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Hohe Kreditzinsen, mickrige Einlagenrendite
12.04.23 11:53
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Banken geben die Zinserhöhungen nur einseitig weiter, kritisiert das gewerkschaftsnahe Momentum Institut, so die Experten von "FONDS professionell".
Der Spalt zwischen Kredit- und Einlagenzinsen habe sich zu Ungunsten der Kunden massiv ausgeweitet.
Die EZB habe ihren Hauptrefinanzierungszinssatz seit Juli 2022 von null auf 3,5 Prozent kräftig angehoben, um die Inflation einzudämmen. Kreditnehmer hätten die Hinaufsetzung der Zinsen sofort gespürt: Wer sein Konto überziehe, einen variablen Immobilienkredit zurückzahlen müsse oder einen neuen aufnehmen wolle, müsse eine enorme Verteuerung hinnehmen. Umgekehrt jedoch erhalte man für Einlagen am Konto oder Sparbuch immer noch Minizinsen. Die Banken würden die Zinserhöhungen nur einseitig weitergeben, kritisiere nun das gewerkschaftsnahe Forschungsinstitut Momentum.
Kreditzinsen für Bestandskunden seien nach einer Berechnung von Momentum im zweiten Halbjahr 2022 um 0,83 Prozentpunkte auf durchschnittlich 2,6 Prozent gestiegen. Indes seien die Einlagenzinsen auf einem sehr tiefen Niveau von nur 0,2 Prozent zu Jahresende geblieben, was einem minimalen Plus von rund 0,16 Prozentpunkten zum Juni entspreche.
Die Zinsspanne - also der Unterschied zwischen Zinsen, die man für einen Kredit zahle, und Zinsen, die man auf Einlagen erhalte - habe sich zulasten der Kunden stark ausgeweitet. Habe diese Differenz im Juni 2022 nur 1,68 Prozentpunkte betragen, hätten sich Kredite und Einlagen sechs Monate später schon um 2,35 Prozentpunkte unterschieden. Das bedeute eine Ausweitung der Zinsspanne um fast 40 Prozent.
"Die Zinseinnahmen der Banken steigen somit stärker als die Zinsaufwendungen", fasse Joel Tölgyes, Ökonom beim Momentum Institut, die Situation zusammen. Für die durch die hohe Inflation ohnehin geplagten Konsumenten würden die Kosten damit "stärker steigen als eigentlich notwendig". Die hohen Belastungen würden wiederum dazu führen, dass Haushalte mit staatlichen Zuwendungen gestützt werden müssten. (12.04.2023/alc/a/a)
Der Spalt zwischen Kredit- und Einlagenzinsen habe sich zu Ungunsten der Kunden massiv ausgeweitet.
Kreditzinsen für Bestandskunden seien nach einer Berechnung von Momentum im zweiten Halbjahr 2022 um 0,83 Prozentpunkte auf durchschnittlich 2,6 Prozent gestiegen. Indes seien die Einlagenzinsen auf einem sehr tiefen Niveau von nur 0,2 Prozent zu Jahresende geblieben, was einem minimalen Plus von rund 0,16 Prozentpunkten zum Juni entspreche.
Die Zinsspanne - also der Unterschied zwischen Zinsen, die man für einen Kredit zahle, und Zinsen, die man auf Einlagen erhalte - habe sich zulasten der Kunden stark ausgeweitet. Habe diese Differenz im Juni 2022 nur 1,68 Prozentpunkte betragen, hätten sich Kredite und Einlagen sechs Monate später schon um 2,35 Prozentpunkte unterschieden. Das bedeute eine Ausweitung der Zinsspanne um fast 40 Prozent.
"Die Zinseinnahmen der Banken steigen somit stärker als die Zinsaufwendungen", fasse Joel Tölgyes, Ökonom beim Momentum Institut, die Situation zusammen. Für die durch die hohe Inflation ohnehin geplagten Konsumenten würden die Kosten damit "stärker steigen als eigentlich notwendig". Die hohen Belastungen würden wiederum dazu führen, dass Haushalte mit staatlichen Zuwendungen gestützt werden müssten. (12.04.2023/alc/a/a)


