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Jahresausblick: Sechs Fragen für 2018
16.01.18 12:30
Goldman Sachs Asset Management
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Werden Aktien ihren aktuellen Höhenflug weiter fortsetzen? Das ist bei weitem die häufigste Frage, die wir von Anlegern hören, so Andrew Wilson, CEO für EMEA und Co-Head des Global Fixed Income und Liquidity Management Teams bei Goldman Sachs Asset Management.
Die Antwort der Experten von Goldman Sachs Asset Management lautet nach wie vor "Ja". Im historischen Vergleich seien die Bewertungen zwar hoch, doch das makroökonomische Umfeld für die Finanzmärkte sei äußerst positiv, und die Bewertungen sollten in diesem Kontext beurteilt werden.
Dank der günstigen makroökonomischen Lage würden die Aktienmärkte nach Ansicht der Experten 2018 auf neue Höchststände klettern. Dennoch gebe es auch Risiken zu berücksichtigen: Die US-Wirtschaft drohe zu überhitzen, eine straffere Geldmarktpolitik könnte die Konjunkturerholung in Europa ausbremsen und die chinesischen Wachstumsimpulse würden im Nachgang des Parteitags 2017 voraussichtlich nachlassen. In Bezug auf Nordkorea oder die US-Handelsbeziehungen könnten die geopolitischen Risiken jederzeit an Brisanz zulegen.
Nachstehend beantworten die Experten von Goldman Sachs Asset Management sechs zentrale Fragen für 2018 und ziehen entsprechende Schlussfolgerungen für Investments.
1. Halte das globale Wirtschaftswachstum an?
Ja. Die Experten von Goldman Sachs Asset Management rechnen damit, dass die globale Expansion weiter voranschreitet und die weltweiten Aktienmärkte 2018 neue Höchststände erreichen werden. Der Konjunktur- und Marktzyklus würden ausreichende Unterstützung erfahren und noch nicht abwärts tendieren; Anleger dürften sich mit mehr Risiken konfrontiert sehen: Das sich abschwächende Wachstum, geldpolitische Maßnahmen der Zentralbanken und geopolitische Entwicklungen; in den Schwellenländern werde sich die Wirtschaft besser entwickeln als in den Industrienationen, was Anlagen aus Schwellenländern zugute kommen dürfte.
Schlussfolgerung: Da die globale Wirtschaftsexpansion vermutlich anhalten werde, würden die Experten Aktien gegenüber Anleihen und Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen vorziehen. Die Schwellenländer ex China seien vielversprechend und die Experten würden weiterhin Anlagen aus den Schwellenländern gegenüber Anlagen aus Industrienationen favorisieren.
2. Seien Aktien überbewertet?
Nein. Die Experten von Goldman Sachs Asset Management halten Staatsanleihen aus den USA und anderen Industrienationen für überbewertet. Außerhalb des Anleihebereichs seien die Bewertungen angesichts des aktuellen makroökonomischen Umfelds gerechtfertigt. Die Bewertungen von US-Aktien seien im historischen Vergleich zwar hoch, doch sie würden gegenüber anderen Anlagen weiterhin eine attraktive Prämie bieten; in Europa, Japan und den Schwellenländern seien die Aktienbewertungen verglichen mit den USA allerdings noch attraktiver; Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken könnten zu erhöhter Marktvolatilität führen. Außer Anleihen würden davon hauptsächlich Währungen betroffen sein, doch auch Aktien könnten unter kurzfristigen Kurseinbrüchen leiden.
Schlussfolgerung: Die Experten von Goldman Sachs Asset Management rechnen 2018 bei globalen Aktien mit positiven Renditen, die jedoch im Vergleich zu 2017 wahrscheinlich sehr viel moderater ausfallen werden. Das Risiko deutlicher Kurseinbrüche sei hoch. Das spreche für ein dynamisch aufgestelltes Portfolio und eine stärkere Ausrichtung auf europäische-, japanische- und Schwellenländeraktien.
3. Sei 2018 das Jahr, in dem die Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken erstmals eine Rolle spielen würden?
Voraussichtlich. Anleger mögen sich über Änderungen der Anleihenkaufprogramme von Zentralbanken sorgen, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management. Für Volatilität dürften allerdings eher Leitzinserhöhungen verantwortlich sein. Die Märkte seien für eine allmähliche und sorgsam angekündigte Schrumpfung der Zentralbankbilanzen gut aufgestellt; da die Lage auf den Arbeitsmärkten angespannt bleibe, würden die Zentralbanken den Maßstab für Leitzinserhöhungen trotz der nur langsam steigenden Inflation recht niedrig ansetzen; nicht zu vernachlässigen seien dennoch die Leitzinserhöhungen seitens der FED; die Märkte würden die Höhe der Zinsschritte unterschätzen.
