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Neun Vorteile von Schwellenländer-Bonds!
28.08.25 09:00
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Michael Vander Elst, Leiter Emerging Market Debt bei DPAM, nennt neun Gründe, die für eine maßvolle Allokation in Anleihen aus Schwellenländern sprechen und schätzt Chancen und Risiken ein.
1. Attraktive Renditen
Die Renditen von Staatsanleihen aus Schwellenländern lägen deutlich über denen von Anleihen aus Industrieländern. Dieser Aufschlag belohne das Risiko und sorge im Laufe der Zeit für stetige Erträge. Anleihen in Hartwährung könnten hohe einstellige Erträge von Emittenten mit soliden fiskalischen Fundamentaldaten erzielen. Anleihen in Lokalwährung würden oft zusätzliche Erträge bieten, wenn die realen Leitzinsen positiv bleiben würden.
2. Mögliche Aufwertungen
Bei Anleihen in Lokalwährung könnten Wechselkursveränderungen eine zweite Gewinnquelle sein. Faktoren wie bessere Handelsbedingungen, eine glaubwürdige Inflationskontrolle und hohe Zentralbankreserven würden die Wahrscheinlichkeit für Wechselkursgewinne erhöhen, die Volatilität verringern und ausländische Investoren anziehen.
3. Erholung und Wachstum
Viele Schwellenländer würden sich in einer früheren Phase ihres Konjunkturzyklus als die USA oder der Euroraum befinden. Ihre Produktionslücken würden sich verringern, die privaten Kredite kontrolliert wachsen und die Investitionstätigkeit ziehe an. Wenn Volkswirtschaften stetig wachsen würden, ohne zu überhitzen, verbessere sich die Tragfähigkeit der Verschuldung. Ein höheres BIP vergrößere die Wirtschaft im Verhältnis zur Verschuldung, positive Staatshaushalte würden dazu beitragen, das Schuldenniveau stabil zu halten. Hinzu kämen Strukturreformen, die die Produktivität verbessern, die Steuerbasis verbreitern oder die Erwerbsbeteiligung erhöhen würden. Die Märkte würden oft mit einer Verringerung der Spreads reagieren; die Renditekurven für Staatsanleihen würden dann am langen Ende abflachen, was zu Kapitalgewinnen für Anleger führe.
4. Diversifizierungsvorteile
Schwellenländeranleihen würden auf andere Faktoren als Anleihen aus Industrieländern oder globale Aktien reagieren. Das liege an der heimischen Inflationsentwicklung, Rohstoffengagements und spezifische Politikzyklen und könne Wertschwankungen im Portfolios verringern, wenn eine Region oder ein Sektor von Schocks getroffen werde. Noch größer sei dieser Vorteil, wenn über Regionen und Finanzierungsstrukturen diversifiziert werde oder Hartwährungs- und Lokalwährungsanleihen gemischt würden.
5. Bessere Kreditwürdigkeit
Mehrere Schwellenländer hätten mit fiskalischen Regeln, Subventionsreformen oder einer besseren Steuererhebung finanzielle Puffer aufgebaut. Rohstoffexporteure hätten ihre Außenhandelsdefizite reduziert und ihre Reserven erhöht. Andere hätten die Laufzeit ihrer Schulden verlängert und ihre Finanzierungsquellen erweitert, beispielsweise durch grüne Anleihen. Ratingagenturen würden diese Veränderungen nur allmählich erkennen. Wenn sich der Ausblick positiv verändere, würden sich die Anleihespreads oft schon vor einer offiziellen Heraufstufung verengen. Anleger könnten sich frühzeitig positionieren und von dieser Neubewertung profitieren.
6. Inflationstrends
In einigen Schwellenländern lasse die Inflation nach, begünstigt durch straffere Geldpolitik und nachlassende Angebotsschocks. Die Zentralbanken hätten dank rückläufiger Inflationserwartungen mehr Spielraum für Zinssenkungen. Dies könne den Wert längerfristiger Anleihen steigern. Die lokalen Zinskurven könnten steigen, wenn die Leitzinsen wieder auf ein normales Niveau zurückkehren würden. Selbst nach Zinssenkungen würden die Realrenditen oft positiv bleiben, was das Interesse inländischer Anleger aufrechterhalte. In Ländern mit anhaltend hoher Inflation würden inflationsgebundene Anleihen eine Option bieten.
