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Indien: Überraschende Zinsanhebung
29.06.22 11:21
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Indiens Notenbank hob im Mai überraschend die Zinsen um 0,4% an, so die Experten von Raiffeisen Capital Management.
Auslöser dürften die kräftig anziehenden Verbraucherpreise gewesen sein. Sie hätten im April um 7,8% p.a. zugelegt; im Mai habe sich die Jahresrate leicht abgeschwächt, auf knapp über 7%. Mit gezielten Steuersenkungen (beispielsweise bei Treibstoffen) versuche die Regierung, den steigenden Preisen entgegenzuwirken. Zugleich nutze Indien die Gunst der Stunde und stocke seine Käufe von russischem Öl und Kohle zu Discountpreisen massiv auf. Bis zu 30% Preisnachlass seien starke Argumente für den drittgrößten Ölkonsumenten der Welt. Kritik aus der EU habe Indiens Außenminister ungerührt mit den Worten gekontert: "Die EU importiert an einem Nachmittag vermutlich mehr Energieträger aus Russland als Indien in einem ganzen Monat."
Indiens Aktienmärkte würden den zunehmenden monetären und volkswirtschaftlichen Gegenwind spüren, sich aber weiterhin relativ gut halten und lägen seit Jahresbeginn nur etwa halb so stark im Minus wie der globale Aktienmarkt-Durchschnitt. Ausländische Investoren seien im April den achten Monat in Folge auf der Verkäuferseite gewesen, während inländische institutionelle Investoren seit über einem Jahr als Netto-Käufer in Erscheinung treten würden. (Ausgabe vom 22.06.2022) (29.06.2022/alc/a/a)
Auslöser dürften die kräftig anziehenden Verbraucherpreise gewesen sein. Sie hätten im April um 7,8% p.a. zugelegt; im Mai habe sich die Jahresrate leicht abgeschwächt, auf knapp über 7%. Mit gezielten Steuersenkungen (beispielsweise bei Treibstoffen) versuche die Regierung, den steigenden Preisen entgegenzuwirken. Zugleich nutze Indien die Gunst der Stunde und stocke seine Käufe von russischem Öl und Kohle zu Discountpreisen massiv auf. Bis zu 30% Preisnachlass seien starke Argumente für den drittgrößten Ölkonsumenten der Welt. Kritik aus der EU habe Indiens Außenminister ungerührt mit den Worten gekontert: "Die EU importiert an einem Nachmittag vermutlich mehr Energieträger aus Russland als Indien in einem ganzen Monat."
Indiens Aktienmärkte würden den zunehmenden monetären und volkswirtschaftlichen Gegenwind spüren, sich aber weiterhin relativ gut halten und lägen seit Jahresbeginn nur etwa halb so stark im Minus wie der globale Aktienmarkt-Durchschnitt. Ausländische Investoren seien im April den achten Monat in Folge auf der Verkäuferseite gewesen, während inländische institutionelle Investoren seit über einem Jahr als Netto-Käufer in Erscheinung treten würden. (Ausgabe vom 22.06.2022) (29.06.2022/alc/a/a)


