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Heimvorteil für britische Anleihen


14.12.17 11:20
M&G Investments

London (www.anleihencheck.de) - Bei allem Wirbel um den Brexit und seine Auswirkungen auf die Anleihemärkte sollte man nicht übersehen, dass Anleihen britischer Unternehmen gegenüber solchen von europäischen Emittenten einen großen Vorteil haben, so Richard Woolnough von M&G Investments.

Ihre Kurse seien nicht durch Zentralbankmaßnahmen der EZB verzerrt. Woolnough sehe die Entwicklung der Kurse von Unternehmensanleihen aus dem Euroraum kritisch. Durch das Aufkaufprogramm der EZB würden diese stark beeinflusst. Er bevorzuge darum für den von ihm gemanagten M&G Optimal Income Fund zurzeit Unternehmensanleihen in Britischen Pfund, vor allem mit Investment-Grade-Rating. "Die quantitativen Lockerungsmaßnahmen der EZB haben zu einer enormen Verzerrung des Marktes für Unternehmensanleihen geführt", so der Experte. Bei Anleihen in Britischen Pfund gäbe es dieses Phänomen inzwischen nicht mehr, daher würden Woolnough und sein Team heimische Unternehmensanleihen für attraktiver halten. Als weiteres Argument für britische Unternehmenspapiere nenne er außerdem deren relativ schwache Entwicklung in den letzten Monaten.

Beim Kauf von Staatanleihen favorisiere Woolnough für seinen Fonds hingegen französische Titel; bei deutschen Bundesanleihen halte er sich zurück. "Interessant sind auch Staatspapiere aus den Peripherieländern der Eurozone, insbesondere aus Spanien, weil dieses Segment im Vergleich zu EUR-Unternehmensanleihen historisch günstig bleibt", begründe er seine Entscheidung. Hochzinsanleihen sehe Woolnough aktuell eher vorsichtig und habe deren Anteil in seinem Portfolio daher auf nur noch knapp 13 Prozent gesenkt - einen neuen Tiefstand. Besonders bei Titeln von TMT-Unternehmen und Kabelnetzwerkbetreibern sei er skeptisch, weil diese zurzeit durch die zunehmenden Probleme des internationalen Kabel- und Telekommunikationskonzerns Altice gedrückt würden. (14.12.2017/alc/a/a)