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Mar-a-Lago-Abkommen könnte ein Thema werden
13.12.24 14:38
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Der künftige US-Präsident Donald Trump favorisiert einen schwachen US-Dollar, seine Politik könnte aber das genaue Gegenteil bewirken, so Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.
Dowding halte den Devisenbereich grundsätzlich für interessanter als in der Vergangenheit.
In den vergangenen Wochen sei die Volatilität an den Anleihen- und Aktienmärkten deutlich zurückgegangen. Man habe jedoch das Gefühl, dass die derzeitige Ruhe nicht von Dauer sein werde. Die Dynamik am Aktienmarkt habe in letzter Zeit nachgelassen, und es sei unklar, woher der Schub für die nächste Etappe einer Rallye kommen werde.
Die Experten würden davon ausgehen, dass die wahrscheinliche Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in der nächsten Woche die letzte im aktuellen Minizyklus sein werde. Angenommen, die Währungshüter senkten die Zinssätze am kommenden Mittwoch um 25 Basispunkte, dann wäre das eine Lockerung um insgesamt 100 Basispunkte in den vergangenen drei Monaten. Da die Wirtschaft über dem Trend wachse und kaum Anzeichen für eine Verlangsamung zeige, scheine eine Pause durchaus gerechtfertigt.
Die Inflationsrisiken könnten eher nach oben als nach unten gerichtet sein, wenn die Konjunktur weiter so gut laufe. Die Kerninflation sei im Sommer nicht mehr zurückgegangen und scheine eher noch etwas zu steigen als zu sinken.
Die Experten würden der Meinung bleiben, dass langlaufende Anleihen in den kommenden Monaten mit bis zu 4,75 Prozent gehandelt werden sollten. Eine Versteilerung der Renditekurve sei Konsens unter den Marktteilnehmern. Sie glaubten weiterhin, dass dies die richtige Positionierung darstelle. Investoren würden keine Laufzeitprämie für den Besitz längerfristiger Anlagen erhalten. Dies müsse sich nach Meinung der Experten in den kommenden Monaten ändern, da das aktuelle Marktumfeld durch ein übermäßiges Angebot an Staatsanleihen gekennzeichnet sei. Andernfalls werde sich die Finanzpolitik wohl nur weiter in eine immer verschwenderische Richtung bewegen.
Neben den Zentralbanksitzungen in den USA, der Eurozone und dem Vereinigten Königreich werde der Fokus auch auf der Sitzung der Bank of Japan (BoJ) in der nächsten Woche liegen.
Die Experten seien der Ansicht, dass wenig dafür spreche, dass die BoJ eine Zinserhöhung auf 0,50 Prozent hinauszögere, da sie nach ihrer eigenen Analyse weiter hinter der Kurve zurückbleibe und riskiere, dass sich die Inflationsdynamik nach oben hin verstärke. Angesichts eines erwarteten Lohnwachstums von 5 Prozent in der kommenden Shunto-Runde seien sie der Meinung, dass die politischen Entscheidungsträger in Tokio schlecht beraten wären, ein Überschießen der Inflation zuzulassen. Denn dies zu korrigieren, könnte für ein Land mit hohem Schuldenstand äußerst schmerzhaft sein.
Bei den Devisen würden die Experten weiterhin den US-Dollar bevorzugen. Sie seien generell der Meinung, dass man an einem Punkt angelangt sei, an dem sich bei den Währungen vor dem Hintergrund makroökonomischer und politischer Divergenzen mehr Chancen böten als in der Vergangenheit.
Einerseits würden die Experten eine Abschwächung des Euro, des Schweizer Frankens, des Chinesischen Renminbi und des Pfund Sterling erwarten. Andererseits seien sie gegenüber dem Yen, dem Australischen Dollar und dem US-Dollar konstruktiver eingestellt. Die Volatilität am Devisenmarkt sei nach wie vor relativ gering und könnte mit dem Amtsantritt von Donald Trump zunehmen. Interessant sei, dass er sich eigentlich einen schwächeren US-Dollar wünsche, seine Politik aber wahrscheinlich genau das Gegenteil bewirken werde.
Dies habe zu Gerüchten und Spekulationen geführt, er könnte ein Mar-a-Lago-Abkommen nach dem Vorbild des Plaza-Abkommens von 1985 anstreben, das den US-Dollar nach einer Phase übermäßiger Stärke schwächen sollte. Dies könnte künftig ein Thema werden - allerdings nur, wenn der US-Dollar gegenüber dem heutigen Stand um weitere 10 bis 20 Prozent an Wert gewonnen habe.
