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Hochzinsanleihen: Wunsch trifft Wirklichkeit
14.11.18 10:30
Wolfgang Steubing AG
Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Die letzten Wochen waren an den Aktienmärkten durch starke Turbulenzen geprägt, so das Asset Management Team der Steubing AG.
Darüber sei in der Öffentlichkeit das Thema Anleihen ein bisschen aus dem Fokus gerückt. Aber auch hier hätten interessante Entwicklungen beobachtet werden können. Während Aktienemittenten die Marktentwicklungen mit großem Unbehagen betrachtet hätten, und sich selber für ihren Mut ein IPO zu wagen, auf die Schulter geklopft hätten - zumeist kurz bevor sie es dann doch hätten absagen müssen - seien die unruhigen Zeiten bei den Anleiheemittenten, insbesondere im Hochzinsbereich, noch nicht angekommen.
Im Hochzinsbereich möchte zumindest ein Teil der KMU - bevor die Stimmung an den Kapitalmärkten völlig umkippe - noch einmal Anleihen platzieren und zwar mit sehr niedrigen Kupons. Dabei werde von den Unternehmen die Spreadentwicklung in diesem Jahr völlig ausgeblendet. Die Mehrzahl möchte ohne ein verbessertes oder sogar ohne Rating den gleichen niedrigen Kupon wie vor einem Jahr aufrufen. Dabei habe sich der iTraxx xover um 3% und der iBoxx HY um mehr als 14% erhöht. Der iBoxx HY US sei von April 2018 bis November 2018 gar um mehr als 36% gestiegen. Generell keine guten Voraussetzungen für den Anleihenmarkt Ende des Jahres 2018. Wenn die Welt verrückt spiele, verlange der Markt eben eine höhere Risikoentlohnung. Handelskriege, vorangetrieben durch amerikanischen Protektionismus, die Angst vor dem Auseinanderbrechen der EU mit all seinen Konsequenzen, der wie auch immer ausgestaltete Brexit und die nicht nachhaltige risikoreiche Haushaltspolitik der italienischen Regierung, seien die Auslöser dieser Unsicherheit.
Diese Marktsituation scheine bei Anleiheemittenten aus dem KMU-Segment wohl noch nicht gekommen zu sein. Ansonsten ließe sich nicht erklären, wie Unternehmen Kupons zwischen 4% und 5% anbieten würden. Ende Oktober habe der Autozulieferer paragon eine Anleihe abblasen müssen, die einen Kupon zwischen 4,25% und 4,75% angeboten habe. "Die Konditionen der Anleihe hätten ziemlich genau jener Anleihe entsprochen, die paragon problemlos im Sommer 2017 hatte platzieren können. Und paragon hat mit der Tochtergesellschaft eine E-Auto-Story zu bieten und keine schlechteren Verschuldungsrelationen" (FAZ, Dr. Martin Hock, 24.10.2018). Auf den ersten Blick sehe es also so aus, als wenn alles gleich geblieben wäre. Dabei werde aber häufig vergessen, dass sich aufgrund von exogenen Einflüssen die Spreads drastisch erhöht hätten und die Investoren die höhere Risikoentlohnung einfordern würden.
Überraschenderweise habe Anfang November der Autozulieferer NZWL eine Privatplatzierung in Höhe von EUR 12,5 Mio. vollständig und vorzeitig durchführen können. Es sei eine aus mehreren Gründen gewagte Anleihe gewesen. Die Anleihe habe im Gegensatz zu den Vorgängeranleihen einen Kupon von 6,5% geboten - die Vorgängeranleihen seien entweder mit 7,25% oder 7,5% verzinst gewesen. Zusätzlich habe diesmal kein Umtauschangebot der Altanleihen existiert, sodass sich der Verschuldungsgrad habe erhöhen müssen. Zusätzlich habe NZWL immer noch mit regionalen Risiken zu kämpfen, da die emittierten Anleihen zum Ausbau des Chinageschäfts genutzt worden und würden. Zusammen mit der generellen Spreadentwicklung eigentlich ein Schierlingsbecher für die Privatplatzierung. Dennoch sei sie gelungen.
