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Japan-Anleihen: weiterhin kein Investment wert
14.09.12 16:23
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Nach Ansicht des Analysten Sven Krupp von Anleihencheck Research sind japanische Staatsanleihen weiterhin kein Investment wert.
Japan zähle zu den weltweit am höchsten verschuldeten Staaten. So übersteige der öffentliche Schuldenstand das Bruttoinlandsprodukt des Landes um mehr als das Doppelte. Und dabei sei zu berücksichtigen, dass Japan nun wirklich keine kleine Volkswirtschaft sei. So habe das Bruttoinlandsprodukt des Landes 2011 bei knapp 5,9 Bio. US-Dollar gelegen. Damit habe Japan etwa 8% des weltweiten BIP erwirtschaftet.
Japan verfüge über eine breit aufgestellte, technologisch hoch entwickelte und exportorientierte Wirtschaftsstruktur. Von den internationalen Finanzkrisen der Jahre 2008 und 2009 sei der Staat besonders hart getroffen worden. So sei das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2008 um 2,1% geschrumpft, um dann 2009 um 5,2% einzubrechen. Hierbei habe es sich um den stärksten Rückgang der Wirtschaftsleistung innerhalb der G7-Länder gehandelt. Im Jahr 2010 habe die Wirtschaft Japans dann wieder zu einer deutlichen Erholung angesetzt. So sei das Bruttoinlandsprodukt 2010 um 4,4% gewachsen.
Im März 2011 sei Japan dann durch das verheerende Erdbeben und die anschließende Flutwelle, die auch das Atomkraftwerk Fukushima zerstört habe, massiv getroffen worden. Vor diesem Hintergrund habe sich das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2011 erneut verringert. Der Rückgang sei allerdings mit 0,7% noch relativ moderat ausgefallen. Die Zerstörungen des Erdbebens vom März könnten nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research Japan im laufenden Jahr wieder zu einem stärkeren Wachstum verhelfen. Denn der Wiederaufbau der zerstörten Regionen und Industrien dürfte wie ein Konjunkturprogramm wirken.
Diese These werde durch die BIP-Daten für das erste Quartal 2012 unterstützt. So sei es zu einem BIP-Anstieg um 4,1% gekommen. Damit habe Japan die anderen großen Industrienationen wie die USA oder Deutschland weit hinter sich gelassen. Wie erwartet habe diese Wachstumsdynamik nicht beibehalten werden können. So habe sich das Wirtschaftswachstum in Q2'2012 nach aktuellen Schätzungen nur noch auf 0,2% gg. VQ belaufen und damit die Erwartungen des Marktes deutlich verfehlt. Das exportlastige Japan habe zunehmend unter der anhaltenden Euro-Schuldenkrise und einer starken heimischen Währung gelitten. Ob die Wachstumsprognose für 2012 von +1,7% nun erreicht werde, sei fraglich. Denn China, Japans wichtigster Handelspartner, habe zuletzt eher schwache Wirtschafts- und Exportdaten gemeldet. Jedoch würden viele Marktteilnehmer damit rechnen, dass die chinesische Regierung dem Wirtschaftsabschwung mit weiteren Konjunkturprogrammen begegnen werde.
Japan sei gemessen am Bruttoinlandsprodukt eigentlich überschuldet. Vor diesem Hintergrund gebe es nun Pläne der japanischen Regierung, die Verbrauchssteuer anzuheben. Dies könnte jedoch die japanische Bevölkerung sehr verärgern, die bisher ihrem hochverschuldeten Land sehr treu gewesen sei. Denn fast alle Staatsanleihen hätten an die eigene japanische Bevölkerung verkauft werden können. Damit seien Japaner weiterhin bereit, ihrem Staat fast zum Nulltarif Geld zu leihen. Es sei fraglich, ob die Regierung diesen Bonus verspielen wolle.
Eine japanische Staatsanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren werfe aktuell gerade einmal eine jährliche Rendite von 0,80% ab. Bei 30-jährigen Anleihen liege die Rendite bei ebenfalls sehr mageren 1,91%. Zudem sei Japan kürzlich von der Ratingagentur Fitch von "AA" auf "A+" heruntergestuft worden, bei einem negativen Ausblick. Fitch bemängle die weiterhin hohe Staatsverschuldung und dass das Maßnahmenpaket der Regierung zur Lösung dieses Problems einen vergleichsweise bedächtigen Eindruck mache.
Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research sind japanische Staatsanleihen selbst für erzkonservative Investoren kein Investment wert. (Analyse vom 14.09.2012) (14.09.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Japan zähle zu den weltweit am höchsten verschuldeten Staaten. So übersteige der öffentliche Schuldenstand das Bruttoinlandsprodukt des Landes um mehr als das Doppelte. Und dabei sei zu berücksichtigen, dass Japan nun wirklich keine kleine Volkswirtschaft sei. So habe das Bruttoinlandsprodukt des Landes 2011 bei knapp 5,9 Bio. US-Dollar gelegen. Damit habe Japan etwa 8% des weltweiten BIP erwirtschaftet.
Japan verfüge über eine breit aufgestellte, technologisch hoch entwickelte und exportorientierte Wirtschaftsstruktur. Von den internationalen Finanzkrisen der Jahre 2008 und 2009 sei der Staat besonders hart getroffen worden. So sei das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2008 um 2,1% geschrumpft, um dann 2009 um 5,2% einzubrechen. Hierbei habe es sich um den stärksten Rückgang der Wirtschaftsleistung innerhalb der G7-Länder gehandelt. Im Jahr 2010 habe die Wirtschaft Japans dann wieder zu einer deutlichen Erholung angesetzt. So sei das Bruttoinlandsprodukt 2010 um 4,4% gewachsen.
Im März 2011 sei Japan dann durch das verheerende Erdbeben und die anschließende Flutwelle, die auch das Atomkraftwerk Fukushima zerstört habe, massiv getroffen worden. Vor diesem Hintergrund habe sich das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2011 erneut verringert. Der Rückgang sei allerdings mit 0,7% noch relativ moderat ausgefallen. Die Zerstörungen des Erdbebens vom März könnten nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research Japan im laufenden Jahr wieder zu einem stärkeren Wachstum verhelfen. Denn der Wiederaufbau der zerstörten Regionen und Industrien dürfte wie ein Konjunkturprogramm wirken.
Diese These werde durch die BIP-Daten für das erste Quartal 2012 unterstützt. So sei es zu einem BIP-Anstieg um 4,1% gekommen. Damit habe Japan die anderen großen Industrienationen wie die USA oder Deutschland weit hinter sich gelassen. Wie erwartet habe diese Wachstumsdynamik nicht beibehalten werden können. So habe sich das Wirtschaftswachstum in Q2'2012 nach aktuellen Schätzungen nur noch auf 0,2% gg. VQ belaufen und damit die Erwartungen des Marktes deutlich verfehlt. Das exportlastige Japan habe zunehmend unter der anhaltenden Euro-Schuldenkrise und einer starken heimischen Währung gelitten. Ob die Wachstumsprognose für 2012 von +1,7% nun erreicht werde, sei fraglich. Denn China, Japans wichtigster Handelspartner, habe zuletzt eher schwache Wirtschafts- und Exportdaten gemeldet. Jedoch würden viele Marktteilnehmer damit rechnen, dass die chinesische Regierung dem Wirtschaftsabschwung mit weiteren Konjunkturprogrammen begegnen werde.
Eine japanische Staatsanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren werfe aktuell gerade einmal eine jährliche Rendite von 0,80% ab. Bei 30-jährigen Anleihen liege die Rendite bei ebenfalls sehr mageren 1,91%. Zudem sei Japan kürzlich von der Ratingagentur Fitch von "AA" auf "A+" heruntergestuft worden, bei einem negativen Ausblick. Fitch bemängle die weiterhin hohe Staatsverschuldung und dass das Maßnahmenpaket der Regierung zur Lösung dieses Problems einen vergleichsweise bedächtigen Eindruck mache.
Nach Ansicht der Analysten von Anleihencheck Research sind japanische Staatsanleihen selbst für erzkonservative Investoren kein Investment wert. (Analyse vom 14.09.2012) (14.09.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.


