Erweiterte Funktionen

Japan: Zinserhöhung im Dezember möglich


29.11.24 10:32
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Aufgrund der sich wieder ausweitenden Renditedifferenzen im Umfeld der US-Wahlen geriet der Japanische Yen zum US-Dollar unter Druck, so die Analysten von Postbank Research.

Er habe bis auf USD/JPY 156,7 abgewertet, zum Euro kurzzeitig auf EUR/JPY 167.

Den Druck auf den Yen habe auch die Unsicherheit über die politische Lage in Japan verschärft, nachdem bei den Parlamentswahlen die aktuelle Regierungskoalition keine Mehrheit habe erzielen können. Auch hätten die möglichen Zölle infolge einer verschärften Handelspolitik der USA Japan stärker treffen können als viele andere asiatische Länder. Der Gouverneur der Bank of Japan, Ueda, habe sich zuletzt jedoch etwas falkenhafter geäußert, möglicherweise auch infolge der erneuten Yen-Schwäche.

Im dritten Quartal sei Japans Wirtschaft annualisiert um 0,9 Prozent zum Vorquartal gewachsen. Der Anstieg im zweiten Quartal sei jedoch von annualisiert 2,9 auf 2,2 Prozent abwärts revidiert worden.

Die Verbraucherpreisinflation habe sich im Oktober von 2,5 auf 2,3 Prozent verringert. Die Kernrate, die Preise für frische Lebensmittel und Energie ausklammere, sei allerdings von 2,1 auf 2,3 Prozent gestiegen und somit stärker als von Analysten erwartet.

Der Einkaufsmanagerindex sei im November auf 49,8 Punkte gestiegen, die Dienstleistungen mit 50,2 zurück in die Expansionszone.

Auf Sicht von sechs Monaten könnte der Yen nahe EUR/JPY 153 notieren, sofern die Bank of Japan im Dezember den nächsten Zinsschritt wage, während die EZB ihren Senkungszyklus wie aktuell an den Swapmärkten eingepreist fortsetze. (Ausgabe Währungsbulletin Dezember 2024) (29.11.2024/alc/a/a)