Es bleibe festzuhalten: Die Entwicklung der Spreads werde es dem Markt für Hochzinsanleihen nicht einfach machen, sich weiter zu entwickeln. Ob das letztendlich schon bei allen potenziellen Emittenten angekommen sei, erscheine fraglich. Die die Analysten der Wolfgang Steubing AG würden daraus resultierend für den High Yield Markt - zumindest in der ersten Jahreshälfte 2019 - höhere Kupons oder deutlich weniger Emissionen prognostizieren. (14.11.2018/alc/a/a)
Darüber sei in der Öffentlichkeit das Thema Anleihen ein bisschen aus dem Fokus gerückt. Aber auch hier hätten interessante Entwicklungen beobachtet werden können. Während Aktienemittenten die Marktentwicklungen mit großem Unbehagen betrachtet hätten, und sich selber für ihren Mut ein IPO zu wagen, auf die Schulter geklopft hätten - zumeist kurz bevor sie es dann doch hätten absagen müssen - seien die unruhigen Zeiten bei den Anleiheemittenten, insbesondere im Hochzinsbereich, noch nicht angekommen.
Diese Marktsituation scheine bei Anleiheemittenten aus dem KMU-Segment wohl noch nicht gekommen zu sein. Ansonsten ließe sich nicht erklären, wie Unternehmen Kupons zwischen 4% und 5% anbieten würden. Ende Oktober habe der Autozulieferer paragon eine Anleihe abblasen müssen, die einen Kupon zwischen 4,25% und 4,75% angeboten habe. "Die Konditionen der Anleihe hätten ziemlich genau jener Anleihe entsprochen, die paragon problemlos im Sommer 2017 hatte platzieren können. Und paragon hat mit der Tochtergesellschaft eine E-Auto-Story zu bieten und keine schlechteren Verschuldungsrelationen" (FAZ, Dr. Martin Hock, 24.10.2018). Auf den ersten Blick sehe es also so aus, als wenn alles gleich geblieben wäre. Dabei werde aber häufig vergessen, dass sich aufgrund von exogenen Einflüssen die Spreads drastisch erhöht hätten und die Investoren die höhere Risikoentlohnung einfordern würden.
Überraschenderweise habe Anfang November der Autozulieferer NZWL eine Privatplatzierung in Höhe von EUR 12,5 Mio. vollständig und vorzeitig durchführen können. Es sei eine aus mehreren Gründen gewagte Anleihe gewesen. Die Anleihe habe im Gegensatz zu den Vorgängeranleihen einen Kupon von 6,5% geboten - die Vorgängeranleihen seien entweder mit 7,25% oder 7,5% verzinst gewesen. Zusätzlich habe diesmal kein Umtauschangebot der Altanleihen existiert, sodass sich der Verschuldungsgrad habe erhöhen müssen. Zusätzlich habe NZWL immer noch mit regionalen Risiken zu kämpfen, da die emittierten Anleihen zum Ausbau des Chinageschäfts genutzt worden und würden. Zusammen mit der generellen Spreadentwicklung eigentlich ein Schierlingsbecher für die Privatplatzierung. Dennoch sei sie gelungen.
Es bleibe festzuhalten: Die Entwicklung der Spreads werde es dem Markt für Hochzinsanleihen nicht einfach machen, sich weiter zu entwickeln. Ob das letztendlich schon bei allen potenziellen Emittenten angekommen sei, erscheine fraglich. Die die Analysten der Wolfgang Steubing AG würden daraus resultierend für den High Yield Markt - zumindest in der ersten Jahreshälfte 2019 - höhere Kupons oder deutlich weniger Emissionen prognostizieren. (14.11.2018/alc/a/a)


