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Kreditmarkt: Risiken liegen auf der privaten Seite


10.10.22 12:27
Generali Investments

Köln (www.anleihencheck.de) - Die zunehmenden Risiken finanzieller Instabilität sind nach Meinung der Experten von Generali Investments derzeit von zentraler Bedeutung, wenn es um die Frage geht, was die Straffungszyklen der Zentralbanken bei einer immer noch sehr hohen Inflation stoppen könnte.

Auf den Kreditmärkten lägen die Schwachstellen nach Meinung der Experten eher auf der privaten Seite als bei öffentlichen Anleiheemittenten. Der Krieg in der Ukraine sei ein Wendepunkt für die makroökonomischen Erwartungen gewesen, aber die Rating-Agenturen hätten erst vor kurzem damit begonnen, bei ihren globalen Rating-Bewertungen und Ausfallerwartungen eine vorsichtige Haltung einzunehmen.

Die beiden wesentlichen Treiber für den nächsten Ausfallzyklus in Europa seien a) die Tiefe der Rezession und b) der Umfang bzw. die Wirksamkeit der staatlichen Unterstützung für den Privatsektor. Da letztere über Fremdfinanzierung erfolgen werde, könnte sich dies auch negativ auf die staatlichen Finanzierungssätze auswirken und letztlich auch Ausfälle begünstigen, da das absolute Zinsniveau ein wesentlicher Faktor für Unternehmensinsolvenzen sei.

In ihrem zentralen Szenario würden die Experten davon ausgehen, dass die Zahlungsausfälle in Europa bis Ende 2023 vier Prozent erreichen würden, wobei die kleinsten Unternehmen am stärksten gefährdet seien. Ein weiterer wichtiger Punkt werde die potenzielle Wiedereröffnung des High Yield-Primärmarktes sein, da dieser seit Beginn des Krieges in der Ukraine für Emittenten nahezu geschlossen sei, was sich immer mehr zu einem Problem für die Liquidität von High Yield-Emittenten entwickeln könnte. (10.10.2022/alc/a/a)