfristigen Geldmarktfonds oder renditeschwachen US-Staatsanleihen beziehungsweise manch anderen festverzinslichen Alternativangeboten mit höheren Ertragsströmen wahrgenommen. Dabei gelte, dass die in bestimmte dieser höher rentierlichen festverzinslichen Sektoren eingebetteten Kreditrisiken angesichts der allgemein günstigen fundamentalen Kredittrends der letzten Jahre in den Augen der Experten eher begrenzt gewesen seien.

So haben sich die Experten von Franklin Templeton bei ihren Multi-Sector-Fixed Income-Strategien nicht so sehr auf stärker zinssensible festverzinsliche Sektoren konzentriert wie US-Schatzpapiere, quasistaatliche US-Emissionen und quasistaatliche hypothekenunterlegte Papiere, sondern mehr auf die Spread-Sektoren des Rentenmarktes wie HighYield-Unternehmensanleihen und Leveraged Loans.

2013 sei demnach zwar mehr Geld in Aktien geflossen, doch eine unkritische "groß angelegte Rotation" aus sämtlichen festverzinslichen Sektoren in Aktien, wie sie in den Medien beschrieben worden sei, könnten die Experten nicht erkennen. Soweit die FED auch weiterhin eine defensive Zinspolitik verfolge (selbst wenn das quantitative Lockerungsprogramm 2014 erwartungsgemäß zurückgefahren werde), würden die Experten mit Blick auf die Zukunft davon ausgehen, dass Privatanleger und institutionelle Investoren ihre Erträge weiter steigern möchten, indem sie in ausgewählte festverzinsliche Instrumente investieren würden, die sie für weniger zinsreagibel und höher rentierlich halten würden. (Perspektiven Dezember 2013) (08.01.2014/alc/a/a)