Die nächste Woche sei die letzte wirklich aktive Handelswoche im Jahr 2024. Angesichts der bevorstehenden wichtigen Zentralbankentscheidungen sei es jedoch noch nicht an der Zeit, abzuschalten. (13.12.2024/alc/a/a)
Dowding halte den Devisenbereich grundsätzlich für interessanter als in der Vergangenheit.
In den vergangenen Wochen sei die Volatilität an den Anleihen- und Aktienmärkten deutlich zurückgegangen. Man habe jedoch das Gefühl, dass die derzeitige Ruhe nicht von Dauer sein werde. Die Dynamik am Aktienmarkt habe in letzter Zeit nachgelassen, und es sei unklar, woher der Schub für die nächste Etappe einer Rallye kommen werde.
Die Experten würden davon ausgehen, dass die wahrscheinliche Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in der nächsten Woche die letzte im aktuellen Minizyklus sein werde. Angenommen, die Währungshüter senkten die Zinssätze am kommenden Mittwoch um 25 Basispunkte, dann wäre das eine Lockerung um insgesamt 100 Basispunkte in den vergangenen drei Monaten. Da die Wirtschaft über dem Trend wachse und kaum Anzeichen für eine Verlangsamung zeige, scheine eine Pause durchaus gerechtfertigt.
Die Inflationsrisiken könnten eher nach oben als nach unten gerichtet sein, wenn die Konjunktur weiter so gut laufe. Die Kerninflation sei im Sommer nicht mehr zurückgegangen und scheine eher noch etwas zu steigen als zu sinken.
Neben den Zentralbanksitzungen in den USA, der Eurozone und dem Vereinigten Königreich werde der Fokus auch auf der Sitzung der Bank of Japan (BoJ) in der nächsten Woche liegen.
Die Experten seien der Ansicht, dass wenig dafür spreche, dass die BoJ eine Zinserhöhung auf 0,50 Prozent hinauszögere, da sie nach ihrer eigenen Analyse weiter hinter der Kurve zurückbleibe und riskiere, dass sich die Inflationsdynamik nach oben hin verstärke. Angesichts eines erwarteten Lohnwachstums von 5 Prozent in der kommenden Shunto-Runde seien sie der Meinung, dass die politischen Entscheidungsträger in Tokio schlecht beraten wären, ein Überschießen der Inflation zuzulassen. Denn dies zu korrigieren, könnte für ein Land mit hohem Schuldenstand äußerst schmerzhaft sein.
Bei den Devisen würden die Experten weiterhin den US-Dollar bevorzugen. Sie seien generell der Meinung, dass man an einem Punkt angelangt sei, an dem sich bei den Währungen vor dem Hintergrund makroökonomischer und politischer Divergenzen mehr Chancen böten als in der Vergangenheit.
Einerseits würden die Experten eine Abschwächung des Euro, des Schweizer Frankens, des Chinesischen Renminbi und des Pfund Sterling erwarten. Andererseits seien sie gegenüber dem Yen, dem Australischen Dollar und dem US-Dollar konstruktiver eingestellt. Die Volatilität am Devisenmarkt sei nach wie vor relativ gering und könnte mit dem Amtsantritt von Donald Trump zunehmen. Interessant sei, dass er sich eigentlich einen schwächeren US-Dollar wünsche, seine Politik aber wahrscheinlich genau das Gegenteil bewirken werde.
Dies habe zu Gerüchten und Spekulationen geführt, er könnte ein Mar-a-Lago-Abkommen nach dem Vorbild des Plaza-Abkommens von 1985 anstreben, das den US-Dollar nach einer Phase übermäßiger Stärke schwächen sollte. Dies könnte künftig ein Thema werden - allerdings nur, wenn der US-Dollar gegenüber dem heutigen Stand um weitere 10 bis 20 Prozent an Wert gewonnen habe.
Die nächste Woche sei die letzte wirklich aktive Handelswoche im Jahr 2024. Angesichts der bevorstehenden wichtigen Zentralbankentscheidungen sei es jedoch noch nicht an der Zeit, abzuschalten. (13.12.2024/alc/a/a)


