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Green Bonds: EU-Taxonomie läutet Kulturwandel ein


16.12.20 16:00
NN Investment Partners

Den Haag (www.anleihencheck.de) - Laut NN IP haben grüne bzw. nachhaltige Investment-Lösungen während der Corona-Pandemie kontinuierlich zugenommen und ihre Anpassungsfähigkeit im herausfordernden Jahr 2020 unter Beweis gestellt, so die Experten von NN Investment Partners (NN IP).

In der Vergangenheit seien grüne Investments recht intransparent gewesen, was zu einer Zunahme verschiedener nachhaltiger Labels und Greenwashing geführt habe. Doch eine Lösung sei in Sicht.

NN IP sei überzeugt, dass die bevorstehende Implementierung der EU-Taxonomie und des EU Green Bond Standard ein Meilenstein sei, der sich nachhaltig positiv auf die Integrität und Transparenz des europäischen Green-Bonds-Marktes auswirken werde und als Blaupause für die Regulierung in anderen Ländern dienen solle. Mit klareren Definitionen für nachhaltige und grüne Aktivitäten werde sich der Markt an Kriterien halten und eine eindeutige Ausgangslage für die Marktteilnehmer schaffen. Asset Manager müssten ihre Portfolio-Ausrichtung an der EU-Taxonomie bis zum 1. Januar 2022 nachweisen, für Emittenten gelte als Frist das Jahresende 2022.

Jovita Razauskaite, Portfoliomanagerin Green Bond bei NN Investment Partners (NN IP), sage: "Wir werden ab einem bestimmten Zeitpunkt - insbesondere nach Ablauf der Anpassungsfrist - bei Emittenten, die in der EU ansässig oder tätig sind, ungenügende Daten für den Nachweis der Anpassung an die EU-Taxonomie nicht mehr akzeptieren." Die Analysten und Portfoliomanager von NN IP würden bereits heute sorgfältig sowohl die Projekte überprüfen, die eine Anleihe finanziere, als auch die Unternehmen selbst, indem sie sowohl quantitative als auch qualitative Indikatoren bewerten würden. "Wir verlassen uns nie allein auf das grüne Label einer Anleihe und externe Daten, sondern verfügen über einen eigenen bewährten Bewertungsprozess. Die neuen Taxonomie-Kriterien sind eine großartige Ergänzung zu unseren bereits umfassenden technischen Spezifikationen für die Branche", so Razauskaite.

"Die Taxonomie wird einen Kulturwandel in der Branche bewirken", davon sei Razauskaite überzeugt. Zwar ändere die Einführung der EU-Taxonomie weder die Strategie noch den Investitionsprozess für Green-Bonds-Fonds zwingend und Fondsmanager würden weiterhin ihre eigenen Richtlinien für grüne Anleihen verfolgen können, unabhängig davon, ob diese strengere oder weniger strenge Schwellenwerte als die EU-Taxonomie aufweisen würden. Jedoch liefere sie klarere Definitionen von nachhaltigen und grünen Aktivitäten für ein breiteres Spektrum an Wirtschaftsaktivitäten mit relevanten Kriterien und schaffe damit eine eindeutige und einheitliche Ausgangsbasis für die Marktteilnehmer. Dies werde zu einer stärkeren Selbstregulierung innerhalb der Branche führen, da sich Investoren und Emittenten von grünen Anleihen an diesem höheren Standard messen lassen müssten.

Was die langfristige Wirkung angehe, sei NN IP zuversichtlich, dass die EU-Taxonomie und der Green Bond Standard einen positiven Einfluss auf den Markt für grüne Anleihen haben würden, indem sie zur weiteren Standardisierung und Professionalisierung dieses schnell wachsenden Fixed-Income-Segments beitragen würden. Investoren würden eine zunehmend transparente und detaillierte Übersicht darüber erhalten, in was sie investieren würden. Sie würden in die Lage versetzt, fundierter Entscheidungen zu treffen, die auf mehr als nur finanziellen Parametern basieren würden. Auch für die Emittenten werde die Messlatte höher gelegt. Portfoliomanagerin Razauskaite sei sicher: "Die neuen Vorschriften läuten ein Jahrzehnt ein, das ein Wendepunkt für den Klimaschutz sein könnte, wobei Europa mit seinem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu sein, eine Vorreiterrolle spielt." (16.12.2020/alc/a/a)