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Kommen am Rentenmarkt die Optimisten zurück?
23.01.19 11:00
Wolfgang Steubing AG
Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Brexit: Das Chicken Game geht also weiter, so das Asset Management Team der Steubing AG.
Wie zu erwarten, sei vom britischen Unterhaus die Regelungen für einen geordneten Brexit abgelehnt worden. Theresa May suche jetzt mal wieder nach einem Ausweg. Innerhalb kürzester Zeit möchte sie nun eine Lösung finden, die sie in zwei Jahren nicht gefunden habe. Vor zwei Jahren - beginnend aus einer Situation der Stärke - fast schon des Übermutes - nun aus der Position der lebendig gewordenen Schwäche. Verlorene Wahlen und verlorene Abstimmungen würden den Weg der Premierministerin pflastern, die sich auf die Fahne geschrieben habe - ja, was habe sie sich eigentlich auf die Fahne geschrieben? Das wisse weder die EU, ihre Partei noch die Opposition.
Wo sei der klare Weg? Alle Vorteile der EU für Großbritannien ohne Pflichten? Das könne nicht funktionieren. Denn dann würden alle osteuropäische EU-Mitglieder versuchen, für sich einen ähnlichen Deal auszuhandeln. Die Analysten der Wolfgang Steubing AG würden sich aber die Frage stellen, an welcher Stelle des Chicken Games wir sind. Die EU und Großbritannien würden ungebremst weiter auf Kollisionskurs aufeinander zurasen. Beide Seiten würden die entstehenden Kollateralschäden ignorieren - würden diese herunterspielen. Wir sind immer noch nicht so weit, dass einer der beiden Kontrahenten, um im Bild zu bleiben, das Lenkrad rausgerissen und es demonstrativ aus dem Fenster geworfen hat, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Würden die Märkte den Drohgebärden glauben? Oder würden sie sich nicht eher darauf vorbereiten, dass der 29. März Makulatur sein werde und es nur um die Frage gehe, wie lange werde der konkrete Brexit erst mal verschoben?
In der letzten Woche habe es nur minimale Ausschläge am Anleihemarkt gegeben, das zeige, dass der Markt nicht mehr wisse, was er von Großbritannien - aber auch vom Handelsstreit zwischen den USA und China - zu halten habe. Zusätzlich komme sicherlich noch das innenpolitische Chaos in den USA durch den längsten shutdown der amerikanischen Geschichte hinzu, dessen Ende nicht absehbar sei. Wichtige Konjunkturdaten stünden momentan nicht an. Also würden die Investoren so lange wie möglich versuchen ihr Pulver trocken zu halten und würden sicherlich überlegen, inwieweit es jetzt gerade Zeit sei vorsichtig wieder einzusteigen. Experten des Bankhauses Metzler würden darauf hoffen, dass wieder ein bisschen Mut in die Rentenmärkte zurückkehre, weil mittlerweile die Anleger erkannt hätten, dass in absehbarer Zeit, die Politik nicht beruhigend auf die Märkte einwirken werde. Unternehmensanleihen würden auch in im Jahr 2019 eine entscheidende Rolle in jedem Portfoliomix spielen.
Insofern sei es Zeit, dass ein gepflegter Optimismus an dem Markt zurückkehre. Wohl wissend, dass die Politik ihr Chicken Game - egal ob beim Brexit, beim shutdown oder beim Handelskrieg zwischen den USA und China - nicht so schnell beenden werde. Die Märkte sollten sich begrenzt von der Politik emanzipieren. (23.01.2019/alc/a/a)
Wie zu erwarten, sei vom britischen Unterhaus die Regelungen für einen geordneten Brexit abgelehnt worden. Theresa May suche jetzt mal wieder nach einem Ausweg. Innerhalb kürzester Zeit möchte sie nun eine Lösung finden, die sie in zwei Jahren nicht gefunden habe. Vor zwei Jahren - beginnend aus einer Situation der Stärke - fast schon des Übermutes - nun aus der Position der lebendig gewordenen Schwäche. Verlorene Wahlen und verlorene Abstimmungen würden den Weg der Premierministerin pflastern, die sich auf die Fahne geschrieben habe - ja, was habe sie sich eigentlich auf die Fahne geschrieben? Das wisse weder die EU, ihre Partei noch die Opposition.
In der letzten Woche habe es nur minimale Ausschläge am Anleihemarkt gegeben, das zeige, dass der Markt nicht mehr wisse, was er von Großbritannien - aber auch vom Handelsstreit zwischen den USA und China - zu halten habe. Zusätzlich komme sicherlich noch das innenpolitische Chaos in den USA durch den längsten shutdown der amerikanischen Geschichte hinzu, dessen Ende nicht absehbar sei. Wichtige Konjunkturdaten stünden momentan nicht an. Also würden die Investoren so lange wie möglich versuchen ihr Pulver trocken zu halten und würden sicherlich überlegen, inwieweit es jetzt gerade Zeit sei vorsichtig wieder einzusteigen. Experten des Bankhauses Metzler würden darauf hoffen, dass wieder ein bisschen Mut in die Rentenmärkte zurückkehre, weil mittlerweile die Anleger erkannt hätten, dass in absehbarer Zeit, die Politik nicht beruhigend auf die Märkte einwirken werde. Unternehmensanleihen würden auch in im Jahr 2019 eine entscheidende Rolle in jedem Portfoliomix spielen.
Insofern sei es Zeit, dass ein gepflegter Optimismus an dem Markt zurückkehre. Wohl wissend, dass die Politik ihr Chicken Game - egal ob beim Brexit, beim shutdown oder beim Handelskrieg zwischen den USA und China - nicht so schnell beenden werde. Die Märkte sollten sich begrenzt von der Politik emanzipieren. (23.01.2019/alc/a/a)


