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Mittelstandsanleihen: Populistisches Europa - Beobachten ist angesagt!
21.03.19 08:00
Wolfgang Steubing AG
Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Brexit und Italien bewegen uns in dieser Kolumne häufiger, aber in diesen Tagen wird die Angelegenheit perfide - momentanes Motto: Populisten aus Großbritannien und Italien vereinigt euch, so das Asset Management Team der Steubing AG.
Aber systematisch: Bisher sei das Asset Management Team der Steubing AG immer von einem Chicken Game zwischen der EU und Großbritannien, sprich Theresa May, ausgegangen. Dies sei aber nur eine Spur, der man folgen sollte. Die Hidden Agenda der Premierministerin May sei nur schwer zu durchschauen - manche böse Kommentatoren würden sich schon fragen, ob es überhaupt eine gebe.
Auf der anderen Seite haben wir häufiger Italien mit der rechtspopulistischen Regierung, die seit rund einem Jahr im Amt ist zum Thema gehabt, so das Asset Management Team der Steubing AG. Rechtspopulisten, die keinen Hehl daraus machen würden, dass Italien eigentlich aus der EU raus solle. Die gleichzeitig nur existieren könnten, weil die EZB durch massive Anleihekäufe die Italiener gestützt habe und weiter stützen werde. Das interessiere diese italienische Regierung aber nicht. Stattdessen würden Steuern gesenkt, um Wahlversprechungen zu erfüllen - nicht um die Konjunktur anzukurbeln. Banken würden staatlich unterstützt, entgegen allen Vereinbarungen mit der EU. Wahlkampf pur. Warum? Es stünden die Europawahlen vor der Tür. Genau diese Populisten, die gegen Europa seien, möchten unbedingt ins Parlament. Ginge es nach den Europäischen Populisten, würde die EU nicht explodieren sondern implodieren.
Was habe nun Italien mit dem Brexit zu tun? Welche Rolle spiele die Europawahl im kommenden Sommer? Was habe das alles mit den Anleihemärkten zu tun? Theresa May habe in den letzten Wochen, die verschiedensten Abstimmungen durch das Unterhaus gepeitscht. Kaum einer verstehe noch, was geschehe. Aber es scheine klar: Keiner möchte einen ungeordneten Brexit. Deswegen laufe alles auf eine Verschiebung des Austrittstermins hinaus. Auch da gebe es wieder zwei Möglichkeiten: Einmal die technische Verschiebung - Zeitraum ca. zwei Monate; oder die Verschiebung um mehrere Jahre. Das wäre dann exakt wieder so, dass jemand, der eigentlich aus der EU austreten wolle, gedanklich schon abgeschlossen habe, noch an der Europawahl teilnehme. Vielleicht werde es mit dem Bild deutlicher. Ein Ehepaar möchte sich scheiden lassen. Der Scheidungsvertrag werde aufgrund von Streitigkeiten nicht fristgemäß fertig. Aus Trotz würden die beiden beschließen, jetzt erst einmal noch ein Kind zu zeugen. Aber grundsätzlich halte man fest, dass man sich nicht mehr liebe und man sich scheiden lassen möchte.
Nun kämen die europäischen Rechtspopulisten ins Spiel: Damit London eine Verschiebung des Brexit genehmigt bekomme, müssten alle anderen EU-Mitgliedsstaaten zustimmen. Nigel Farage, der über Jahre als britischer Rechtspopulist für den Brexit gekämpft habe, möchte natürlich eine Verschiebung verhindern und habe sich schon mit den antieuropäischen Populisten aus Italien in Verbindung gesetzt, um von dort ein "no" zu hören. Frei nach dem Motto: Alles werde gut, denn schon in ersten Sätzen der Bibel stehe - am Anfang sei das Chaos gewesen.
