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Hilfspakete decken Shutdown-Periode von zwei bis drei Monaten ab


30.03.20 12:15
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich, gibt eine aktuelle Markteinschätzung ab.

Das Coronavirus bestimme unverändert die Finanzmärkte entscheidend. Daher sei ein Blick auf die Entwicklungen wichtig. Die Ausbreitungsdynamik von Covid-19 beginne sich nach China und Südkorea jetzt auch im bisher am stärksten betroffenen Italien leicht abzuschwächen. Die Geschwindigkeit von Neuinfektionen nehme ab und Italiens Kurve nähere sich der Kurve von China an. Die USA würden aber vorerst noch eine Black Box bleiben. Hier seien die gemeldeten Zahlen vorerst noch nicht aussagekräftig, da umfangreiche Tests erst jetzt massiv anlaufen würden. Die kommenden Tage würden dann ein realistischeres Bild der Situation in den USA zeigen und die Finanzmärkte entsprechend beeinflussen.

Zumindest sei die Reaktion der Finanzmärkte auf die katastrophalen und über den Erwartungen liegenden Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in den USA ein positives markttechnisches Zeichen gewesen, aber vorerst nicht mehr. Die Hilfspakte der Regierungen und Notenbanken lägen mittlerweile in einer Größenordnung von 10 bis 15 Prozent des jährlichen BIP. Damit sei eine Shutdown-Periode von zwei bis drei Monaten abgedeckt. Wenn sich eine Lockerung der Shutdowns schon früher abzeichne, dann sei mit einer schnellen und kräftigen Erholung zu rechnen. Der Grund dafür seien die massiven Liquiditätsspritzen, die dem System in diesem positiven Szenario sehr viel Energie zuführen würden.

Die Aktienmärkte weltweit hätten derzeit rund zwei Monate Shutdown eingepreist. Dementsprechend würden Abweichungen von diesem Fahrplan zu entsprechenden Auf- oder Abwärtsbewegungen führen. Langfristig werde auch bei einer positiven Entwicklung der Pandemie zumindest in einigen Sektoren mit länger anhaltenden strukturellen Schäden zu rechnen sein. Und bei den Kreditmärkten müssten das Investment-Grade-Segment und das High-Yield-Segment separat betrachtet werden. Die von der US-Notenbank angekündigten Käufe von Investment-Grade-Unternehmensanleihen würden hier für bessere Aussichten und eine erhöhte Marktliquidität im Vergleich zum Bereich High Yield sorgen. Wenn die Covid-19-Thematik nicht eskaliere und der aktuelle monetäre und fiskalpolitische Feldzug gegen die Folgen der Epidemie erfolgreich sein werde, bestehe die berechtigte Hoffnung, dass die bisher massiven Kursrückgänge im Anlagejahr 2020 ein gutes Stück weit wieder aufgeholt würden. (30.03.2020/alc/a/a)