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Langfristig braucht es Wirtschaftswachstum, um mit den Schuldenständen umzugehen
25.11.20 11:27
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Chris Iggo, CIO AXA Investment Managers Core Investments, analysiert, ob die jüngsten Corona-Maßnahmen das Vertrauen in einen Aufschwung beeinträchtigen.
Er sehe eine mögliche Abkehr der Federal Reserve von den Interventionen an den Primär- und Sekundärkreditmärkten und für den langfristigen Umgang mit den gegenwärtigen Schuldenständen brauche es seiner Meinung nach ein deutliches Wirtschaftswachstum, bei dem ein "grüner" Aufschwung im Mittelpunkt stehe.
Es scheine, als würden die Märkte gerne weiterhin zyklischen Hoffnungsschimmern folgen, wie nach der US-Wahl und den ersten Meldungen über Impfstoffe. Nun müssten sie aber erneut in abwartender Haltung verharren. Die westlichen Volkswirtschaften würden erneut durch die einzige Maßnahme eingeschränkt, die es auf die momentan hohen COVID-19-Infektionen gebe - Lockdowns. Zwar würden die Marktteilnehmer nach wie vor an einen Aufschwung glauben, abseits der Märkte leide die Gesellschaft jedoch unter den vergangenen zehn Monaten. Investoren müssten daher weiterhin darauf vertrauen, dass die Politik der Wirtschaft Rückhalt biete und dass Wissenschaft und Technologie den Weg in eine gesündere und effizientere Zukunft ebnen würden.
Zwar würden mit Blick auf die Schuldenstände weiterhin die Vorteile einer unterstützenden Fiskalpolitik überwiegen, es könnte jedoch der Punkt kommen, an dem die Schulden tatsächlich zu einem Problem würden. Entweder würden die Zentralbanken weiterhin Zinsen und Volatilität aktiv eindämmen - in diesem Fall blieben die Zinsen niedrig, könnten aber gerade noch positiv sein - oder es komme zu einer Verschiebung hin zu einer allmählichen Umkehrung der Geldpolitik. In diesem Fall könnten die Zinsen negativ werden. Die Sorgen davor würden nicht nur die Inhaber von Staatsanleihen betreffen. Investoren könnten daher die jüngste Ankündigung des US-Finanzministeriums, einige der Notfallkreditfazilitäten zu beenden, mit Besorgnis beobachten. Zwar dürfte dies insgesamt nur ein kleines Minus für die US-Kreditvergabe mit sich bringen, die Antwort der FED an das Finanzministerium deute jedoch darauf hin, dass die Zentralbank dies als ein unwillkommenes Signal ansehe.
Langfristig brauche es Wirtschaftswachstum, um mit den Schuldenständen umzugehen. Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels sei es von wesentlicher Bedeutung, dass ein Teil dieses Wachstums aus Investitionen in die Energiewende und die Eindämmung der klimabedingten Risiken und Kosten resultiere. Öffentliche Gelder müssten hier privaten Investitionen zur Seite gestellt werden, um die Übergangskosten zu subventionieren. Obwohl die aktuell verkündeten Nachhaltigkeitspläne Großbritanniens dahingehend noch überschaubar seien, könnten sie gemeinsam mit einer grüneren Agenda in den USA, in Europa und in China zu einer globalen Beschleunigung des Energiewandels beitragen. Die beschleunigte Abkehr von fossilen Brennstoffen und ein globaler Ansatz für die Verwendung von Kohlenstoffpreisen würde erneuerbare Energien und alternative Energiequellen aus wirtschaftlicher Sicht attraktiver machen.
Auch in Branchen wie Fern, Luft- und Seeverkehr sowie bei bestimmten industriellen Prozessen wie der Stahlerzeugung würden Kohlenstoffreduktionen dadurch realistischer. Die Folge könnten zahlreiche Investitionsmöglichkeiten sein, bei denen Europa eine führende Rolle einnehmen könnte. Viele Unternehmen, die etwa grüne Wasserstofftechnologien entwickeln würden, würden dem europäischen Werkstoff- und Industriesektor entstammen. Für die längerfristige Performance europäischer und allgemein zyklischer Aktien werde die grüne Revolution von entscheidender Bedeutung sein. (25.11.2020/alc/a/a)
Er sehe eine mögliche Abkehr der Federal Reserve von den Interventionen an den Primär- und Sekundärkreditmärkten und für den langfristigen Umgang mit den gegenwärtigen Schuldenständen brauche es seiner Meinung nach ein deutliches Wirtschaftswachstum, bei dem ein "grüner" Aufschwung im Mittelpunkt stehe.
Zwar würden mit Blick auf die Schuldenstände weiterhin die Vorteile einer unterstützenden Fiskalpolitik überwiegen, es könnte jedoch der Punkt kommen, an dem die Schulden tatsächlich zu einem Problem würden. Entweder würden die Zentralbanken weiterhin Zinsen und Volatilität aktiv eindämmen - in diesem Fall blieben die Zinsen niedrig, könnten aber gerade noch positiv sein - oder es komme zu einer Verschiebung hin zu einer allmählichen Umkehrung der Geldpolitik. In diesem Fall könnten die Zinsen negativ werden. Die Sorgen davor würden nicht nur die Inhaber von Staatsanleihen betreffen. Investoren könnten daher die jüngste Ankündigung des US-Finanzministeriums, einige der Notfallkreditfazilitäten zu beenden, mit Besorgnis beobachten. Zwar dürfte dies insgesamt nur ein kleines Minus für die US-Kreditvergabe mit sich bringen, die Antwort der FED an das Finanzministerium deute jedoch darauf hin, dass die Zentralbank dies als ein unwillkommenes Signal ansehe.
Langfristig brauche es Wirtschaftswachstum, um mit den Schuldenständen umzugehen. Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels sei es von wesentlicher Bedeutung, dass ein Teil dieses Wachstums aus Investitionen in die Energiewende und die Eindämmung der klimabedingten Risiken und Kosten resultiere. Öffentliche Gelder müssten hier privaten Investitionen zur Seite gestellt werden, um die Übergangskosten zu subventionieren. Obwohl die aktuell verkündeten Nachhaltigkeitspläne Großbritanniens dahingehend noch überschaubar seien, könnten sie gemeinsam mit einer grüneren Agenda in den USA, in Europa und in China zu einer globalen Beschleunigung des Energiewandels beitragen. Die beschleunigte Abkehr von fossilen Brennstoffen und ein globaler Ansatz für die Verwendung von Kohlenstoffpreisen würde erneuerbare Energien und alternative Energiequellen aus wirtschaftlicher Sicht attraktiver machen.
Auch in Branchen wie Fern, Luft- und Seeverkehr sowie bei bestimmten industriellen Prozessen wie der Stahlerzeugung würden Kohlenstoffreduktionen dadurch realistischer. Die Folge könnten zahlreiche Investitionsmöglichkeiten sein, bei denen Europa eine führende Rolle einnehmen könnte. Viele Unternehmen, die etwa grüne Wasserstofftechnologien entwickeln würden, würden dem europäischen Werkstoff- und Industriesektor entstammen. Für die längerfristige Performance europäischer und allgemein zyklischer Aktien werde die grüne Revolution von entscheidender Bedeutung sein. (25.11.2020/alc/a/a)


