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Grüne Anleihen doppelt wirksam - für Performance UND Umwelt
30.04.24 12:15
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Anahi Machado Tironi, Rentenfondsmanagerin bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM), erläutert die Vorteile und Herausforderungen grüner Anleihen.
Der Markt für festverzinsliche Anlagen könne den Wandel hin zu Net Zero erleichtern und dabei Wirkung und finanzielle Outperformance zugleich erzielen. Damit diese "Wirkung" keine vage Idee bleibe, müsse sie konkret, greifbar und messbar sein. Die Experten würden daher grüne Anleihen (Green Bonds) zur Finanzierung von Projekten mit direkter positiver Klimawirkung nutzen. Aber sie würden noch weiter gehen und auch Emittenten berücksichtigen, die bei der Reduzierung von Emissionen eine Vorreiterrolle spielen könnten. Dabei würden die Experten das Euro-Investmentgrade-(EUR-IG)-Segment bevorzugen, wo Anleihen von Unternehmen mit starken Bilanzen mit attraktiven realen Renditen aufwarten würden.
Im Kampf gegen den Klimawandel seien Unternehmen in der Führungsrolle. Fast ein Viertel aller von Unternehmen begebenen neuen EUR-IG-Anleihen seien mit ESG-Siegeln versehen. Staatliche Emittenten würden dagegen kontinuierlich hinter den (ohnehin schon niedrigen) Erwartungen des Marktes zurückbleiben: Nur etwa 1% aller ausstehenden Anleihen trage ein grünes Label. Supranationale Emittenten würden dies nur teilweise kompensieren.
Mit ihrem positiven Einfluss auf die Umwelt würden grüne Anleihen eine Erfolgsgeschichte schreiben, und das würden sie auch in Zukunft tun. Für Höhe und Art der erforderlichen Investitionen würden grüne Anleihen jedoch längst nicht ausreichen: Notwendig seien jedes Jahr fünf- bis zehnmal mehr Investitionen als es Anleihe-Emissionen gebe. Diese Investitionen müssten zudem sowohl in die Dekarbonisierung als auch in neue Technologien von Unternehmen fließen, die aufgrund ihrer Größe, Bilanzkapazität oder ihres Tätigkeitsprofils für grüne Anleihen nicht in Frage kommen würden.
Die Ausweitung des Universums der in Frage kommenden Anleihen auf verhaltensbasierte Anleihen (Sustainability-linked Bonds) mit glaubwürdigen Umwelt-KPIs sowie auf Vorreiter und Wegbereiter bei der Dekarbonisierung könne diese Anforderung etwas abmildern. Mit einer solchen Ausweitung sei mehr Diversifizierung im Portfolio möglich; Verzerrungen würden sich besser vermeiden lassen.
Die Experten hätten etwa 150 Emittenten im Portfolio, darunter typische Green-Bond-Emittenten wie die EU, KfW, Orsted und Banco BPM, aber auch nachhaltigkeitsbezogene Anleihen von Enel, britischen Flughäfen und Automobilzulieferern. "Herausforderer" wiederum seien in Sektoren mit hohen Emissionen tätig, Wegbereiter wie DSM oder Signify könnten anderen die Dekarbonisierung ermöglichen.
Die Bereitschaft zu ESG-Investitionen ist im Euroraum höher sind als jenseits des Atlantiks, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Die Sektorkonzentration sei nach wie vor hoch am Markt für grüne Anleihen, habe sich aber etwas verbessert. Erfreulicherweise würden Emittenten mit gut strukturierten Rahmenwerken für grüne Anleihen auf den Markt kommen, die, wenn möglich, die technischen Screening-Kriterien der EU-Taxonomie integrieren würden. Die Emissionsvolumina von Nachhaltigkeitsanleihen würden allerdings zurückgehen, da einige Anleger aufgrund des opportunistischen Verhaltens einiger weniger Emittenten genau hinschauen würden. Entscheidend sei es daher, jede einzelne Art von Instrument auf ihr Anspruchsniveau und ihre Klimaauswirkungen hin zu bewerten.
