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Mehr Chancen mit ausgewogenen wandelbaren Wertpapieren


04.07.13 16:40
Franklin Templeton

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Vergleich zum Gesamthandelsvolumen haben Unternehmen dieses Jahr weltweit eine erhebliche Zahl an Wandelanleihen ausgegeben, so die Experten von Franklin Templeton.

Diese Entwicklung folge auf eine vergleichsweise ruhige Phase 2012. Diese lasse sich nicht allein auf niedrige Zinsen, sondern auch die niedrigen Aktienkurse zurückführen. Viele Unternehmen wollten einfach keine wandelbaren Wertpapiere ausgeben, da sie geglaubt hätten, dass ihre Aktienkurse unterbewertet gewesen seien. 2013 hätten Unternehmen, die zuvor vor der Ausgabe von Wandelanleihen, die wie Anleihen Zinsen tragen würden, unter bestimmten Bedingungen aber in Aktien umgewandelt werden könnten, noch zurückgescheut hätten, dann den Aktienmarkt genutzt, um Finanzmittel aufzunehmen, während gleichzeitig neue Strukturen entwickelt würden, um der erhöhten Anlegernachfrage nachkommen zu können.

Grundsätzlich könne man sich ein wandelbares Wertpapier als eine Unternehmensanleihe vorstellen, die mit einer Option zum Erwerb von Aktien kombiniert sei. Auf gewisse Weise handle es sich dabei um die Chamäleons der Investmentwelt. Sie könnten für Anleger in einem Niedrigzinsklima attraktiv sein, wenn Ertragsquellen spärlich gestreut seien. 2013 sei es einigen Unternehmen möglich gewesen durch die Ausgabe wandelbarer Wertpapiere anstatt gewöhnlicher Schuldverschreibungen Barmittel zu einem niedrigeren Zinssatz aufzunehmen. Zu den weiteren Vorteilen für den Emittenten gehöre das geringere Verwässerungspotenzial gegenüber einer Aktienemission, sowie die Fähigkeit mehr Anleger zu erreichen.

Während eines Bullenmarkts, wie man ihn während eines Großteils der ersten Jahreshälfte 2013 habe beobachten können, würden wandelbare Wertpapiere Aufwärtspotenzial bieten, wenn der Aktienkurs des Unternehmens steige. In solch einem Klima könnten Anleger mit wandelbaren Wertpapieren bessere Renditen erzielen als mit Anleihen. Außerdem würden sie im Allgemeinen laufende Erträge bieten, die für gewöhnlich höher lägen, als die Dividendenrenditen der Aktien, sowie zusätzliches Engagement im Aktienmarkt bei weniger Gesamtrisiko als bei normalen Aktien.

Anlagen in Wandelanleihen würden eine Spezialkategorie bleiben. In den USA umfasse der Markt für Wandelpapiere fast 500 Unternehmen und habe einen Gesamtwert von annähernd 216 Mrd. US-Dollar. Global belaufe der Markt für Wandelpapiere sich auf 373 Mrd. US-Dollar und bestehe aus 790 Werten. Das Universum der Wandelpapiere sei gut nach Sektoren diversifiziert (wobei Technologieunternehmen eine stärkere Tendenz aufweisen würden, als die meisten anderen) und sei in etwa gleich zwischen Investment Grade, mittleren und geringeren und nicht bewerteten Emissionen aufgeteilt. Sie würden in der Regel von kleinen und mittleren Unternehmen ausgegeben.

Obwohl ihre Anlagen das gesamte Universum abdecken würden und 2013 erweitert worden seien, würden die Experten bei einer bewährten Strategie mit Schwerpunkt auf eine enge Auswahl verfügbarer Wandelpapiere bleiben, die ihre strengen Risiko-Ertrags-Kriterien erfüllen würden. Die wandelbaren Wertpapiere, nach denen die Experten suchen würden, würden über ca. 75% Aufwärtspotenzial der Aktie des Emittenten und ca. 50% des Abwärtspotenzials verfügen. Dabei würden die Experten jedoch Papiere, die "im Geld" ("in-the-money") bzw. "aus dem Geld"("busted") seien, zu vermeiden versuchen.

