Kanadische Notenbank reduziert Leitzins


15.07.15 09:04
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Der Ölpreisverfall seit Mitte des letzten Jahres lastet weiter auf der kanadischen Konjunktur, berichten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Mit Blick auf den jüngsten Abwärtsimpuls beim Ölpreis, habe sich der Ausblick jüngst sogar wieder verschlechtert. Die aktuellen Konjunkturdaten würden sogar auf die Gefahr hinweisen, dass das BIP im 2. Quartal erneut schrumpfe. Vor diesem Hintergrund würden die Analysten heute mit einer Reduzierung des Leitzinses durch die kanadische Notenbank (BoC) von 0,75% auf 0,5% rechnen. Die BoC dürfte zudem die Tür für eine weitere Lockerung offen halten. Die divergierende geldpolitische Ausrichtung der BoC im Vergleich zur FED sollte denn auch ein zentraler Punkt für die Schwäche des kanadischen Dollars im Vergleich zum US-Dollar in den vergangenen Quartalen gewesen sein.

Die FED habe zwar noch nicht die Leitzinsen erhöht, die Notenbank liebäugle aber weiterhin mit einem entsprechenden Schritt. Das dürfte heute im Rahmen der halbjährlichen Rede der Präsidentin der US-Notenbank, Janet Yellen, vor dem Repräsentantenhaus unterstrichen werden. Während der letzten Wochen sei deutlich geworden, dass die Währungshüter nach wie vor optimistisch bezüglich der konjunkturellen Perspektiven seien. Neben Unsicherheiten aufgrund des Schuldenproblems von Griechenland und der schwächelnden Konjunktur in China sei der niedrige Inflationsdruck in den USA aber der Hauptgrund dafür, dass bisher noch keine Zinserhöhung erfolgt sei.

Die Jahresrate der US-Produzentenpreisen dürfte im Juni zwar zugelegt haben, mit -0,9% nach -1,1% aber weiter im tiefroten Bereich verharren. Neben den im Trend der letzten Quartale gefallenen Rohstoffpreisen wirke sich auch der feste US-Dollar bremsend auf die Inflation aus. Letzteres laste auch auf der industriellen Aktivität in den USA. Die Industrieproduktion habe in vier der letzten fünf Monate einen Rückgang verzeichnet. Zentraler Grund für die Schwäche sei aber wohl der niedrige Ölpreis, der sich stark belastend auf die Fracking-Industrie auswirke. Im Juni dürfte es immerhin zu einer kleinen Erholung (+0,2% gg. Vm.) der gesamten Industrie gekommen sein. Der ISM Index habe im Juni immerhin von 52,8 auf 53,5 Punkte zugelegt und auf eine Stimmungsverbesserung im Verarbeitenden Gewerbe hingewiesen. (15.07.2015/alc/a/a)




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