Die Chancen von Nachhaltigkeitsanleihen bestünden weiterhin. Bleibe zu hoffen, dass eine gewisse Standardisierung und mehr Transparenz diesen Markt bald wiederbeleben würden. Das Umfeld sei günstig: Insgesamt würden die Experten ein starkes Jahr 2024 für die Anleihenmärkte erwarten, mit mehr Zinssenkungen als derzeit eingepreist. (30.04.2024/alc/a/a)
Der Markt für festverzinsliche Anlagen könne den Wandel hin zu Net Zero erleichtern und dabei Wirkung und finanzielle Outperformance zugleich erzielen. Damit diese "Wirkung" keine vage Idee bleibe, müsse sie konkret, greifbar und messbar sein. Die Experten würden daher grüne Anleihen (Green Bonds) zur Finanzierung von Projekten mit direkter positiver Klimawirkung nutzen. Aber sie würden noch weiter gehen und auch Emittenten berücksichtigen, die bei der Reduzierung von Emissionen eine Vorreiterrolle spielen könnten. Dabei würden die Experten das Euro-Investmentgrade-(EUR-IG)-Segment bevorzugen, wo Anleihen von Unternehmen mit starken Bilanzen mit attraktiven realen Renditen aufwarten würden.
Im Kampf gegen den Klimawandel seien Unternehmen in der Führungsrolle. Fast ein Viertel aller von Unternehmen begebenen neuen EUR-IG-Anleihen seien mit ESG-Siegeln versehen. Staatliche Emittenten würden dagegen kontinuierlich hinter den (ohnehin schon niedrigen) Erwartungen des Marktes zurückbleiben: Nur etwa 1% aller ausstehenden Anleihen trage ein grünes Label. Supranationale Emittenten würden dies nur teilweise kompensieren.
Die Ausweitung des Universums der in Frage kommenden Anleihen auf verhaltensbasierte Anleihen (Sustainability-linked Bonds) mit glaubwürdigen Umwelt-KPIs sowie auf Vorreiter und Wegbereiter bei der Dekarbonisierung könne diese Anforderung etwas abmildern. Mit einer solchen Ausweitung sei mehr Diversifizierung im Portfolio möglich; Verzerrungen würden sich besser vermeiden lassen.
Die Experten hätten etwa 150 Emittenten im Portfolio, darunter typische Green-Bond-Emittenten wie die EU, KfW, Orsted und Banco BPM, aber auch nachhaltigkeitsbezogene Anleihen von Enel, britischen Flughäfen und Automobilzulieferern. "Herausforderer" wiederum seien in Sektoren mit hohen Emissionen tätig, Wegbereiter wie DSM oder Signify könnten anderen die Dekarbonisierung ermöglichen.
Die Bereitschaft zu ESG-Investitionen ist im Euroraum höher sind als jenseits des Atlantiks, so die Experten von Degroof Petercam Asset Management. Die Sektorkonzentration sei nach wie vor hoch am Markt für grüne Anleihen, habe sich aber etwas verbessert. Erfreulicherweise würden Emittenten mit gut strukturierten Rahmenwerken für grüne Anleihen auf den Markt kommen, die, wenn möglich, die technischen Screening-Kriterien der EU-Taxonomie integrieren würden. Die Emissionsvolumina von Nachhaltigkeitsanleihen würden allerdings zurückgehen, da einige Anleger aufgrund des opportunistischen Verhaltens einiger weniger Emittenten genau hinschauen würden. Entscheidend sei es daher, jede einzelne Art von Instrument auf ihr Anspruchsniveau und ihre Klimaauswirkungen hin zu bewerten.
Die Chancen von Nachhaltigkeitsanleihen bestünden weiterhin. Bleibe zu hoffen, dass eine gewisse Standardisierung und mehr Transparenz diesen Markt bald wiederbeleben würden. Das Umfeld sei günstig: Insgesamt würden die Experten ein starkes Jahr 2024 für die Anleihenmärkte erwarten, mit mehr Zinssenkungen als derzeit eingepreist. (30.04.2024/alc/a/a)