Schlussfolgerung: In Bezug auf Staatsanleihen aus den USA und anderen Industrieländern seien die Experten pessimistisch und bei Unternehmensanleihen und MBS zurückhaltend. Sie würden davon ausgehen, dass höhere US-Zinssätze dem US-Dollar gegenüber anderen Währungen der Industrieländer zugute kommen würden - zumindest kurzzeitig.
4. Wo sei als Nächstes mit Turbulenzen zu rechnen?
Basiskonsumgüter dürften 2018 weiter in die Defensive geraten. Die großen Onlinehändler würden immer mehr Einfluss gewinnen, wodurch die traditionell führenden Unternehmen des Sektors unter Druck geraten würden. Durch das Internet seien die Markteintrittsschranken für Basiskonsumgüterunternehmen gefallen; Onlinehändler würden ihre eigenen Marken entwickeln und sie über ihre sprachgesteuerten Assistenten vermarkten, wofür sie proprietäre Daten nutzen könnten; auf längere Sicht könnte es in praktisch jedem Wirtschaftssektor, in den man investiere, zu Unwägbarkeiten kommen. Unter den anfälligsten Kandidaten sei der Automobilsektor, der in dieser Hinsicht den Basiskonsumgütern dicht auf den Fersen sei.
Schlussfolgerung: Die Experten von Goldman Sachs Asset Management möchten in die Unternehmen investieren, die von Wandel profitieren können, und ihre Allokation in Unternehmen, die hierunter leiden, begrenzen. Unter den Basiskonsumgütern würden sie Nischenmarken vorziehen, die von den niedrigeren Markteintrittsschranken profitieren würden. Außerdem würden die Experten versuchen, zweitrangige Marken zu vermeiden, die durch das Wachstum der Marken von Onlinehändlern gefährdet seien.
5. Welche Markttrends würden sich aus dem zunehmenden Einfluss von Big-Data ergeben?
Verbindungen zwischen Unternehmen, die nicht auf den ersten Blick offensichtlich seien, könnten sich auf ihre Performance auswirken. Die Digitalisierung von Unterhaltung reiche von Softwareunternehmen bis hin zu konventionellen Ladengeschäften; das Comeback von Luxusgütern und -dienstleistungen habe sich in allen Wirtschaftssektoren niedergeschlagen; mehr Unternehmen würden Regulierungsänderungen als mögliches Geschäftsrisiko nennen.
Schlussfolgerung: Man sollte sich in den Analysen nicht dadurch einschränken lassen, wie Wirtschaftssektoren traditionellerweise definiert und abgegrenzt würden. Je länger der technologische Umbruch anhalte, desto wichtiger werde es, verdeckte Verbindungen zwischen Unternehmen aus einer breiten Perspektive zu betrachten. Die Experten seien der Meinung, dass Anleger kritisch darüber nachdenken sollten, wer alles zur Konkurrenz- oder Vergleichsgruppe eines Unternehmens zähle und welche Marktthemen und langfristigen Änderungen zu Verbindungen zwischen ansonsten grundverschiedenen Unternehmen führen könnten.
6. Wie sollten Anleger 2018 investieren?
Anleger sollten sich auch außerhalb der traditionellen Anlageklassen umschauen und über den Tellerrand hinausdenken. Die anhaltende Wirtschaftsexpansion begünstige globale- und Schwellenländeraktien; erhöhte Bewertungen seien positiv für aktive und alternative Ansätze auf traditionellen Märkten; Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken würden diversifizierte Renditequellen begünstigen.
Das Umfeld bleibe im Jahr 2018 weiterhin anspruchsvoll. Einerseits spreche vieles für neue Höchststände auf den Aktienmärkten. Andererseits sollten Marktrisiken nicht außer Acht gelassen werden, wozu nicht zuletzt eine zinsbedingt erhöhte Volatilität zähle. Nach Ansicht der Experten von Goldman Sachs Asset Management liegt die Antwort auf diese Ausgangslage in einer dynamischen Portfolioaufteilung. Dies beinhalte eine Aktienstrategie, die über die großen Indices für die Märkte der Industrieländer hinausgehe. Auf der Rentenseite sollten Anleger vermehrt Zinspapiere außerhalb der Staats- und Unternehmensanleihen aus Industrieländern in Betracht ziehen. (16.01.2018/alc/a/a)
Die Antwort der Experten von Goldman Sachs Asset Management lautet nach wie vor "Ja". Im historischen Vergleich seien die Bewertungen zwar hoch, doch das makroökonomische Umfeld für die Finanzmärkte sei äußerst positiv, und die Bewertungen sollten in diesem Kontext beurteilt werden.
