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Mumm Briefing zum Wochenausklang
23.02.24 12:53
DONNER & REUSCHEL AG
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Der leicht nachgebende HCOB-Einkaufsmanagerindex signalisiert eine weiter sinkende Produktion in Deutschland, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL AG.
Dabei sei insbesondere die deutlich schlechtere Stimmungslage in der Industrie - mit weiter schwachen Auftragseingängen und einem ausgeprägten Auftragsmangel - für den Rückgang verantwortlich. Bei Dienstleistern hingegen habe sich die Stimmungslage verbessert, wenngleich ebenfalls bei sinkender Produktion. Hier seien die Einkaufpreise jedoch merklich gestiegen, vor allem durch deutliche Lohnsteigerungen. Die Beschäftigung sei in beiden Segmenten auf hohen Niveaus geblieben.
Getrieben durch Dienstleister und passend zu unserer Erwartung einer leichten zyklischen Konjunkturerholung stiegen die künftigen Geschäftsaussichten vieler Unternehmen leicht an, so die Analysten bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL AG. Demgegenüber hätten die Einkaufsmanagerindices in Frankreich und der Eurozone deutlich zulegen können, wenngleich die schwachen Perspektiven der deutschen Unternehmen den gesamteuropäischen Blick eingetrübt hätten. Trotzdem mache sich für Europa ein stärkeres Gewicht der Dienstleistungssektoren positiv bemerkbar. In Großbritannien biete sich ein mit Deutschland vergleichbares Bild: Eine trübe Stimmungslage in der Industrie im Vergleich zu allerdings deutlich positiven Erwartungen für Dienstleister mit der Indikation einer derzeit steigenden Produktion.
Die schwache Verfassung der deutschen Wirtschaft spiegele sich mittlerweile auch in einer nachgebenden Kapazitätsauslastung wider. Der bereits seit Anfang 2018 bestehende Abwärtstrend habe sich zuletzt beschleunigt und die Auslastung nähere sich der Marke von 80 Prozent - einem Wert der zuletzt im Herbst 2020 erreicht worden sei. Positiver Nebeneffekt sei, dass der Inflationsdruck weiter nachlasse, sodass die Wahrscheinlichkeit einer ersten Leitzinssenkung durch die EZB im April weiter zunehme.
In den USA hingegen würden die Inflationsraten angesichts der sehr robusten konjunkturellen Entwicklung auf weiterhin hohen Niveaus verharren. Sowohl für die Industrie als auch für Dienstleistungen würden auch die aktuellen Einkaufsmanagerindices jeweils oberhalb der Expansionsmarke von 50 Punkten rangieren. Die Erzeugerpreise, ein wichtiger Vorausindikator für die Verbraucherpreise seien entsprechend angestiegen.
Zudem sei in den kommenden Monaten - unter der Annahme gleichbleibender Ölpreisnotierungen - nicht länger mit einem inflationssenkenden Preis-Basis-Effekt durch Energiepreise zu rechnen. Auch wenn sich die von der US-Notenbank FED besonders fokussierten PCE-Preisindices langsam dem Inflationsziel von 2 Prozent nähern würden, bleibe aber die Annahme, dass eine erste Leitzinssenkung nicht vor Juni erfolgen werde.
In China würden sich die Anzeichen für eine stärkere geld- und fiskalpolitische Unterstützung der Wirtschaft angesichts einer anhaltend schwachen Wachstumsdynamik mehren. So habe die chinesische Notenbank jüngst den für Immobilienkredite maßgeblichen Leitzins recht deutlich auf 3,95 Prozent gesenkt. Weitere Maßnahmen dürften folgen.
