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Marktausblick: Die Aussichten sind gut, aber es lauern auch Fallstricke
15.12.21 09:15
Edmond de Rothschild Asset Management
Paris (www.anleihencheck.de) - Die Omikron-Variante erinnert uns alle daran, dass die Corona-Pandemie weiterhin ein Risiko darstellt, so Benjamin Melman von Edmond de Rothschild Asset Management.
Noch sei es zu früh, um die genauen Auswirkungen bemessen zu können. Jedoch könnte Omikron vor dem Hintergrund der für die Impfstoff-Anpassung benötigten Dauer sowie angesichts der Wahrscheinlichkeit, dass neue Behandlungsmethoden auch hiergegen wirken würden, im schlimmsten Fall die konjunkturelle Erholung verzögern würden.
Die Hauptsorge der Experten gelte jetzt den Inflationserwartungen der Anleger. Es gebe schon so lange keine Inflation mehr, dass die meisten Investoren nur noch den Begriff kennen würden. Und die Märkte würden die Vorstellung einer vorübergehenden Inflation offenbar gern in Kauf nehmen, weil sie zehn Jahre lang skeptisch gewesen seien, ob die Preise wirklich steigen könnten. Doch je länger die Inflation anhalte, desto größer sei das Risiko, dass diese besondere Überzeugung der Anleger in Frage gestellt werde. Derzeit werde diskutiert, ob die Inflation mit einer vorübergehenden Unterbrechung der globalen Produktionsketten zusammenhänge (kurzfristige Inflation), oder ob sie im Wesentlichen auf einen Nachfrageüberhang zurückzuführen sei. Letzteres könnte in den USA der Fall sein und würde einen Anstieg der strukturellen Inflation bedeuten, der eine restriktivere Politik erfordere. Sollte die Inflation im kommenden Jahr trotz einer allmählichen Normalisierung der Versorgungsketten hoch bleiben, würden auch die Erwartungen der Anleger an das Handeln der Zentralbanken ins Wanken geraten.
Hierauf hätten sowohl die FED als auch die EZB reagiert, indem sie nach mehr Handlungsspielraum gesucht hätten. Sie wollen in der Lage sein, die Geldpolitik bei Bedarf schneller zu straffen und das Tapering möglicherweise zu beschleunigen, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management. Bemerkenswert würden die Experten es finden, dass Jerome Powell jetzt von einer dauerhaften statt einer vorübergehenden Inflation spreche. Das System der Gleichgewichte werde instabil, und es gebe nicht mehr so viel Spielraum. Das Kernszenario der Experten sei, dass beide Zentralbanken es irgendwie schaffen würden, das absolute Minimum zu tun, um ein Abdriften der Inflationserwartungen zu verhindern. Die Experten würden es jedoch für sehr wahrscheinlich halten, dass die Märkte die Entschlossenheit der Notenbanken, die Inflation einzudämmen, auf die Probe stellen würden. Die Folge hiervon werde erhöhte Volatilität sein.
Jede Veränderung der Inflationserwartungen träfe sowohl die Anleihen- als auch die Aktienmärkte. Daher seien die Experten der Ansicht, dass die Diversifizierung der Anlageklassen in den Portfolios mangelhaft sein könnte, solange sich die Inflationserwartungen nicht stabilisiert hätten. Vor diesem Hintergrund würden die Experten es vorziehen, Risiken an den Aktienmärkten einzugehen, da diese im Gegensatz zu den Anleihemärkten bei einer Erholung ein stärkeres Aufwärtspotenzial besitzen würden. Auch Schwellenländer-Investments sind recht interessant bewertet, daher scheinen sie auf den ersten Blick Chancen zu bieten, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management. Die Experten seien jedoch der Meinung, dass der beste Zeitpunkt für diese Möglichkeiten gekommen sei, wenn die Inflation und die Erwartungen der Zentralbanken besser bekannt seien.
Zudem konzentrieren sich die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management weiterhin auf mittelfristige Themen, die durch die Corona-Krise noch interessanter geworden sind: Big Data und die sich beschleunigende Digitalisierung, Humankapital inmitten einer starken Mobilität des Arbeitsmarktes, Gesundheitswesen und Energiewende, die von enormen Investitionsströmen profitieren werden. (Ausgabe vom 14.12.2021) (14.12.2021/alc/a/a)
Noch sei es zu früh, um die genauen Auswirkungen bemessen zu können. Jedoch könnte Omikron vor dem Hintergrund der für die Impfstoff-Anpassung benötigten Dauer sowie angesichts der Wahrscheinlichkeit, dass neue Behandlungsmethoden auch hiergegen wirken würden, im schlimmsten Fall die konjunkturelle Erholung verzögern würden.
Hierauf hätten sowohl die FED als auch die EZB reagiert, indem sie nach mehr Handlungsspielraum gesucht hätten. Sie wollen in der Lage sein, die Geldpolitik bei Bedarf schneller zu straffen und das Tapering möglicherweise zu beschleunigen, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management. Bemerkenswert würden die Experten es finden, dass Jerome Powell jetzt von einer dauerhaften statt einer vorübergehenden Inflation spreche. Das System der Gleichgewichte werde instabil, und es gebe nicht mehr so viel Spielraum. Das Kernszenario der Experten sei, dass beide Zentralbanken es irgendwie schaffen würden, das absolute Minimum zu tun, um ein Abdriften der Inflationserwartungen zu verhindern. Die Experten würden es jedoch für sehr wahrscheinlich halten, dass die Märkte die Entschlossenheit der Notenbanken, die Inflation einzudämmen, auf die Probe stellen würden. Die Folge hiervon werde erhöhte Volatilität sein.
Jede Veränderung der Inflationserwartungen träfe sowohl die Anleihen- als auch die Aktienmärkte. Daher seien die Experten der Ansicht, dass die Diversifizierung der Anlageklassen in den Portfolios mangelhaft sein könnte, solange sich die Inflationserwartungen nicht stabilisiert hätten. Vor diesem Hintergrund würden die Experten es vorziehen, Risiken an den Aktienmärkten einzugehen, da diese im Gegensatz zu den Anleihemärkten bei einer Erholung ein stärkeres Aufwärtspotenzial besitzen würden. Auch Schwellenländer-Investments sind recht interessant bewertet, daher scheinen sie auf den ersten Blick Chancen zu bieten, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management. Die Experten seien jedoch der Meinung, dass der beste Zeitpunkt für diese Möglichkeiten gekommen sei, wenn die Inflation und die Erwartungen der Zentralbanken besser bekannt seien.
Zudem konzentrieren sich die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management weiterhin auf mittelfristige Themen, die durch die Corona-Krise noch interessanter geworden sind: Big Data und die sich beschleunigende Digitalisierung, Humankapital inmitten einer starken Mobilität des Arbeitsmarktes, Gesundheitswesen und Energiewende, die von enormen Investitionsströmen profitieren werden. (Ausgabe vom 14.12.2021) (14.12.2021/alc/a/a)


