Erweiterte Funktionen
Ein Jahr mit Gegenwind - Geopolitische Spannungen vom Markt noch nicht eingepreist
17.01.22 12:15
Franklin Templeton
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Aufschwung in 2021 fiel letztendlich stärker aus als erwartet, so Zehrid Osmani, Leiter für globale und langfristige Aktienstrategien bei Martin Currie, Teil von Franklin Templeton.
Kurz- bis mittelfristig dürfte also die wirtschaftliche Dynamik auch weiter anhalten. Dies liege vor allem an den unterstützenden politischen Initiativen, insbesondere die großen Infrastrukturprogrammen, die weltweit gestartet seien. Da diese Programme zudem langfristig angelegt seien, sollte ein länger anhaltender Wirtschaftsaufschwung bevorstehen, der die Aktienmärkte weiterhin unterstützen sollte. Angesichts hoher Aktienbewertungen und eines starken Jahres 2021 für Aktien sollten Anleger mit niedrigeren Renditen und höherer Volatilität rechnen.
Ein elementares Gesprächsthema bleibe die Inflation. Das Bullen-Bären-Tauziehen könnte bis zum Sommer andauern, wenn der Inflationsdruck unserer Meinung nach nachlassen wird, so Zehrid Osmani von Martin Currie, Teil von Franklin Templeton. Die Lohninflation spiele dabei nach wie vor die wichtigste Rolle. Diese Messgröße gelte es zu beobachten. Denn sie habe das Potenzial, sich längerfristig auszuwirken. Zehrid Osmani von Martin Currie, Teil von Franklin Templeton, halte eine Stagflation angesichts des günstigen wirtschaftlichen Umfelds für wenig wahrscheinlich, wenn auch die Omikron-Variante dieses Risiko erhöhen könnte.
Nach der starken Erholung im Jahr 2021 sei 2022 ein geringeres Gewinnwachstum zu erwarten. Die steigende Inflation könnte den Margendruck erhöhen. Für Anleger bedeute dies, sich auf Unternehmen mit konsistenten Wachstumsprofilen zu konzentrieren: Sie würden über eine höhere Preissetzungsmacht verfügen und sähen sich daher einem geringeren Margenrisiko gegenüber.
Es gebe noch weitere Risiken, die Anleger berücksichtigen sollten. Eine nachlassende Dynamik bei den Infrastrukturausgaben stelle ein beträchtliches Risiko dar, da diese Ausgaben eng mit dem Wirtschaftswachstum zusammenhängen würden. Ein weiteres Risiko seien geldpolitische Fehlentscheidungen, die die Anleger verunsichern und zu mehr Volatilität führen könnten, sofern sich Renditekurven verschieben würden und sich die bisherige Balance zwischen Growth- und Value-Aktien ändere.
Weitere Faktoren, die sich auswirken könnten, seien mögliche steigende Unternehmenssteuersätze, welche die Gewinne unter Druck setzen würden. Und schließlich geopolitische Risiken, darunter die Spannungen zwischen China und dem Rest der Welt, die sich verschärfen könnten. Aktuelles Beispiel seien die Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer, die zunehmend in den Mittelpunkt rücken würden. In der zweiten Jahreshälfte liege der Fokus auf der voraussichtlichen dritten Amtszeit von Chinas Präsident Xi Jinping, die ihm den Weg zu einer noch längeren Amtszeit ebnen könnte. Dies könnte ein ausgeprägteres territoriales Streben um Taiwan auslösen, was wiederum zu einem Aufflammen der grenzüberschreitenden Spannungen und einer Zunahme der geopolitischen Risiken führen könnte. All dies preise der Markt bisher nicht ein. (Ausgabe vom 14.01.2022) (17.01.2022/alc/a/a)
Kurz- bis mittelfristig dürfte also die wirtschaftliche Dynamik auch weiter anhalten. Dies liege vor allem an den unterstützenden politischen Initiativen, insbesondere die großen Infrastrukturprogrammen, die weltweit gestartet seien. Da diese Programme zudem langfristig angelegt seien, sollte ein länger anhaltender Wirtschaftsaufschwung bevorstehen, der die Aktienmärkte weiterhin unterstützen sollte. Angesichts hoher Aktienbewertungen und eines starken Jahres 2021 für Aktien sollten Anleger mit niedrigeren Renditen und höherer Volatilität rechnen.
Nach der starken Erholung im Jahr 2021 sei 2022 ein geringeres Gewinnwachstum zu erwarten. Die steigende Inflation könnte den Margendruck erhöhen. Für Anleger bedeute dies, sich auf Unternehmen mit konsistenten Wachstumsprofilen zu konzentrieren: Sie würden über eine höhere Preissetzungsmacht verfügen und sähen sich daher einem geringeren Margenrisiko gegenüber.
Es gebe noch weitere Risiken, die Anleger berücksichtigen sollten. Eine nachlassende Dynamik bei den Infrastrukturausgaben stelle ein beträchtliches Risiko dar, da diese Ausgaben eng mit dem Wirtschaftswachstum zusammenhängen würden. Ein weiteres Risiko seien geldpolitische Fehlentscheidungen, die die Anleger verunsichern und zu mehr Volatilität führen könnten, sofern sich Renditekurven verschieben würden und sich die bisherige Balance zwischen Growth- und Value-Aktien ändere.
Weitere Faktoren, die sich auswirken könnten, seien mögliche steigende Unternehmenssteuersätze, welche die Gewinne unter Druck setzen würden. Und schließlich geopolitische Risiken, darunter die Spannungen zwischen China und dem Rest der Welt, die sich verschärfen könnten. Aktuelles Beispiel seien die Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer, die zunehmend in den Mittelpunkt rücken würden. In der zweiten Jahreshälfte liege der Fokus auf der voraussichtlichen dritten Amtszeit von Chinas Präsident Xi Jinping, die ihm den Weg zu einer noch längeren Amtszeit ebnen könnte. Dies könnte ein ausgeprägteres territoriales Streben um Taiwan auslösen, was wiederum zu einem Aufflammen der grenzüberschreitenden Spannungen und einer Zunahme der geopolitischen Risiken führen könnte. All dies preise der Markt bisher nicht ein. (Ausgabe vom 14.01.2022) (17.01.2022/alc/a/a)


