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Hohe Nachfrage nach US-Staatsanleihen


19.02.20 11:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach dem durchwachsenen Schlussquartal 2019 starteten US-Schatzanweisungen freundlich in das neue Jahr und machten schnell die Verluste aus den Vormonaten wett, so die Experten von Union Investment.

Die Ursachen für die hohe Nachfrage seien jedoch wenig erfreulich gewesen. US-Staatsanleihen hätten vielen Anlegern vielmehr als sicherer Hafen gedient. Die Flucht in Qualität habe zunächst ein US-Angriff im Irak auf den iranischen General Soleimani ausgelöst. Kurzfristig hätten Anleger eine weitere Eskalation der Krise im Nahen Osten gefürchtet. Kaum seien die Ereignisse verdaut worden, habe sich die Nachrichtenlage zum neuartigen Corona-Virus zugespitzt. Das in China ausgebrochene Virus verbreite sich trotz umfangreicher Gegenmaßnahmen schnell und habe bereits viele Todesopfer, vor allem in China, gefordert. Die Anzahl der Erkrankten in den USA sei noch sehr überschaubar. Doch China, die Werkbank der Welt, habe gleich mehrere Millionenstädte unter Quarantäne gestellt, um eine größere Ausbreitung zu verhindern. Die Schließung vieler Werkshallen dürfte sich deutlich negativ in den chinesischen Wachstumszahlen bemerkbar machen.

Je länger diese Maßnahmen anhalten würden, umso größer sei die Gefahr, dass darunter auch der Welthandel insgesamt und damit auch die USA leiden würden. Zum Monatsende habe die Rendite einer zehnjährigen US-Staatsanleihe daher nur noch rund 1,5 Prozent betragen. Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Staatsanleihen im Januar Dezember mit 2,6 Prozent deutlich hinzugewonnen.

Die US-Notenbank FED habe erwartungsgemäß auf Änderungen ihrer Leitzinsen verzichtet und auf ihrer Sitzung Ende Januar nur marginale Änderungen an ihrer wirtschaftlichen Einschätzung vorgenommen. Der Wachstumsausblick sei weitgehend unverändert geblieben und die momentane geldpolitische Ausrichtung finde breite Unterstützung. Insgesamt sei das Risiko einer Zinsänderung recht ungleich verteilt. Sollte sich die US-Wirtschaft in den kommenden Monaten besser als erwartet entwickeln, würden die Notenbanker wohl dennoch bei ihrer abwartenden Haltung bleiben. Bei einer Eintrübung sei hingegen mit einer weiteren Zinssenkung zu rechnen. Aktuell würden die Marktteilnehmer frühestens im Sommer von einem weiteren Zinsschritt ausgehen. (Ausgabe vom 18.02.2020) (19.02.2020/alc/a/a)