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Licht für die Eurozone
16.12.25 10:15
Ebury
Brüssel (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen Monaten hat sich die Inflation im Euroraum in der Nähe des 2-Prozent-Ziels stabilisiert, während sich die wirtschaftliche Aktivität spürbar belebt hat, so Roman Ziruk, Senior Market Analyst bei Ebury.
Positiv überrascht habe außerdem der BIP-Bericht für das dritte Quartal: Die Wirtschaft sei gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent gewachsen - eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem verhaltenen Wachstum im zweiten Quartal. Auch die jüngsten Einkaufsmanagerdaten (PMI) würden zudem darauf hindeuten, dass sich das Wachstum seither weiter verstärkt habe. Der maßgebliche zusammengesetzte PMI sei im November auf 52,8 Punkte gestiegen und habe damit den höchsten Stand seit Mai 2023 erreicht, getragen von einer kräftigen Erholung im Dienstleistungssektor.
Vertreter der EZB hätten daher begonnen, diese Verbesserung der wirtschaftlichen Lage offen anzuerkennen. Präsidentin Lagarde habe jüngst betont, die Wirtschaft erweise sich als widerstandsfähiger als von der Bank erwartet, unter anderem dank der geringeren Auswirkungen der US-Handelsspannungen. Sie habe zudem angedeutet, dass die EZB ihre Wachstumsprognosen erneut anheben dürfte - was Ebury als nahezu sicher ansehe.
Im Mittelpunkt stünden am Donnerstag daher vor allem die aktuellen Wachstumsprojektionen, die derzeit bei 1,2 Prozent für 2025, 1,0 Prozent für 2026 und 1,3 Prozent für 2027 lägen. Auch die Inflationsprognosen würden wohl angepasst. Die verzögerte Umsetzung des EU-Emissionshandelssystems (ETS2) dürfte die Inflationsprojektion für 2027 rechnerisch senken. Zudem werde die Bank erstmals einen Ausblick für das Jahr 2028 veröffentlichen.
Aus Sicht von Ebury lasse die Kombination aus einer widerstandsfähigen Wirtschaft, einem weiterhin angespannten Arbeitsmarkt und anhaltend robustem Lohnwachstum kurzfristig kaum Raum für weitere Zinssenkungen zu. Vielmehr öffne sie die Tür für den nächsten geldpolitischen Schritt: eine Zinserhöhung. Auch an den Märkten gewinne dieses Szenario an Gewicht; Zinsswaps würden inzwischen eine nennenswerte Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung gegen Ende des Jahres 2026 einpreisen. Auch eine der prominentesten Falken im EZB-Rat, Isabel Schnabel, habe diese Haltung bestätigt. Sie habe erklärt, sie fühle sich "recht wohl" mit der Erwartung, dass der nächste geldpolitische Schritt eine Zinserhöhung sein werde, wenn auch ‚nicht in absehbarer Zeit‘.
Angesichts der noch weit entfernten Aussicht auf eine Zinserhöhung erscheine es jedoch wenig wahrscheinlich, dass der EZB-Rat bereits jetzt entsprechende Signale senden werde. Ein solcher Schritt wäre zudem eine zu deutliche Abkehr von der jüngsten, eher dovish bis neutralen Kommunikationslinie der Notenbank. Die Meinungen im EZB-Rat würden uneinheitlich bleiben, was den Umfang möglicher Änderungen in der Kommunikation ebenfalls begrenzen dürfte. Höchstwahrscheinlich werde die übergeordnete Botschaft beruhigend neutral bleiben, wobei Lagarde erneut betonen dürfte, dass sich die EZB "in einer guten Position" befinde. Unterm Strich bleibe die Botschaft: Kurs halten. (16.12.2025/alc/a/a)
Positiv überrascht habe außerdem der BIP-Bericht für das dritte Quartal: Die Wirtschaft sei gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent gewachsen - eine deutliche Beschleunigung gegenüber dem verhaltenen Wachstum im zweiten Quartal. Auch die jüngsten Einkaufsmanagerdaten (PMI) würden zudem darauf hindeuten, dass sich das Wachstum seither weiter verstärkt habe. Der maßgebliche zusammengesetzte PMI sei im November auf 52,8 Punkte gestiegen und habe damit den höchsten Stand seit Mai 2023 erreicht, getragen von einer kräftigen Erholung im Dienstleistungssektor.
Im Mittelpunkt stünden am Donnerstag daher vor allem die aktuellen Wachstumsprojektionen, die derzeit bei 1,2 Prozent für 2025, 1,0 Prozent für 2026 und 1,3 Prozent für 2027 lägen. Auch die Inflationsprognosen würden wohl angepasst. Die verzögerte Umsetzung des EU-Emissionshandelssystems (ETS2) dürfte die Inflationsprojektion für 2027 rechnerisch senken. Zudem werde die Bank erstmals einen Ausblick für das Jahr 2028 veröffentlichen.
Aus Sicht von Ebury lasse die Kombination aus einer widerstandsfähigen Wirtschaft, einem weiterhin angespannten Arbeitsmarkt und anhaltend robustem Lohnwachstum kurzfristig kaum Raum für weitere Zinssenkungen zu. Vielmehr öffne sie die Tür für den nächsten geldpolitischen Schritt: eine Zinserhöhung. Auch an den Märkten gewinne dieses Szenario an Gewicht; Zinsswaps würden inzwischen eine nennenswerte Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung gegen Ende des Jahres 2026 einpreisen. Auch eine der prominentesten Falken im EZB-Rat, Isabel Schnabel, habe diese Haltung bestätigt. Sie habe erklärt, sie fühle sich "recht wohl" mit der Erwartung, dass der nächste geldpolitische Schritt eine Zinserhöhung sein werde, wenn auch ‚nicht in absehbarer Zeit‘.
Angesichts der noch weit entfernten Aussicht auf eine Zinserhöhung erscheine es jedoch wenig wahrscheinlich, dass der EZB-Rat bereits jetzt entsprechende Signale senden werde. Ein solcher Schritt wäre zudem eine zu deutliche Abkehr von der jüngsten, eher dovish bis neutralen Kommunikationslinie der Notenbank. Die Meinungen im EZB-Rat würden uneinheitlich bleiben, was den Umfang möglicher Änderungen in der Kommunikation ebenfalls begrenzen dürfte. Höchstwahrscheinlich werde die übergeordnete Botschaft beruhigend neutral bleiben, wobei Lagarde erneut betonen dürfte, dass sich die EZB "in einer guten Position" befinde. Unterm Strich bleibe die Botschaft: Kurs halten. (16.12.2025/alc/a/a)


