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(K)ein Anleihe-Virus?
19.02.20 10:30
Wolfgang Steubing AG
Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Zum Beginn des Jahres 2020 hatten sich die makroökonomischen Aussichten verbessert, so das Asset Management Team der Steubing AG.
Viel habe für ein moderates Weltwirtschaftswachstum gegenüber dem Jahr 2019 gesprochen, dass für viele von Unsicherheiten geprägt gewesen sei: Der Handelskrieg zwischen China und den USA sei beigelegt worden und zum Brexit habe auch Gewissheit geherrscht. Alles schien planbar, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Aber dann sei das Coronavirus gekommen und schon habe das Gespenst "Unsicherheit" wieder in die Märkte eingezogen.
Schon jetzt werde erwartet, dass das chinesische Bruttoinlandsprodukt bis zu 0,5 Prozentpunkte niedriger als erwartet ausfallen könnte. Man sollte aber dabei beachten: Als 2003 SARS die Welt in Atem gehalten habe und von China aus die Weltwirtschaft beeinflusst habe, habe der Anteil Chinas an der Weltwirtschaft 4 Prozent betragen - heute sei es das Vierfache mit 16 Prozent.
Während alle Experten davon sprächen, dass die Epidemie innerhalb von zwei Wochen ausgestanden sein könnte, würden die Möglichkeiten einer Pandemie jetzt doch auch immer stärker in den Fokus rücken. Was passiere, wenn sich der Virus in Gebieten etabliere, die keine umfassende Krankenversorgung hätten. Gebiete, in denen sehr viele Menschen unter schlimmsten hygienischen Voraussetzungen zusammenleben würden? Momentan sei Panik sicherlich nicht angebracht - aber man sollte seine Depots zum jetzigen Zeitpunkt eher wasserdicht gestalten.
Gegenüber Anfang Februar sei auf den internationalen, insbesondere auf den asiatischen, Kapitalmärkten wieder ein gewisser Optimismus eingezogen. Aktienindices scheinen ihren Tiefpunkt überwunden zu haben, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Aber aufpassen: Lieferketten, gerade in der Automobilindustrie, könnten erst mittel- bis langfristig in die Knie gehen. Die Auswirkungen des abrupten Stopps der Produktionsketten kämen erst zeitverzögert in den USA und Europa an.
Unternehmensanleihen würden sich eher robuster verhalten als Aktien. Warum? Solange die Unternehmen ihre Zinszahlungen vornehmen könnten, d.h. Liquidität vorhanden sei, handle es sich bei der Fremdkapitalgabe im Gegensatz zum Einsatz von Eigenkapital um eine relativ sichere Anlage. Aber auch bei Unternehmensanleihen sollte man einzelne Branchen besonders im Auge haben. Die Automobilbranche sei nicht davon betroffen, dass momentan mit China der größte Absatzmarkt unter Druck geraten sei, sondern auch davon, dass gerade in der Region um Wuhan diese Branche einen Schwerpunkt habe. Unternehmen wie ZF Friedrichshafen würden sich um ihre Lieferungen sorgen - Unternehmen wie die NZWL würden die Situation sicherlich interessiert beobachten, weil sie selber in China produzieren würden.
Besonders betroffen seien auch Unternehmen aus dem Technologiesektor: In Wuhan würden Halbleiterprodukte hergestellt und die Metropole sei auch für China einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte für den Technologiesektor.
Dennoch würden Anleihen von Unternehmen, die in irgendeiner Art und Weise vom Coronavirus betroffen seien, voraussichtlich weniger schwankungsanfällig sein als die entsprechenden Aktien. (19.02.2020/alc/a/a)
Viel habe für ein moderates Weltwirtschaftswachstum gegenüber dem Jahr 2019 gesprochen, dass für viele von Unsicherheiten geprägt gewesen sei: Der Handelskrieg zwischen China und den USA sei beigelegt worden und zum Brexit habe auch Gewissheit geherrscht. Alles schien planbar, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Aber dann sei das Coronavirus gekommen und schon habe das Gespenst "Unsicherheit" wieder in die Märkte eingezogen.
Schon jetzt werde erwartet, dass das chinesische Bruttoinlandsprodukt bis zu 0,5 Prozentpunkte niedriger als erwartet ausfallen könnte. Man sollte aber dabei beachten: Als 2003 SARS die Welt in Atem gehalten habe und von China aus die Weltwirtschaft beeinflusst habe, habe der Anteil Chinas an der Weltwirtschaft 4 Prozent betragen - heute sei es das Vierfache mit 16 Prozent.
Gegenüber Anfang Februar sei auf den internationalen, insbesondere auf den asiatischen, Kapitalmärkten wieder ein gewisser Optimismus eingezogen. Aktienindices scheinen ihren Tiefpunkt überwunden zu haben, so die Analysten der Wolfgang Steubing AG. Aber aufpassen: Lieferketten, gerade in der Automobilindustrie, könnten erst mittel- bis langfristig in die Knie gehen. Die Auswirkungen des abrupten Stopps der Produktionsketten kämen erst zeitverzögert in den USA und Europa an.
Unternehmensanleihen würden sich eher robuster verhalten als Aktien. Warum? Solange die Unternehmen ihre Zinszahlungen vornehmen könnten, d.h. Liquidität vorhanden sei, handle es sich bei der Fremdkapitalgabe im Gegensatz zum Einsatz von Eigenkapital um eine relativ sichere Anlage. Aber auch bei Unternehmensanleihen sollte man einzelne Branchen besonders im Auge haben. Die Automobilbranche sei nicht davon betroffen, dass momentan mit China der größte Absatzmarkt unter Druck geraten sei, sondern auch davon, dass gerade in der Region um Wuhan diese Branche einen Schwerpunkt habe. Unternehmen wie ZF Friedrichshafen würden sich um ihre Lieferungen sorgen - Unternehmen wie die NZWL würden die Situation sicherlich interessiert beobachten, weil sie selber in China produzieren würden.
Besonders betroffen seien auch Unternehmen aus dem Technologiesektor: In Wuhan würden Halbleiterprodukte hergestellt und die Metropole sei auch für China einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte für den Technologiesektor.
Dennoch würden Anleihen von Unternehmen, die in irgendeiner Art und Weise vom Coronavirus betroffen seien, voraussichtlich weniger schwankungsanfällig sein als die entsprechenden Aktien. (19.02.2020/alc/a/a)


