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Jüngste FED-Sitzung begeistert US-Anleger wenig


18.08.17 15:28
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Die internationalen Schlagzeilen der vergangenen Tage standen zwar wieder einmal ganz im Zeichen Donald Trumps, für die größte Spannung am Aktienmarkt sorgte allerdings nicht wie sonst der US-Präsident mit dem, was er sagte - sondern die US-Notenbank Federal Reserve (FED) mit dem, was sie eben nicht sagte, berichten die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

So sei eine definitive Aussage zu einer möglichen baldigen Zinsmaßnahme ausgeblieben. Stattdessen hätten die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der Juli-Sitzung der Zentralbanker den Eindruck vermittelt, dass sie sich darüber uneins seien, wie sie die Inflation bewerten sollten beziehungsweise ob der bisher als unumstößlich geltende Zusammenhang zwischen abnehmender Arbeitslosigkeit und steigender Teuerung so überhaupt seine Gültigkeit habe.

Dem eher verhalten reagierenden Dow Jones habe man am Tag der Veröffentlichung die Irritation der Börsianer über die Unstimmigkeiten innerhalb der FED angemerkt. Kein Wunder, immerhin würden diese wahrscheinlich dazu führen, dass die Notenbank sich mit Zinserhöhungen noch mehr Zeit lasse als ursprünglich erwartet. Vor dem Hintergrund der Weisheit, dass die Börse nichts weniger schätze als Unsicherheit, wäre eine gewisse Orientierungslosigkeit der Börse in den kommenden Wochen keine Überraschung. Kommentaren einzelner FED-Mitglieder würde deutlich mehr Bedeutung beigemessen, was wiederum für mehr Unruhe sorgen könnte - so lange, bis die Notenbank sich wieder etwas konkreter äußere. Wer investiert sei, sollte eine Fortsetzung dieser Hängepartie in seine Strategie miteinbeziehen. (18.08.2017/alc/a/a)