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Japan und Europa: Geld-Tsunami


05.11.14 11:37
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Die Oktober-Delle an den internationalen Aktienmärkten ist ausgeglichen, die Panikverkäufe sind verebbt, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Maßgeblichen Anteil daran habe die japanische Notenbank, die zum wiederholten Male ihre Geldschleusen öffne und massiv Wertpapiere an den Märkten aufkaufen werde. Die Nachricht, dass die Bank of Tokyo auch so genannte REITs (börsennotierte Immobiliengesellschaften) kaufen möchte, habe diesen Sektor allein am Freitag um über 11 Prozent ansteigen lassen. Der breit gefasste Nikkei 225 sei um fast 5 Prozent gestiegen. Der JPY habe erwartungsgemäß um knapp 3 Prozent abgewertet. Eine neue Runde im Abwertungswettlauf sei damit eröffnet.

Nachdem die US-amerikanische und die britische Notenbank auf einen restriktiveren geldpolitischen Kurs eingeschwenkt seien, würden die Marktteilnehmer darauf warten, dass die Europäische Zentralbank ihren monatelangen Ankündigungen Taten folgen lasse und ebenfalls ihren Geldhahn weiter aufdrehe. Der Euro dürfte vor diesem Hintergrund zumindest weiter zur Schwäche neigen. Dies wäre für die europäische Wirtschaft hilfreich, da die jüngsten Konjunkturindikatoren, wenn überhaupt, dann nur sehr schwaches Wachstum anzeigen würden.

Der maßlose Bahnstreik treibe der deutschen Wirtschaft inzwischen die Sorgenfalten auf die Stirn. Nicht nur die Zuverlässigkeit des Güterverkehrs werde zunehmend infrage gestellt. Auch die Auswirkungen auf z.B. Einzelhandel, Tourismus- und Unterhaltungsindustrie würden beginnen schmerzhaft zu wirken. Vor dem Hintergrund der immensen Schwierigkeiten mancher Einzelhändler, im Internet-Wettbewerb zu bestehen, könne jeder Umsatzausfall an einem Streikwochenende Existenzen gefährden.

Die Gewerkschaft GDL nehme mit ihren überzogenen Streikmaßnahmen Arbeitsplatzverluste in anderen Branchen sehend in Kauf. Die regelmäßigen Pilotenstreiks würden die Wahrnehmung verschärfen, dass es mit der wirtschaftlichen Stabilität in Deutschland nicht mehr sehr gut bestellt sei. Die Volatilität an den Finanzmärkten wird uns wohl erhalten bleiben, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger. (05.11.2014/alc/a/a)