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Mittelstandsanleihen: Aufstockungen statt Neuemissionen
06.05.14 09:25
Scope Ratings
Berlin (www.anleihencheck.de) - In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden lediglich zwei Mittelstandsanleihen mit einem Volumen von zusammen 60 Mio. Euro emittiert (davon 55,3 Mio. Euro platziert), so die Experten von Scope Ratings in ihrem "RatingKompakt Unternehmensanleihen".
Zum Vergleich: Im ersten Quartal (Q1) 2013 seien es noch vier Anleihen mit einem Emissionsvolumen von insgesamt 97 Mio. Euro (davon 61 Mio. Euro platziert) gewesen. Ein wesentlicher Grund für das geringe Emissionsvolumen sei die durch zahlreiche Emittenteninsolvenzen eingetrübte Marktstimmung. In Q1 dieses Jahres seien mit Zamek und Rena zwei weitere Emittenten ausgefallen. Zusammen hätten sie drei Anleihen im Volumen von insgesamt rund 100 Mio. Euro platziert. Ein weiterer Grund: Emissionsbanken würden potenzielle Emittenten intensiver prüfen und mehr Zeit in die Konzeption der Anleihen investieren - was in der Tendenz zu weniger aber qualitativ höherwertigen Emissionen führe.
Mehr Kapital als mit Neuemissionen hätten Emittenten in Q1 2014 mit Aufstockungen eingesammelt. Insgesamt habe Scope sieben Aufstockungen mit einem gesamten Volumen von fast 150 Mio. Euro registriert. Vor allem Unternehmen, die positive Geschäftszahlen präsentiert hätten und somit das Vertrauen der Investoren hätten bestätigen können, hätten hiervon Gebrauch gemacht - Beispiele seien unter anderen DIC Asset und HELMA Eigenheimbau. Die vergleichsweise hohe Anzahl erfolgreicher Aufstockungen belege das weiterhin vorhandene Investoreninteresse an diesem Anleihe-Segment.
Scope beobachte seit längerem bei Neuemissionen einen klaren Trend hin zu mehr Gläubigerschutzklauseln (Covenants) und Besicherungskonzepten in den Anleihebedingungen. Bei den beiden in Q1 emittierten Anleihen (GEWA und Neue ZWL) setze sich dieser Trend fort. Scope bewerte die Covenant-Ausstattung beider Anleihen aus Investorenperspektive als sehr gut. Darüber hinaus würden beide Anleihen Besicherungskonzepte aufweisen. Die Entwicklung hin zu belastbaren Covenants und Besicherungen zeige sich auch bei den zahlreichen Bondemissionen, die sich derzeit in der Konzeptionierung befänden.
Aufgrund der geringen Emissionsaktivitäten zu Jahresbeginn gehe Scope davon aus, dass 2014 das Emissionsvolumen des Vorjahres nicht erreicht werden könne. Nichtsdestotrotz befänden sich derzeit zahlreiche Emissionen in der Vorbereitung - vor allem mehrere Immobilienunternehmen würden derzeit neue Emissionen planen. Dass von Investorenseite grundsätzlich weiter Interesse an Mittelstandsanleihen bestehe, werde durch die hohe Anzahl erfolgreicher Aufstockungen untermauert. Scope erwarte eine weitere Zunahme von Anleihen mit belastbaren Covenant-Strukturen und Besicherungskonzepten. Dies werde Investorenvertrauen stärken.
Die Unternehmensratings von Scope würden sowohl die relative Ausfallwahrscheinlichkeit von Emittenten als auch die Verlustquote widerspiegeln - letzteres vor allem für "non-investment-grade"-Ratings. Die Ratingmethodik habe einen stark zukunftsgerichteten Fokus - unter anderem würden für die Analyse prognostizierte Finanzkennzahlen verwendet. Qualitative Analysekomponenten würden vor allem Risiken abbilden, die sich aus dem Geschäftsmodell der Unternehmen und dem jeweiligen Sektor ergeben würden. Bei der Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen liege darüber hinaus ein besonderer Fokus auf Liquiditätsrisiken. (Ausgabe 2 vom Mai 2014) (06.05.2014/alc/a/a)
Zum Vergleich: Im ersten Quartal (Q1) 2013 seien es noch vier Anleihen mit einem Emissionsvolumen von insgesamt 97 Mio. Euro (davon 61 Mio. Euro platziert) gewesen. Ein wesentlicher Grund für das geringe Emissionsvolumen sei die durch zahlreiche Emittenteninsolvenzen eingetrübte Marktstimmung. In Q1 dieses Jahres seien mit Zamek und Rena zwei weitere Emittenten ausgefallen. Zusammen hätten sie drei Anleihen im Volumen von insgesamt rund 100 Mio. Euro platziert. Ein weiterer Grund: Emissionsbanken würden potenzielle Emittenten intensiver prüfen und mehr Zeit in die Konzeption der Anleihen investieren - was in der Tendenz zu weniger aber qualitativ höherwertigen Emissionen führe.
Scope beobachte seit längerem bei Neuemissionen einen klaren Trend hin zu mehr Gläubigerschutzklauseln (Covenants) und Besicherungskonzepten in den Anleihebedingungen. Bei den beiden in Q1 emittierten Anleihen (GEWA und Neue ZWL) setze sich dieser Trend fort. Scope bewerte die Covenant-Ausstattung beider Anleihen aus Investorenperspektive als sehr gut. Darüber hinaus würden beide Anleihen Besicherungskonzepte aufweisen. Die Entwicklung hin zu belastbaren Covenants und Besicherungen zeige sich auch bei den zahlreichen Bondemissionen, die sich derzeit in der Konzeptionierung befänden.
Aufgrund der geringen Emissionsaktivitäten zu Jahresbeginn gehe Scope davon aus, dass 2014 das Emissionsvolumen des Vorjahres nicht erreicht werden könne. Nichtsdestotrotz befänden sich derzeit zahlreiche Emissionen in der Vorbereitung - vor allem mehrere Immobilienunternehmen würden derzeit neue Emissionen planen. Dass von Investorenseite grundsätzlich weiter Interesse an Mittelstandsanleihen bestehe, werde durch die hohe Anzahl erfolgreicher Aufstockungen untermauert. Scope erwarte eine weitere Zunahme von Anleihen mit belastbaren Covenant-Strukturen und Besicherungskonzepten. Dies werde Investorenvertrauen stärken.
Die Unternehmensratings von Scope würden sowohl die relative Ausfallwahrscheinlichkeit von Emittenten als auch die Verlustquote widerspiegeln - letzteres vor allem für "non-investment-grade"-Ratings. Die Ratingmethodik habe einen stark zukunftsgerichteten Fokus - unter anderem würden für die Analyse prognostizierte Finanzkennzahlen verwendet. Qualitative Analysekomponenten würden vor allem Risiken abbilden, die sich aus dem Geschäftsmodell der Unternehmen und dem jeweiligen Sektor ergeben würden. Bei der Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen liege darüber hinaus ein besonderer Fokus auf Liquiditätsrisiken. (Ausgabe 2 vom Mai 2014) (06.05.2014/alc/a/a)