7. Politische Veränderungen
Politik könne einen Mehrwert schaffen, wenn sie den Marktzugang und die Stabilität fördere. Handelsabkommen könnten das Wachstum ankurbeln und die Abhängigkeit von externen Finanzmitteln verringern. Glaubwürdige fiskalische Regeln würden die Entwicklung der Verschuldung vorhersehbarer machen und so die Kreditkosten senken. Unabhängige Zentralbanken würden die Sorge vor politischer Einflussnahme verringern. Die Reform staatlicher Unternehmen könne versteckte Verbindlichkeiten begrenzen - mit unmittelbarer Wirkung: Eine kleine Änderung der erwarteten Reformdynamik könne die Spreads für langfristige Anleihen um Dutzende von Basispunkten verschieben.
8. Relative Bewertung
In mehreren Segmenten lägen die Spreads gegenüber den Benchmarks der entwickelten Märkte über dem langfristigen Durchschnitt. Die lokalen Realrenditen in ausgewählten Märkten würden weiterhin mit einem Aufschlag gegenüber den geschätzten neutralen Zinssätzen und der erwarteten Inflation gehandelt. Die Entwicklung der Zahlungsbilanz und der Lohnstückkosten würden auf Wertpotenzial bei Devisen aus Ländern hinweisen, deren Leistungsbilanz sich verbessere.
9. Nachfrage aus aller Welt
Anleger würden sich auf der Suche nach höheren Renditen und einer breiteren Portfoliodiversifizierung zunehmend Schwellenländeranleihen zuwenden. Die politische Unsicherheit während der Trump-Regierung und Fragen zur Glaubwürdigkeit der US-Geldpolitik hätten zu einer deutlichen Umschichtung weg von US-Dollar-Vermögenswerten geführt. Dieses wachsende Interesse stütze die Preise, verbessere die Marktliquidität und könne dazu beitragen, die Finanzierungskosten für Emittenten zu senken.
Fazit: Schwellenländeranleihen würden Rendite, Diversifizierung und viele Katalysatoren in Bezug auf Politik und Kreditwürdigkeit bieten. Die Anlageklasse sei ausgereift, die Käuferbasis breit und die Chancen seien vielfältig. Mit sorgfältiger Auswahl und strenger Risikokontrolle könne sie die Erträge des Portfolios steigern und in der nächsten Phase des Zyklus zur Gesamtrendite beitragen. (28.08.2025/alc/a/a)
1. Attraktive Renditen
Die Renditen von Staatsanleihen aus Schwellenländern lägen deutlich über denen von Anleihen aus Industrieländern. Dieser Aufschlag belohne das Risiko und sorge im Laufe der Zeit für stetige Erträge. Anleihen in Hartwährung könnten hohe einstellige Erträge von Emittenten mit soliden fiskalischen Fundamentaldaten erzielen. Anleihen in Lokalwährung würden oft zusätzliche Erträge bieten, wenn die realen Leitzinsen positiv bleiben würden.
2. Mögliche Aufwertungen
Bei Anleihen in Lokalwährung könnten Wechselkursveränderungen eine zweite Gewinnquelle sein. Faktoren wie bessere Handelsbedingungen, eine glaubwürdige Inflationskontrolle und hohe Zentralbankreserven würden die Wahrscheinlichkeit für Wechselkursgewinne erhöhen, die Volatilität verringern und ausländische Investoren anziehen.
3. Erholung und Wachstum
Viele Schwellenländer würden sich in einer früheren Phase ihres Konjunkturzyklus als die USA oder der Euroraum befinden. Ihre Produktionslücken würden sich verringern, die privaten Kredite kontrolliert wachsen und die Investitionstätigkeit ziehe an. Wenn Volkswirtschaften stetig wachsen würden, ohne zu überhitzen, verbessere sich die Tragfähigkeit der Verschuldung. Ein höheres BIP vergrößere die Wirtschaft im Verhältnis zur Verschuldung, positive Staatshaushalte würden dazu beitragen, das Schuldenniveau stabil zu halten. Hinzu kämen Strukturreformen, die die Produktivität verbessern, die Steuerbasis verbreitern oder die Erwerbsbeteiligung erhöhen würden. Die Märkte würden oft mit einer Verringerung der Spreads reagieren; die Renditekurven für Staatsanleihen würden dann am langen Ende abflachen, was zu Kapitalgewinnen für Anleger führe.
