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Ideales Umfeld für Unternehmensanleihen
13.09.24 11:15
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Bernard Lalière, Head of Credit bei Degroof Petercam Asset Management, schildert seine Erwartungen für europäische Unternehmensanleihen.
Die europäischen Credit-Märkte würden seit fast einem Jahr von der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung in Europa profitieren. Die jüngsten Einkaufsmanager-Zahlen PMI-Zahlen hätten jedoch eher den Nachweis für eine anhaltende Konjunkturflaute geliefert.
Dass sich in diesem Umfeld die Inflation normalisiere, sei eine gute Nachricht. Das verringere nicht nur die Unsicherheit bei den Inputkosten, sondern erleichtere auch weitere Zinssenkungen in den kommenden Monaten.
Das schwache Wachstum in Verbindung mit dem Zögern der Zentralbanken, eine geldpolitische Lockerung einzuleiten, sei ein ideales Szenario für den Credit-Markt. Die Unternehmen würden vorsichtig bleiben und die Stärkung der Bilanzen in den Vordergrund stellen. Die jüngste vierteljährliche Umfrage der EZB zur Kreditvergabe der Banken im Euroraum zeige, dass sich die Kreditstandards für Darlehen leicht verschärft hätten, aber im Abwärtstrend seien, während die Unternehmensnachfrage nach Krediten deutlich zurückgegangen sei.
Die Geldpolitik sei bisher nur langsam gelockert worden und biete noch keinen Nährboden für eine Neuverschuldung zu attraktiven Kosten. Die Folge: Die Kreditqualität der meisten Unternehmen verbessere sich. Das würden auch die von Rating-Agenturen veröffentlichten Änderungen bestätigen: Derzeit gebe es mehr Herauf- als Herabstufungen. Moody's erwarte darüber hinaus einen Rückgang der Ausfallquote bis Jahresende.
Die Kreditmärkte würden überdies von der starken Nachfrage profitieren, die sowohl den Investment-Grade- als auch den High-Yield-Sektor stütze. Die Verengung der Renditeaufschläge (Spreads), die Ende Oktober 2023 begonnen habe, habe sich bis heute fast unvermindert fortgesetzt, mit nur einer geringen Ausweitung Anfang August, als der Yen aufgewertet habe und die Aktienkurse stärker geschwankt hätten. Der Verschuldungsgrad sei in der Nähe zyklischer Tiefststände.
Die Credit-Märkte würden bessere Aussichten einpreisen, aber die Experten würden einen längeren Zeitraum mit Spreads in der Nähe ihrer historischen Durchschnittswerte erwarten, solange die beschriebenen Faktoren wirken würden.
Dies gelte insbesondere für Investment-Grade-Anleihen, weshalb die Experten dort eine übergewichtete Position beibehalten würden. Bei Hochzinsanleihen würden die Bewertungen zwar weniger Spielraum bieten; dafür gebe es hier noch Chancen auf eine lohnende Spreadentwicklung. Darüber hinaus hätten sich Hochzinsanleihen bei steigender Marktvolatilität als gute Alternative zum Aktienmarkt erwiesen. (13.09.2024/alc/a/a)
Die europäischen Credit-Märkte würden seit fast einem Jahr von der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung in Europa profitieren. Die jüngsten Einkaufsmanager-Zahlen PMI-Zahlen hätten jedoch eher den Nachweis für eine anhaltende Konjunkturflaute geliefert.
Dass sich in diesem Umfeld die Inflation normalisiere, sei eine gute Nachricht. Das verringere nicht nur die Unsicherheit bei den Inputkosten, sondern erleichtere auch weitere Zinssenkungen in den kommenden Monaten.
Die Geldpolitik sei bisher nur langsam gelockert worden und biete noch keinen Nährboden für eine Neuverschuldung zu attraktiven Kosten. Die Folge: Die Kreditqualität der meisten Unternehmen verbessere sich. Das würden auch die von Rating-Agenturen veröffentlichten Änderungen bestätigen: Derzeit gebe es mehr Herauf- als Herabstufungen. Moody's erwarte darüber hinaus einen Rückgang der Ausfallquote bis Jahresende.
Die Kreditmärkte würden überdies von der starken Nachfrage profitieren, die sowohl den Investment-Grade- als auch den High-Yield-Sektor stütze. Die Verengung der Renditeaufschläge (Spreads), die Ende Oktober 2023 begonnen habe, habe sich bis heute fast unvermindert fortgesetzt, mit nur einer geringen Ausweitung Anfang August, als der Yen aufgewertet habe und die Aktienkurse stärker geschwankt hätten. Der Verschuldungsgrad sei in der Nähe zyklischer Tiefststände.
Die Credit-Märkte würden bessere Aussichten einpreisen, aber die Experten würden einen längeren Zeitraum mit Spreads in der Nähe ihrer historischen Durchschnittswerte erwarten, solange die beschriebenen Faktoren wirken würden.
Dies gelte insbesondere für Investment-Grade-Anleihen, weshalb die Experten dort eine übergewichtete Position beibehalten würden. Bei Hochzinsanleihen würden die Bewertungen zwar weniger Spielraum bieten; dafür gebe es hier noch Chancen auf eine lohnende Spreadentwicklung. Darüber hinaus hätten sich Hochzinsanleihen bei steigender Marktvolatilität als gute Alternative zum Aktienmarkt erwiesen. (13.09.2024/alc/a/a)