Sowohl der Zentrale Immobilienausschuss (ZIA) Deutschlands als auch das ifo-Institut im Rahmen einer Studie zum europäischen Bausektor würden vor einer deutlich rückläufigen Bautätigkeit im Segment Wohnen warnen. Dadurch werde sich das ohnehin bereits erhebliche Unterangebot weiter verschärfen, und Mieten würden weiter steigen. Auch die Immobilienpreise dürften sich in diesem Segment nach der zinsinduzierten Preisanpassung im Laufe des Jahres 2024 stabilisieren und ab 2025 wieder zulegen. Allerdings berge der zunehmend fehlende Wohnraum immer stärkeren sozialen Sprengstoff. Daher sollte sich die Politik auch diesem Themenfeld dringend widmen und den Bau von Wohnraum stärker forcieren. (23.02.2024/alc/a/a)
Dabei sei insbesondere die deutlich schlechtere Stimmungslage in der Industrie - mit weiter schwachen Auftragseingängen und einem ausgeprägten Auftragsmangel - für den Rückgang verantwortlich. Bei Dienstleistern hingegen habe sich die Stimmungslage verbessert, wenngleich ebenfalls bei sinkender Produktion. Hier seien die Einkaufpreise jedoch merklich gestiegen, vor allem durch deutliche Lohnsteigerungen. Die Beschäftigung sei in beiden Segmenten auf hohen Niveaus geblieben.
Getrieben durch Dienstleister und passend zu unserer Erwartung einer leichten zyklischen Konjunkturerholung stiegen die künftigen Geschäftsaussichten vieler Unternehmen leicht an, so die Analysten bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL AG. Demgegenüber hätten die Einkaufsmanagerindices in Frankreich und der Eurozone deutlich zulegen können, wenngleich die schwachen Perspektiven der deutschen Unternehmen den gesamteuropäischen Blick eingetrübt hätten. Trotzdem mache sich für Europa ein stärkeres Gewicht der Dienstleistungssektoren positiv bemerkbar. In Großbritannien biete sich ein mit Deutschland vergleichbares Bild: Eine trübe Stimmungslage in der Industrie im Vergleich zu allerdings deutlich positiven Erwartungen für Dienstleister mit der Indikation einer derzeit steigenden Produktion.
In den USA hingegen würden die Inflationsraten angesichts der sehr robusten konjunkturellen Entwicklung auf weiterhin hohen Niveaus verharren. Sowohl für die Industrie als auch für Dienstleistungen würden auch die aktuellen Einkaufsmanagerindices jeweils oberhalb der Expansionsmarke von 50 Punkten rangieren. Die Erzeugerpreise, ein wichtiger Vorausindikator für die Verbraucherpreise seien entsprechend angestiegen.
Zudem sei in den kommenden Monaten - unter der Annahme gleichbleibender Ölpreisnotierungen - nicht länger mit einem inflationssenkenden Preis-Basis-Effekt durch Energiepreise zu rechnen. Auch wenn sich die von der US-Notenbank FED besonders fokussierten PCE-Preisindices langsam dem Inflationsziel von 2 Prozent nähern würden, bleibe aber die Annahme, dass eine erste Leitzinssenkung nicht vor Juni erfolgen werde.
In China würden sich die Anzeichen für eine stärkere geld- und fiskalpolitische Unterstützung der Wirtschaft angesichts einer anhaltend schwachen Wachstumsdynamik mehren. So habe die chinesische Notenbank jüngst den für Immobilienkredite maßgeblichen Leitzins recht deutlich auf 3,95 Prozent gesenkt. Weitere Maßnahmen dürften folgen.
Sowohl der Zentrale Immobilienausschuss (ZIA) Deutschlands als auch das ifo-Institut im Rahmen einer Studie zum europäischen Bausektor würden vor einer deutlich rückläufigen Bautätigkeit im Segment Wohnen warnen. Dadurch werde sich das ohnehin bereits erhebliche Unterangebot weiter verschärfen, und Mieten würden weiter steigen. Auch die Immobilienpreise dürften sich in diesem Segment nach der zinsinduzierten Preisanpassung im Laufe des Jahres 2024 stabilisieren und ab 2025 wieder zulegen. Allerdings berge der zunehmend fehlende Wohnraum immer stärkeren sozialen Sprengstoff. Daher sollte sich die Politik auch diesem Themenfeld dringend widmen und den Bau von Wohnraum stärker forcieren. (23.02.2024/alc/a/a)


