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Kehrtwende der FED
29.07.19 08:30
Allianz Global Investors
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Es ist wahrscheinlich, dass die US-Notenbank auf der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am 31. Juli einen Zinssenkungszyklus einleiten wird, so Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income bei AllianzGI.
Aussagen verschiedener FOMC-Mitglieder wie Präsident Jerome Powell, FED-Vizepräsident Richard Clarida und dem New Yorker FED-Präsident John Williams hätten den Weg zu dieser Entscheidung ebenso geebnet wie das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung.
US-Wirtschaftsdaten wie Arbeitsplatzschaffung, Einzelhandelsumsätze, Produktion und Inflation seien im Juni überraschend gestiegen und würden auf eine nach wie vor robuste Wirtschaft hindeuten. Allerdings scheine die FED ihre Entscheidungen nicht mehr ausschließlich auf Statistiken stützen zu wollen. Sie richte ihre Aufmerksamkeit auf die Verlangsamung des globalen Wachstums, die einen Nachfragerückgang zur Folge habe, und auf ein Umfeld mit immer höheren Risiken, die mit weiteren Handelsspannungen und der Aussicht auf einen harten Brexit einhergehen würden.
Damit wäre eine Zinssenkung einer Risikomanagement-Strategie geschuldet: Es erscheine der FED weniger riskant, jetzt zu handeln als abzuwarten.
Die Markterwartungen für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte seien bereits im Juli volatil gewesen und laut FED-Fonds-Futures zuletzt von 40% auf ein niedrigeres Niveau gesunken. Die Analysten würden glauben, dass die Risikomanagement-Strategie eine Senkung um 50 Basispunkte rechtfertige und auf zwei Argumenten beruhe:
1. Das absolute Zinsniveau befinde sich nahe der "Nulluntergrenze" und fördere so freiwillige Maßnahmen, um die Wirksamkeit zu maximieren.
2. Bis Maßnahmen wie Zinssenkungen in der Realwirtschaft ankämen, dauere es in der Regel sechs bis zwölf Monate. Die FED könnte im Absicherungsinteresse keine Zeit verlieren wollen.
Auch wenn der Wechselkurs nicht zum erklärten Ziel der Zentralbanken zähle, sei darauf hingewiesen, dass die FED durch die Überbewertung des Dollars - laut Experten rund 10% - unter doppeltem Druck von Präsident Trump einerseits und den Märkten andererseits stehe.
Im ersten Moment nach der Entscheidung könnten die Märkte überrascht auf eine Zinssenkung reagieren, aber dann sollte sie sich positiv auswirken. Die Analysten würden davon ausgehen, dass eine Senkung um 50 Basispunkte zu einem "Bull-Steepening"-Phänomen führen könne: komprimierte Spreads, günstiger Dollar und die Fortsetzung der positiven Aktienmarktdynamik. (29.07.2019/alc/a/a)
Aussagen verschiedener FOMC-Mitglieder wie Präsident Jerome Powell, FED-Vizepräsident Richard Clarida und dem New Yorker FED-Präsident John Williams hätten den Weg zu dieser Entscheidung ebenso geebnet wie das Protokoll der letzten FOMC-Sitzung.
US-Wirtschaftsdaten wie Arbeitsplatzschaffung, Einzelhandelsumsätze, Produktion und Inflation seien im Juni überraschend gestiegen und würden auf eine nach wie vor robuste Wirtschaft hindeuten. Allerdings scheine die FED ihre Entscheidungen nicht mehr ausschließlich auf Statistiken stützen zu wollen. Sie richte ihre Aufmerksamkeit auf die Verlangsamung des globalen Wachstums, die einen Nachfragerückgang zur Folge habe, und auf ein Umfeld mit immer höheren Risiken, die mit weiteren Handelsspannungen und der Aussicht auf einen harten Brexit einhergehen würden.
Die Markterwartungen für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte seien bereits im Juli volatil gewesen und laut FED-Fonds-Futures zuletzt von 40% auf ein niedrigeres Niveau gesunken. Die Analysten würden glauben, dass die Risikomanagement-Strategie eine Senkung um 50 Basispunkte rechtfertige und auf zwei Argumenten beruhe:
1. Das absolute Zinsniveau befinde sich nahe der "Nulluntergrenze" und fördere so freiwillige Maßnahmen, um die Wirksamkeit zu maximieren.
2. Bis Maßnahmen wie Zinssenkungen in der Realwirtschaft ankämen, dauere es in der Regel sechs bis zwölf Monate. Die FED könnte im Absicherungsinteresse keine Zeit verlieren wollen.
Auch wenn der Wechselkurs nicht zum erklärten Ziel der Zentralbanken zähle, sei darauf hingewiesen, dass die FED durch die Überbewertung des Dollars - laut Experten rund 10% - unter doppeltem Druck von Präsident Trump einerseits und den Märkten andererseits stehe.
Im ersten Moment nach der Entscheidung könnten die Märkte überrascht auf eine Zinssenkung reagieren, aber dann sollte sie sich positiv auswirken. Die Analysten würden davon ausgehen, dass eine Senkung um 50 Basispunkte zu einem "Bull-Steepening"-Phänomen führen könne: komprimierte Spreads, günstiger Dollar und die Fortsetzung der positiven Aktienmarktdynamik. (29.07.2019/alc/a/a)


