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Keine echte Trendwende durch FED
17.09.15 12:13
GAM
Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Investoren sollten nicht darauf setzen, dass die FED in diesem Monat eine echte Trendwende vollzieht, so Larry Hatheway, Chef-Ökonom von GAM.
An den Märkten würden die Investoren derzeit davon ausgehen, dass die FED morgen ihre Leitzinsen mit einer Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent erhöhe. Damit werde die Möglichkeit eines Zinsschritts deutlich geringer eingeschätzt als noch Anfang August, als eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent gehandelt worden sei. Es liege auf der Hand, dass die Verlangsamung des Wachstums in der chinesischen Volkswirtschaft und die darauf folgenden Kursturbulenzen an den Finanzmärkten die Mehrheit der Investoren nun daran glauben lasse, dass die FED die Zinsen nicht in diesem Monat erhöhe.
Die Experten würden zwar auch davon ausgehen, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank die Zinsen unverändert lassen werde. Allerdings würden die Experten schätzen, dass die Entscheidung sehr viel ausbalancierter sein werde als es die allgemeine Stimmung am Markt Glauben machen wolle. Die Äußerungen von Yellen, Fischer und Dudley würden darauf schließen lassen, dass die Top-Entscheider bei der FED davon ausgehen würden, dass die makroökonomischen und finanziellen Rahmenbedingungen in der US-Wirtschaft seit langem für eine Erhöhung sprechen würden.
Es sei aber ebenso offensichtlich, dass die für die Geldpolitik der US-Notenbank Verantwortlichen zu dem Schluss gekommen seien, dass die Schockwellen, die von China und den Finanzmärkten ausgegangen seien, zu einer erheblichen Abschwächung des Wachstums in den USA führen würden. Sie seien sich ihrer Sache zwangsläufig jedoch nicht unbedingt sicher, denn es gebe bislang nur sehr wenige valide Daten (im Gegensatz zu einer Reihe von Stimmungsindikatoren), die nahelegen würden, dass sich das Konjunkturtempo in den USA verlangsame. Die bislang vorliegenden Zahlen würden jedenfalls ein gemischtes Bild ergeben, aber alles in allem auf ein weiterhin moderates Wachstum und - was wesentlich wichtiger sei - eine Fortsetzung des stärker als erwarteten Aufschwungs am Arbeitsmarkt hindeuten.
Sollte die Notenbank ihre Geldpolitik unverändert lassen, beruhe das nach Ansicht der Experten vor allem auf der Tatsache, dass sich die Inflation weiterhin unter der Zielmarke von zwei Prozent bewege und nichts darauf hindeute, dass sich das Tempo der Preissteigerung beschleunige (sowohl bei den Preisen als auch bei den Löhnen). Das sei der entscheidende Faktor!
Die Experten würden zudem nicht davon ausgehen, dass eine unveränderte Zinsentscheidung der FED zu einer Entlastung an den Märkten führe. Zum einen, weil der negative Einfluss von China auf das globale Wachstum und die Unternehmensgewinne weitgehend unabhängig seien von den Ereignissen in Washington.
Zum zweiten: Selbst wenn sich die FED dazu entschließe, ihre Politik beizubehalten, werde das die Märkte daran erinnern, dass eine Erhöhung von den aktuellen, fundamentalen Wirtschaftsdaten abhängig und eben grundsätzlich nicht mehr sehr weit entfernt sei - eingedenk der Möglichkeit, dass der Zinsschritt dann eben im Oktober komme. Es werde also nicht lange brauchen, bis sich der aufmerksame Blick der Märkte auf den 27. und 28. Oktober richte, wenn sich der Offenmarktausschuss das nächste Mal treffe.
Im Ergebnis würden die Kurse weder von Risikoanlagen noch von langlaufenden Anleihen unmittelbar positiv auf die Entscheidung der FED reagieren, die Zinsen unverändert zu lassen. Kurzfristig sollten die Investoren jedoch nicht darauf setzen, dass die FED bereits in der zweiten Hälfte dieses Monats eine echte Trendwende bei ihren Zinsen vollziehe. (Ausgabe vom 16.09.2015) (17.09.2015/alc/a/a)
An den Märkten würden die Investoren derzeit davon ausgehen, dass die FED morgen ihre Leitzinsen mit einer Wahrscheinlichkeit von 33 Prozent erhöhe. Damit werde die Möglichkeit eines Zinsschritts deutlich geringer eingeschätzt als noch Anfang August, als eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent gehandelt worden sei. Es liege auf der Hand, dass die Verlangsamung des Wachstums in der chinesischen Volkswirtschaft und die darauf folgenden Kursturbulenzen an den Finanzmärkten die Mehrheit der Investoren nun daran glauben lasse, dass die FED die Zinsen nicht in diesem Monat erhöhe.
Die Experten würden zwar auch davon ausgehen, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank die Zinsen unverändert lassen werde. Allerdings würden die Experten schätzen, dass die Entscheidung sehr viel ausbalancierter sein werde als es die allgemeine Stimmung am Markt Glauben machen wolle. Die Äußerungen von Yellen, Fischer und Dudley würden darauf schließen lassen, dass die Top-Entscheider bei der FED davon ausgehen würden, dass die makroökonomischen und finanziellen Rahmenbedingungen in der US-Wirtschaft seit langem für eine Erhöhung sprechen würden.
Sollte die Notenbank ihre Geldpolitik unverändert lassen, beruhe das nach Ansicht der Experten vor allem auf der Tatsache, dass sich die Inflation weiterhin unter der Zielmarke von zwei Prozent bewege und nichts darauf hindeute, dass sich das Tempo der Preissteigerung beschleunige (sowohl bei den Preisen als auch bei den Löhnen). Das sei der entscheidende Faktor!
Die Experten würden zudem nicht davon ausgehen, dass eine unveränderte Zinsentscheidung der FED zu einer Entlastung an den Märkten führe. Zum einen, weil der negative Einfluss von China auf das globale Wachstum und die Unternehmensgewinne weitgehend unabhängig seien von den Ereignissen in Washington.
Zum zweiten: Selbst wenn sich die FED dazu entschließe, ihre Politik beizubehalten, werde das die Märkte daran erinnern, dass eine Erhöhung von den aktuellen, fundamentalen Wirtschaftsdaten abhängig und eben grundsätzlich nicht mehr sehr weit entfernt sei - eingedenk der Möglichkeit, dass der Zinsschritt dann eben im Oktober komme. Es werde also nicht lange brauchen, bis sich der aufmerksame Blick der Märkte auf den 27. und 28. Oktober richte, wenn sich der Offenmarktausschuss das nächste Mal treffe.
Im Ergebnis würden die Kurse weder von Risikoanlagen noch von langlaufenden Anleihen unmittelbar positiv auf die Entscheidung der FED reagieren, die Zinsen unverändert zu lassen. Kurzfristig sollten die Investoren jedoch nicht darauf setzen, dass die FED bereits in der zweiten Hälfte dieses Monats eine echte Trendwende bei ihren Zinsen vollziehe. (Ausgabe vom 16.09.2015) (17.09.2015/alc/a/a)


