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Heute im Fokus: Fed-Sitzungsprotokoll


09.04.25 08:37
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Handelsstreit der USA mit dem Rest der Welt (außer Russland) ist nach wie vor das dominierende Thema an den Märkten und die weitere Eskalation im Konflikt mit China sorgt für neue Verunsicherung, so die Analysten der Helaba.

China habe sich geweigert, die 34%igen Gegenzölle aufzuheben, und so habe Donald Trump zusätzliche Zölle in Höhe von 50% auf chinesische Produkte verhängt, die seit heute Morgen wirksam seien. Der Zollsatz belaufe sich somit auf insgesamt 104%. Die zaghafte Erholung der Aktienbörsen sei daher zum Erliegen gekommen.

Der Datenkalender habe heute nur Reden von Notenbankvertretern beiderseits des Atlantiks sowie das Sitzungsprotokoll des FOMC-Meetings zu bieten. Bisherige Äußerungen von EZB-Vertretern hätten zumeist zur Vorsicht gemahnt und hervorgehoben, dass der Effekt auf das Preisniveau in der Eurozone auch von den Reaktionen auf die US-Zölle abhänge. Ohne Spirale aus Zöllen und Gegenzöllen könnten sich sogar inflationsdämpfende Effekte ergeben, zumal die konjunkturellen Perspektiven zweifellos getrübt seien. Anders stelle sich die Situation in den USA dar: Hier würden die Zölle die Verkaufspreise tendenziell erhöhen, und damit nähmen die Sorgen der Fed-Vertreter wieder zu, dass der Disinflationsprozess beendet sein könnte. Sogar eine Inflationswelle wie 2021/22 werde von FOMC-Mitgliedern als eine Möglichkeit erachtet.

Es habe in den Reden bisher eine abwartende Haltung dominiert, um die Effekte auf Wachstum und Inflation besser abschätzen zu können. Währenddessen seien sich die Marktteilnehmer recht einig, dass es im Jahresverlauf eine deutliche Lockerung der US-Zinspolitik geben werde. Weiterhin seien fast vier Zinsschritte bis zum Jahresende eskomptiert. Das FOMC-Sitzungsprotokoll werde am Abend darüber Aufschluss geben, inwieweit die Fed-interne Diskussion zum Thema Inflationsrisiken aufgrund der Zollpolitik gediehen sei. (09.04.2025/alc/a/a)