Verblüffenderweise hätten diese Dinge momentan keine direkten Auswirkungen auf die Anleihekurse. Die Ausschläge nach oben und unten seien minimal. Das zeige, alle Investoren seien momentan defensiv ausgerichtet und würden ihre Taktik, bis Klarheit herrsche, wohl kaum verändern. Das zeige aber auch, wenn sich alles positiv geordnet entwickle, was für ein Potenzial in den Märkten existiere. Momentan würden zumindest nicht die Optimisten den Markt beherrschen. Beobachten sei angesagt. Populisten und Nationalisten sollten zurück gedrängt werden. Dann könnte bald auch wieder mehr Rendite an den Kapitalmärkten entstehen und es erneut zu einer Renaissance Europas kommen. (Ausgabe vom 20.03.2019) (21.03.2019/alc/a/a)
Aber systematisch: Bisher sei das Asset Management Team der Steubing AG immer von einem Chicken Game zwischen der EU und Großbritannien, sprich Theresa May, ausgegangen. Dies sei aber nur eine Spur, der man folgen sollte. Die Hidden Agenda der Premierministerin May sei nur schwer zu durchschauen - manche böse Kommentatoren würden sich schon fragen, ob es überhaupt eine gebe.
Was habe nun Italien mit dem Brexit zu tun? Welche Rolle spiele die Europawahl im kommenden Sommer? Was habe das alles mit den Anleihemärkten zu tun? Theresa May habe in den letzten Wochen, die verschiedensten Abstimmungen durch das Unterhaus gepeitscht. Kaum einer verstehe noch, was geschehe. Aber es scheine klar: Keiner möchte einen ungeordneten Brexit. Deswegen laufe alles auf eine Verschiebung des Austrittstermins hinaus. Auch da gebe es wieder zwei Möglichkeiten: Einmal die technische Verschiebung - Zeitraum ca. zwei Monate; oder die Verschiebung um mehrere Jahre. Das wäre dann exakt wieder so, dass jemand, der eigentlich aus der EU austreten wolle, gedanklich schon abgeschlossen habe, noch an der Europawahl teilnehme. Vielleicht werde es mit dem Bild deutlicher. Ein Ehepaar möchte sich scheiden lassen. Der Scheidungsvertrag werde aufgrund von Streitigkeiten nicht fristgemäß fertig. Aus Trotz würden die beiden beschließen, jetzt erst einmal noch ein Kind zu zeugen. Aber grundsätzlich halte man fest, dass man sich nicht mehr liebe und man sich scheiden lassen möchte.
Nun kämen die europäischen Rechtspopulisten ins Spiel: Damit London eine Verschiebung des Brexit genehmigt bekomme, müssten alle anderen EU-Mitgliedsstaaten zustimmen. Nigel Farage, der über Jahre als britischer Rechtspopulist für den Brexit gekämpft habe, möchte natürlich eine Verschiebung verhindern und habe sich schon mit den antieuropäischen Populisten aus Italien in Verbindung gesetzt, um von dort ein "no" zu hören. Frei nach dem Motto: Alles werde gut, denn schon in ersten Sätzen der Bibel stehe - am Anfang sei das Chaos gewesen.
Verblüffenderweise hätten diese Dinge momentan keine direkten Auswirkungen auf die Anleihekurse. Die Ausschläge nach oben und unten seien minimal. Das zeige, alle Investoren seien momentan defensiv ausgerichtet und würden ihre Taktik, bis Klarheit herrsche, wohl kaum verändern. Das zeige aber auch, wenn sich alles positiv geordnet entwickle, was für ein Potenzial in den Märkten existiere. Momentan würden zumindest nicht die Optimisten den Markt beherrschen. Beobachten sei angesagt. Populisten und Nationalisten sollten zurück gedrängt werden. Dann könnte bald auch wieder mehr Rendite an den Kapitalmärkten entstehen und es erneut zu einer Renaissance Europas kommen. (Ausgabe vom 20.03.2019) (21.03.2019/alc/a/a)


