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Mittelstandsanleihen: Privatanleger aufgepasst


16.01.17 11:30
Wolfgang Steubing AG

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Das Jahr 2017 hat so begonnen, wie das Jahr 2016 zu Ende gegangen ist, so das Team des Steubing German Mittelstand Fund I (SGMF), das sich im "Standpunkt German Mittelstand" regelmäßig zum Markt für Mittelstands- und Hochzinsanleihen äußert.

Die Gebr. Sanders (ein relativ kleiner Anleiheemittent mit 22 Mio. Euro) hätten nun auch offiziell Insolvenz in Eigenverwaltung beim zuständigen Amtsgericht angemeldet. Damit sei allgemein gerechnet worden.

Was solle man eigentlich nach den vielen Ausfällen von Mittelstandsanleihen im Jahr 2016 für das Jahr 2017 erwarten? Überraschenderweise sind Ende des letzten Jahres die Medien nicht auf unser Team zugekommen und haben gefragt, was wir am Horizont auf uns zukommen sehen, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Die Analysten hätten dieses Mal darauf verzichtet, einen Rück- und Ausblick zu formulieren. Warum? Hätten die Analysten den Markt für Mittelstandsanleihen - wie so viele (vielleicht sogar zu Recht) - abgeschrieben? Möchten sie sich deswegen an Prognosen nicht mehr beteiligen?

Abgeschrieben haben die Analysten der Wolfgang Steubing AG den Markt für Mittelstandsanleihen - bei aller berechtigten Skepsis - nicht (egal wie das Produkt zukünftig auch heißen werde). Dafür sei es zu wichtig, dass Mittelständler weiterhin den Zugang zum Kapitalmarkt erhalten würden. Denn die Basel-Regularien würden es Mittelständler schwerer machen, an Liquidität zu gelangen - die Banken müssten zu viel Eigenkapital für die Kredite vorhalten. Dennoch würden die Analysten davon ausgehen, dass man auch 2017 wieder mit Ausfällen rechnen müsse. Zum Glück könnten sie kaum das Volumen (Anleihen) wie im Jahr 2016 erreichen.

Die Insolvenzen von German Pellets, KTG Agrar oder KTG Energie hätten tiefe Narben bei den (Privat-)Anlegern hinterlassen. Solche Ausfälle würden die Analysten im Jahr 2017 nicht erwarten, weil die meisten Anleihen, die 2017 auslaufen würden, momentan um die 100 notieren würden; aber die Analysten seien auch nicht naiv oder blauäugig und würden von einem Jahr ohne Ausfälle nicht ausgehen. Es würden sich leider im Anleihemarkt für kleine und mittlere Unternehmen zu viele Hasardeure tummeln. Deswegen empfehlen die Analysten der Wolfgang Steubing AG erneut: Privatanleger sollten, wenn sie in Mittelstandsanleihen investieren wollen, dies über Fonds machen.

Der Steubing German Mittelstands Fund I habe im letzten Jahr eine sichere Performance von um die 4% erreichen können. Das lag auch daran, dass die Analysten der Wolfgang Steubing AG ihre Anlagepolitik noch einmal deutlich konservativer ausgelegt haben und in German Pellets, KTG Agrar und KTG Energie nicht investiert waren. Gleichzeitig hätten sie sich von ihrer ursprünglichen "buy and hold-Strategie" verabschiedet.

Die Analysten würden sich die Unternehmen, die das ESUG als "Notausgang" nutzen würden, genau ansehen. Wenn die Anleihe-Kurse und der Business Case in Verbindung mit dem Sanierungskonzept ein gutes Chance-Risiko-Profil anzeigen würden, dann würden die Analysten zugreifen. So sind wir in der Lage für unsere Anleger eine ordentliche Performance und Wertentwicklung zu erreichen und wir engagieren uns weiterhin in einem wichtigen Markt unserer Volkswirtschaft, der aus unserer Sicht eher an Bedeutung gewinnen wird, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG.

Die Analysten seien der festen Überzeugung, dass der Mittelstand insgesamt stärker an den Kapitalmarkt müsse - aber auch, dass der Mittelstand in Deutschland nicht nur Fremdkapital sondern auch Eigenkapital generieren sollte.

Viele Geschäftsmodelle, die wir in den letzten Jahren gesehen, und die sich über Mittelstandsanleihen refinanziert haben, wurden von unserem Team nicht für eine Fremdkapitalaufnahme identifiziert, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Dafür seien auch die Kupons zu niedrig gewesen. Das Potenzial einer viel höheren Eigenkapitalrendite bei der Gabe von Wagniskapital würde mehr Investoren anlocken, die auch mit den Risiken in ihren Büchern anders umgehen könnten. Aber das sei kein Geschäft für Privatanleger. (16.01.2017/alc/a/a)