Dank der günstigen makroökonomischen Lage würden die Aktienmärkte nach Ansicht der Experten 2018 auf neue Höchststände klettern. Dennoch gebe es auch Risiken zu berücksichtigen: Die US-Wirtschaft drohe zu überhitzen, eine straffere Geldmarktpolitik könnte die Konjunkturerholung in Europa ausbremsen und die chinesischen Wachstumsimpulse würden im Nachgang des Parteitags 2017 voraussichtlich nachlassen. In Bezug auf Nordkorea oder die US-Handelsbeziehungen könnten die geopolitischen Risiken jederzeit an Brisanz zulegen.
Nachstehend beantworten die Experten von Goldman Sachs Asset Management sechs zentrale Fragen für 2018 und ziehen entsprechende Schlussfolgerungen für Investments.
1. Halte das globale Wirtschaftswachstum an?
Ja. Die Experten von Goldman Sachs Asset Management rechnen damit, dass die globale Expansion weiter voranschreitet und die weltweiten Aktienmärkte 2018 neue Höchststände erreichen werden. Der Konjunktur- und Marktzyklus würden ausreichende Unterstützung erfahren und noch nicht abwärts tendieren; Anleger dürften sich mit mehr Risiken konfrontiert sehen: Das sich abschwächende Wachstum, geldpolitische Maßnahmen der Zentralbanken und geopolitische Entwicklungen; in den Schwellenländern werde sich die Wirtschaft besser entwickeln als in den Industrienationen, was Anlagen aus Schwellenländern zugute kommen dürfte.
Schlussfolgerung: Da die globale Wirtschaftsexpansion vermutlich anhalten werde, würden die Experten Aktien gegenüber Anleihen und Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen vorziehen. Die Schwellenländer ex China seien vielversprechend und die Experten würden weiterhin Anlagen aus den Schwellenländern gegenüber Anlagen aus Industrienationen favorisieren.
2. Seien Aktien überbewertet?
Nein. Die Experten von Goldman Sachs Asset Management halten Staatsanleihen aus den USA und anderen Industrienationen für überbewertet. Außerhalb des Anleihebereichs seien die Bewertungen angesichts des aktuellen makroökonomischen Umfelds gerechtfertigt. Die Bewertungen von US-Aktien seien im historischen Vergleich zwar hoch, doch sie würden gegenüber anderen Anlagen weiterhin eine attraktive Prämie bieten; in Europa, Japan und den Schwellenländern seien die Aktienbewertungen verglichen mit den USA allerdings noch attraktiver; Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken könnten zu erhöhter Marktvolatilität führen. Außer Anleihen würden davon hauptsächlich Währungen betroffen sein, doch auch Aktien könnten unter kurzfristigen Kurseinbrüchen leiden.
Schlussfolgerung: Die Experten von Goldman Sachs Asset Management rechnen 2018 bei globalen Aktien mit positiven Renditen, die jedoch im Vergleich zu 2017 wahrscheinlich sehr viel moderater ausfallen werden. Das Risiko deutlicher Kurseinbrüche sei hoch. Das spreche für ein dynamisch aufgestelltes Portfolio und eine stärkere Ausrichtung auf europäische-, japanische- und Schwellenländeraktien.
Voraussichtlich. Anleger mögen sich über Änderungen der Anleihenkaufprogramme von Zentralbanken sorgen, so die Experten von Goldman Sachs Asset Management. Für Volatilität dürften allerdings eher Leitzinserhöhungen verantwortlich sein. Die Märkte seien für eine allmähliche und sorgsam angekündigte Schrumpfung der Zentralbankbilanzen gut aufgestellt; da die Lage auf den Arbeitsmärkten angespannt bleibe, würden die Zentralbanken den Maßstab für Leitzinserhöhungen trotz der nur langsam steigenden Inflation recht niedrig ansetzen; nicht zu vernachlässigen seien dennoch die Leitzinserhöhungen seitens der FED; die Märkte würden die Höhe der Zinsschritte unterschätzen.
