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Green Bonds: Anlageklasse im Trend


31.03.20 11:15
ETHENEA

Munsbach (www.anleihencheck.de) - Die Zahlen zeigen: Green Bonds liegen im Trend, so die Experten von ETHENEA.

400 Milliarden US-Dollar seien die im Barclays MSCI Green Bond Index enthaltenen Anleihen heute wert. Damit würden sie ein Wachstumsplus von ungefähr 150 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Bereits seit Jahren halte die Nachfrage nach grünen Anleihen an.

Für Dr. Volker Schmidt, Senior Portfolio Manager bei ETHENEA Independent Investors S.A., sei diese Entwicklung einfach zu erklären: "Die Besonderheit dieser Anleihen ist, dass die damit aufgenommenen Gelder in klimafreundliche Projekte fließen. In Zeiten des Klimawandels spricht das viele Investoren an, die ihren Teil zu einer nachhaltigeren Umwelt beitragen wollen."

In Anbetracht der steigenden Nachfrage sei es umso wichtiger, dass die letzten Schönheitsfehler der Green Bonds schnell beseitigt würden, so Schmidt. Er gebe zu bedenken: "Bei den Emittenten handelt es sich um Staaten und Unternehmen, die nicht zwingend "grün" sein müssen. Zudem gibt es noch kein einheitliches Regelwerk, wie bei ähnlichen Finanzprodukten üblich." Für Letzteres seien bereits erste Schritte eingeleitet worden: Die International Capital Market Association (ICMA) habe mit den Green Bond Principles (GBP) Richtlinien verfasst, mit denen eine Vereinheitlichung vorangetrieben werden solle. Dabei handle es sich um freiwillige Prinzipien, die die Verwendung der Emissionserlöse, den Prozess der Projektauswahl, die Verwaltung der Mittel sowie die Berichterstattung über deren Verwendung betreffen würden.

"Darüber hinaus wird empfohlen, externe Prüfer hinzuzuziehen. Diese sollen die Einhaltung der gewählten Leitlinien regelmäßig und unabhängig überprüfen. Mittlerweile haben sich auch Spezialisten etabliert, die eine Zertifizierung der Green Bond-Emission durchführen oder aber sogar ein Green Bond-Rating vergeben", berichte Dr. Schmidt. Auch die Europäische Kommission arbeite an einem EU Green Bond Standard für grüne Anleihen und habe ihren so genannten Usability Guide vor kurzem veröffentlicht. "Damit möchte sie verhindern, dass die bis dato mangelnde Vereinheitlichung zu einer Aushöhlung der mit den Green Bonds verbundenen Ziele - auch als "greenwashing" bezeichnet - führt. Die Kommission reagiert damit auf die Tatsache, dass sich heute noch manche Emittenten grüner und klimafreundlicher darstellen als sie es sind", sage Schmidt.

Die Motivation für den Kauf von Green Bonds beruhe eindeutig auf dem Wunsch, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. "Green Bonds unterscheiden sich von herkömmlichen Anleihen aktuell weder durch die Rendite noch die Ausfallrate - aber bieten die Gelegenheit, klimafreundliche Projekte zu unterstützen, und leisten somit einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel", schließe Schmidt. (31.03.2020/alc/a/a)