"Aus dem Geld" bedeute, dass die Wahrscheinlichkeit gering sei, dass das Papier in Aktien umgewandelt werde. Die Kurse dieser Papiere lägen traditionell auf dem Niveau des Marktes für Unternehmensanleihen. Demgegenüber würden wandelbare Wertpapiere, die "im Geld" seien über eine Option zur Umwandlung verfügen, die mehr wert sei als die Anleihe und deren Kurs tendenziell parallel zu dem der Aktie des Unternehmens verlaufe.

Einige Anleger in wandelbare Wertpapiere würden dazu neigen, den Markt nach oben oder unten zu verfolgen. Wenn sie glauben würden, dass der Aktienmarkt eine Rally erleben werde, würden sie sich Papiere zulegen, die im Geld seien. Glaube man, dass der Aktienmarkt sich nach unten bewegen werde, lege man sich Papiere zu, die aus dem Geld seien. Letztlich würden diese Anleger den richtigen Zeitpunkt am Markt zu erwischen versuchen. Die Experten seien der Ansicht, dass Kunden, die in ein Portfolio mit wandelbaren Wertpapieren investieren würden, auch die spezifischen Merkmale dieser Papiere wünschen würden.

Die Experten würden daher danach während aller Marktzyklen "ausgeglichene" wandelbare Wertpapiere zu identifizieren streben. Diese müssten sich im mittleren Bereich bewegen, mit moderater Wandlungsprämie und Sensibilität gegenüber der Aktie. Das stelle etwa ein Drittel des globalen Markts für wandelbare Wertpapiere dar. Die Experten würden glauben, dass der wesentliche Vorteil von ausgeglichenen Wertpapieren im asymmetrischen Risiko-Ertrags-Profil liege. Dieses ermögliche eine höhere Partizipation am Aufwärtspotenzial der zugrunde liegenden Aktie und geringerer Partizipation am Abwärtspotenzial der Aktie.

In jüngster Zeit möchten viele Anleger wissen, wie steigende Inflation und Zinsen sich auf wandelbare Wertpapiere auswirken würden. Die Experten würden bei einer bewährten Strategie bleiben, die über eine enge Auswahl von wandelbaren Wertpapieren umgesetzt werde, die ihre strengen Risiko-Ertrags-Kriterien erfüllen würden. Ein hoher Anteil des Kurses eines wandelbaren Papiers hänge von der eingebetteten Option ab. Daher seien die Auswirkungen steigender Zinsen auf ein Wandelpapier im Allgemeinen schwächer, als auf ein nicht wandelbares Wertpapier mit ähnlichen Eigenschaften.

Während Inflation im Allgemeinen für Anleihen schlecht sei, sei sie nicht unbedingt auch für Aktien schlecht. Wandelbare Wertpapiere würden traditionell dazu sich in Zeiten überdurchschnittlicher Volatilität gut zu entwickeln neigen, wenn vorsichtige, aber in Hinsicht auf die Aktienmärkte optimistische Anleger, nach einem risikogesteuerten Aktienengagement zur Reduzierung der potenziellen Abwärtsrisiken suchen würden. Steigende Aktienmärkte würden zudem dazu wandelbare Wertpapiere aufgrund der Beziehung des Kurses zu den zugrundeliegenden Aktien zu begünstigen tendieren. Die Experten würden glauben, dass diese Eigenschaften die Vermögensklasse wandelbare Wertpapiere zu einem attraktiven Mittel zur Erhöhung der Diversifizierung eines Portfolios machen würden. (Perspektiven Juni 2013) (04.07.2013/alc/a/a)