Schlussfolgerung: In Bezug auf Staatsanleihen aus den USA und anderen Industrieländern seien die Experten pessimistisch und bei Unternehmensanleihen und MBS zurückhaltend. Sie würden davon ausgehen, dass höhere US-Zinssätze dem US-Dollar gegenüber anderen Währungen der Industrieländer zugute kommen würden - zumindest kurzzeitig.
4. Wo sei als Nächstes mit Turbulenzen zu rechnen?
Basiskonsumgüter dürften 2018 weiter in die Defensive geraten. Die großen Onlinehändler würden immer mehr Einfluss gewinnen, wodurch die traditionell führenden Unternehmen des Sektors unter Druck geraten würden. Durch das Internet seien die Markteintrittsschranken für Basiskonsumgüterunternehmen gefallen; Onlinehändler würden ihre eigenen Marken entwickeln und sie über ihre sprachgesteuerten Assistenten vermarkten, wofür sie proprietäre Daten nutzen könnten; auf längere Sicht könnte es in praktisch jedem Wirtschaftssektor, in den man investiere, zu Unwägbarkeiten kommen. Unter den anfälligsten Kandidaten sei der Automobilsektor, der in dieser Hinsicht den Basiskonsumgütern dicht auf den Fersen sei.
Schlussfolgerung: Die Experten von Goldman Sachs Asset Management möchten in die Unternehmen investieren, die von Wandel profitieren können, und ihre Allokation in Unternehmen, die hierunter leiden, begrenzen. Unter den Basiskonsumgütern würden sie Nischenmarken vorziehen, die von den niedrigeren Markteintrittsschranken profitieren würden. Außerdem würden die Experten versuchen, zweitrangige Marken zu vermeiden, die durch das Wachstum der Marken von Onlinehändlern gefährdet seien.
5. Welche Markttrends würden sich aus dem zunehmenden Einfluss von Big-Data ergeben?
Verbindungen zwischen Unternehmen, die nicht auf den ersten Blick offensichtlich seien, könnten sich auf ihre Performance auswirken. Die Digitalisierung von Unterhaltung reiche von Softwareunternehmen bis hin zu konventionellen Ladengeschäften; das Comeback von Luxusgütern und -dienstleistungen habe sich in allen Wirtschaftssektoren niedergeschlagen; mehr Unternehmen würden Regulierungsänderungen als mögliches Geschäftsrisiko nennen.
Schlussfolgerung: Man sollte sich in den Analysen nicht dadurch einschränken lassen, wie Wirtschaftssektoren traditionellerweise definiert und abgegrenzt würden. Je länger der technologische Umbruch anhalte, desto wichtiger werde es, verdeckte Verbindungen zwischen Unternehmen aus einer breiten Perspektive zu betrachten. Die Experten seien der Meinung, dass Anleger kritisch darüber nachdenken sollten, wer alles zur Konkurrenz- oder Vergleichsgruppe eines Unternehmens zähle und welche Marktthemen und langfristigen Änderungen zu Verbindungen zwischen ansonsten grundverschiedenen Unternehmen führen könnten.
6. Wie sollten Anleger 2018 investieren?
Anleger sollten sich auch außerhalb der traditionellen Anlageklassen umschauen und über den Tellerrand hinausdenken. Die anhaltende Wirtschaftsexpansion begünstige globale- und Schwellenländeraktien; erhöhte Bewertungen seien positiv für aktive und alternative Ansätze auf traditionellen Märkten; Straffungsmaßnahmen der Zentralbanken würden diversifizierte Renditequellen begünstigen.
Das Umfeld bleibe im Jahr 2018 weiterhin anspruchsvoll. Einerseits spreche vieles für neue Höchststände auf den Aktienmärkten. Andererseits sollten Marktrisiken nicht außer Acht gelassen werden, wozu nicht zuletzt eine zinsbedingt erhöhte Volatilität zähle. Nach Ansicht der Experten von Goldman Sachs Asset Management liegt die Antwort auf diese Ausgangslage in einer dynamischen Portfolioaufteilung. Dies beinhalte eine Aktienstrategie, die über die großen Indices für die Märkte der Industrieländer hinausgehe. Auf der Rentenseite sollten Anleger vermehrt Zinspapiere außerhalb der Staats- und Unternehmensanleihen aus Industrieländern in Betracht ziehen. (16.01.2018/alc/a/a)


