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Italien: Keine Schuldenkrise erwartet
15.07.22 15:15
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - Die politische Krise in Italien ist für die Märkte von großer Bedeutung, so Andy Mulliner, Head of Global Aggregate Strategies bei Janus Henderson Investors.
Frühere Phasen extremer Spannungen in den Spreads seien letztlich mit politischer Instabilität einhergegangen. Sollte sich die Regierung auflösen und es zu vorgezogenen Neuwahlen kommen, hätten wir es mit einer ganz anderen Regierung zu tun als der, die wir derzeit unter Draghi haben - eine breite Koalition aus Linken und Rechten - wohingegen aktuelle Umfragen darauf hindeuten, dass eine Rechtskoalition eine Mehrheit gewinnen könnte, so die Experten von Janus Henderson Investors. Zwar sollte man bedenken, dass ein Austritt aus der Eurozone von diesen Parteien nicht mehr befürwortet werde, aber eine rechte Regierung wäre wahrscheinlich sehr euroskeptisch und einwanderungsfeindlich, sodass die Beziehungen zur EU voraussichtlich schwierig würden.
Im Gegensatz zur aktuellen Konstellation mit Draghi als Premierminister dürfte dies bei den Anlegern Bedenken über Italiens längerfristige Zukunft aufkommen lassen, sowohl bezüglich der Eurozone als auch bezüglich der Tragfähigkeit der italienischen Finanzen. Natürlich dürfte dies kein akutes Risiko sein, wie wir es in der Staatsschuldenkrise gesehen haben, aber in diesem Szenario wird mit ziemlicher Sicherheit eine höhere Risikoprämie für italienische Anleihen anfallen, so die Experten von Janus Henderson Investors. Das werde die Straffung der Geldpolitik, die von der EZB ausgehe, noch verschärfen. Es sei auch wichtig zu wissen, dass das Anti-Fragmentierungs-Instrument der EZB ausdrücklich nicht geschaffen worden sei, um eine fundamentale oder politische Spread-Ausweitung auszugleichen. Daher werde selbst die erfolgreiche Einführung eines glaubwürdigen Instruments bei der Sitzung in der nächsten Woche kein BTPS-Schutz sein, sollte die Regierung nächste Woche das Vertrauen verlieren.
Sollte das Interesse an einer Fortsetzung der derzeitigen Koalition bis zum ursprünglich erwarteten Enddatum im Mai 2023 nicht groß genug sein, sei mit höheren BTPS-Renditen und ausgeweiteten Spreads zu rechnen. Die Experten von Janus Henderson Investors würden jedoch keine italienische Schuldenkrise erwarten. Außerdem sei zu beachten, dass sich die Anleger auf jeden Fall auf einen Regierungswechsel im Jahr 2023 vorbereitet hätten und die Positionierung in italienischen Anleihen nicht mehr so sei wie vor einigen Jahren. Daher sei es unwahrscheinlich, dass sich die Spreads auch im Falle einer Fortsetzung der Draghi-Regierung deutlich verengen würden. (15.07.2022/alc/a/a)
Frühere Phasen extremer Spannungen in den Spreads seien letztlich mit politischer Instabilität einhergegangen. Sollte sich die Regierung auflösen und es zu vorgezogenen Neuwahlen kommen, hätten wir es mit einer ganz anderen Regierung zu tun als der, die wir derzeit unter Draghi haben - eine breite Koalition aus Linken und Rechten - wohingegen aktuelle Umfragen darauf hindeuten, dass eine Rechtskoalition eine Mehrheit gewinnen könnte, so die Experten von Janus Henderson Investors. Zwar sollte man bedenken, dass ein Austritt aus der Eurozone von diesen Parteien nicht mehr befürwortet werde, aber eine rechte Regierung wäre wahrscheinlich sehr euroskeptisch und einwanderungsfeindlich, sodass die Beziehungen zur EU voraussichtlich schwierig würden.
Im Gegensatz zur aktuellen Konstellation mit Draghi als Premierminister dürfte dies bei den Anlegern Bedenken über Italiens längerfristige Zukunft aufkommen lassen, sowohl bezüglich der Eurozone als auch bezüglich der Tragfähigkeit der italienischen Finanzen. Natürlich dürfte dies kein akutes Risiko sein, wie wir es in der Staatsschuldenkrise gesehen haben, aber in diesem Szenario wird mit ziemlicher Sicherheit eine höhere Risikoprämie für italienische Anleihen anfallen, so die Experten von Janus Henderson Investors. Das werde die Straffung der Geldpolitik, die von der EZB ausgehe, noch verschärfen. Es sei auch wichtig zu wissen, dass das Anti-Fragmentierungs-Instrument der EZB ausdrücklich nicht geschaffen worden sei, um eine fundamentale oder politische Spread-Ausweitung auszugleichen. Daher werde selbst die erfolgreiche Einführung eines glaubwürdigen Instruments bei der Sitzung in der nächsten Woche kein BTPS-Schutz sein, sollte die Regierung nächste Woche das Vertrauen verlieren.
Sollte das Interesse an einer Fortsetzung der derzeitigen Koalition bis zum ursprünglich erwarteten Enddatum im Mai 2023 nicht groß genug sein, sei mit höheren BTPS-Renditen und ausgeweiteten Spreads zu rechnen. Die Experten von Janus Henderson Investors würden jedoch keine italienische Schuldenkrise erwarten. Außerdem sei zu beachten, dass sich die Anleger auf jeden Fall auf einen Regierungswechsel im Jahr 2023 vorbereitet hätten und die Positionierung in italienischen Anleihen nicht mehr so sei wie vor einigen Jahren. Daher sei es unwahrscheinlich, dass sich die Spreads auch im Falle einer Fortsetzung der Draghi-Regierung deutlich verengen würden. (15.07.2022/alc/a/a)