4. Diversifizierungsvorteile
Schwellenländeranleihen würden auf andere Faktoren als Anleihen aus Industrieländern oder globale Aktien reagieren. Das liege an der heimischen Inflationsentwicklung, Rohstoffengagements und spezifische Politikzyklen und könne Wertschwankungen im Portfolios verringern, wenn eine Region oder ein Sektor von Schocks getroffen werde. Noch größer sei dieser Vorteil, wenn über Regionen und Finanzierungsstrukturen diversifiziert werde oder Hartwährungs- und Lokalwährungsanleihen gemischt würden.
Mehrere Schwellenländer hätten mit fiskalischen Regeln, Subventionsreformen oder einer besseren Steuererhebung finanzielle Puffer aufgebaut. Rohstoffexporteure hätten ihre Außenhandelsdefizite reduziert und ihre Reserven erhöht. Andere hätten die Laufzeit ihrer Schulden verlängert und ihre Finanzierungsquellen erweitert, beispielsweise durch grüne Anleihen. Ratingagenturen würden diese Veränderungen nur allmählich erkennen. Wenn sich der Ausblick positiv verändere, würden sich die Anleihespreads oft schon vor einer offiziellen Heraufstufung verengen. Anleger könnten sich frühzeitig positionieren und von dieser Neubewertung profitieren.
6. Inflationstrends
In einigen Schwellenländern lasse die Inflation nach, begünstigt durch straffere Geldpolitik und nachlassende Angebotsschocks. Die Zentralbanken hätten dank rückläufiger Inflationserwartungen mehr Spielraum für Zinssenkungen. Dies könne den Wert längerfristiger Anleihen steigern. Die lokalen Zinskurven könnten steigen, wenn die Leitzinsen wieder auf ein normales Niveau zurückkehren würden. Selbst nach Zinssenkungen würden die Realrenditen oft positiv bleiben, was das Interesse inländischer Anleger aufrechterhalte. In Ländern mit anhaltend hoher Inflation würden inflationsgebundene Anleihen eine Option bieten.
7. Politische Veränderungen
Politik könne einen Mehrwert schaffen, wenn sie den Marktzugang und die Stabilität fördere. Handelsabkommen könnten das Wachstum ankurbeln und die Abhängigkeit von externen Finanzmitteln verringern. Glaubwürdige fiskalische Regeln würden die Entwicklung der Verschuldung vorhersehbarer machen und so die Kreditkosten senken. Unabhängige Zentralbanken würden die Sorge vor politischer Einflussnahme verringern. Die Reform staatlicher Unternehmen könne versteckte Verbindlichkeiten begrenzen - mit unmittelbarer Wirkung: Eine kleine Änderung der erwarteten Reformdynamik könne die Spreads für langfristige Anleihen um Dutzende von Basispunkten verschieben.
8. Relative Bewertung
In mehreren Segmenten lägen die Spreads gegenüber den Benchmarks der entwickelten Märkte über dem langfristigen Durchschnitt. Die lokalen Realrenditen in ausgewählten Märkten würden weiterhin mit einem Aufschlag gegenüber den geschätzten neutralen Zinssätzen und der erwarteten Inflation gehandelt. Die Entwicklung der Zahlungsbilanz und der Lohnstückkosten würden auf Wertpotenzial bei Devisen aus Ländern hinweisen, deren Leistungsbilanz sich verbessere.
9. Nachfrage aus aller Welt
Anleger würden sich auf der Suche nach höheren Renditen und einer breiteren Portfoliodiversifizierung zunehmend Schwellenländeranleihen zuwenden. Die politische Unsicherheit während der Trump-Regierung und Fragen zur Glaubwürdigkeit der US-Geldpolitik hätten zu einer deutlichen Umschichtung weg von US-Dollar-Vermögenswerten geführt. Dieses wachsende Interesse stütze die Preise, verbessere die Marktliquidität und könne dazu beitragen, die Finanzierungskosten für Emittenten zu senken.
Fazit: Schwellenländeranleihen würden Rendite, Diversifizierung und viele Katalysatoren in Bezug auf Politik und Kreditwürdigkeit bieten. Die Anlageklasse sei ausgereift, die Käuferbasis breit und die Chancen seien vielfältig. Mit sorgfältiger Auswahl und strenger Risikokontrolle könne sie die Erträge des Portfolios steigern und in der nächsten Phase des Zyklus zur Gesamtrendite beitragen. (28.08.2025/alc/a/a)


