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Kann die FED überraschen?
27.10.15 16:27
Saxo Bank
Kopenhagen (www.anleihencheck.de) - "Mario Draghis gemäßigte Signale aus der letztwöchigen EZB-Sitzung überrumpelten die Märkte etwas und fügten dem Euro deutliche Verluste zu. Dabei wies er explizit darauf hin, dass die EZB ihr QE-Programm erneut prüfen und im Dezember neue Schritte verkünden wird", sagt John J. Hardy, Devisenexperte bei der Saxo Bank.
Bereits seine Ankündigung, den Einlagenzins weiter zu senken, habe den Euro-Verkauf beschleunigt und den EUR/USD-Wechselkurs zum ersten Mal seit August wieder auf 1,10 gedrückt.
"Ich bin von der Vehemenz der Euroverkäufe im Anschluss an die EZB-Sitzung einigermaßen überrascht. Aber vielleicht gibt es Möglichkeiten, den Euro etwas sanfter zu schwächen, indem man Tempo und Mischung der Anleihenkäufe anzieht, Zinsen senkt und das QE-Programm vielleicht bis Mitte 2017 ausdehnt", sage Hardy. Langfristig jedoch sei eine aggressivere FED nötig, um den EUR/USD-Wechselkurs noch weiter zu senken.
Von der morgigen Federal Open Market Committee-Sitzung seien hingegen kaum Überraschungen zu erwarten. Gründe hierfür lägen im US-Arbeitsmarktreport, der im Oktober zum zweiten Mal in Folge schwach ausgefallen sei. "Die Erwartungen des Marktes auf eine US-Zinswende sind so niedrig wie selten, sodass die erste Zinserhöhung nicht vor dem kommenden Sommer voll eingepreist sein wird", sage Hardy.
In diesem Zusammenhang sei für das restliche Jahr mit einem beträchtlichen Volatilitätspotenzial auf dem Währungsmarkt zu rechnen. Zwar werde sich der EUR/USD-Kurs wahrscheinlich in nächster Zeit zwischen 1,05 und 1,15 einpendeln, falls die nächsten US-Konjunkturdaten auch enttäuschen würden. Dennoch sei es wahrscheinlich, dass die FED diese Woche signalisieren werde, dass eine Zinserhöhung im Dezember noch nicht gänzlich vom Tisch sei.
Die Märkte wären weder hierauf und noch auf die kleinsten Überraschungen bei den neuen US-Inflations- oder Gehaltsdaten vorbereitet, die am nächsten Freitag veröffentlicht würden. "Sollten sich in den kommenden Wochen die Zahlen aus den USA wieder verbessern und die FED aggressiver auftreten, werden wir im neuen Jahr über eine EUR/USD-Wechselkursparität sprechen", sage Hardy abschließend. (27.10.2015/alc/a/a)
Bereits seine Ankündigung, den Einlagenzins weiter zu senken, habe den Euro-Verkauf beschleunigt und den EUR/USD-Wechselkurs zum ersten Mal seit August wieder auf 1,10 gedrückt.
Von der morgigen Federal Open Market Committee-Sitzung seien hingegen kaum Überraschungen zu erwarten. Gründe hierfür lägen im US-Arbeitsmarktreport, der im Oktober zum zweiten Mal in Folge schwach ausgefallen sei. "Die Erwartungen des Marktes auf eine US-Zinswende sind so niedrig wie selten, sodass die erste Zinserhöhung nicht vor dem kommenden Sommer voll eingepreist sein wird", sage Hardy.
In diesem Zusammenhang sei für das restliche Jahr mit einem beträchtlichen Volatilitätspotenzial auf dem Währungsmarkt zu rechnen. Zwar werde sich der EUR/USD-Kurs wahrscheinlich in nächster Zeit zwischen 1,05 und 1,15 einpendeln, falls die nächsten US-Konjunkturdaten auch enttäuschen würden. Dennoch sei es wahrscheinlich, dass die FED diese Woche signalisieren werde, dass eine Zinserhöhung im Dezember noch nicht gänzlich vom Tisch sei.
Die Märkte wären weder hierauf und noch auf die kleinsten Überraschungen bei den neuen US-Inflations- oder Gehaltsdaten vorbereitet, die am nächsten Freitag veröffentlicht würden. "Sollten sich in den kommenden Wochen die Zahlen aus den USA wieder verbessern und die FED aggressiver auftreten, werden wir im neuen Jahr über eine EUR/USD-Wechselkursparität sprechen", sage Hardy abschließend. (27.10.2015/alc/a/a)


