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Globale Finanzmärkte: Extrem niedrige Rentenrenditen


22.12.14 10:22
fairesearch

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Zwei Jahre hält die gegenwärtige Phase an den globalen Finanzmärkten und der Weltkonjunktur schon an, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Sie sei gezeichnet durch eine ultra-expansive Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken und einem enttäuschend schleppenden Konjunkturverlauf, der in keiner bedeutenden Volkswirtschaft das Qualitätsmerkmal "selbsttragend" verdiene. Die BIZ weise aber darauf hin, dass diese Geldpolitik und Wirtschaftsverlauf von einem gefährlichen Symptom gekennzeichnet sei.

Die Aktienmärkte würden haussieren, die Spreads hoch rentierlicher Unternehmensanleihen würden schrumpfen und lang laufende Staatsanleihen würden kaum noch eine Rendite bieten. ZIRP und jetzt sogar NIRP (negative interest rate policy) sowie QE würden in erster Linie den Finanzmärkten zu gute kommen. Die BoJ und die EZB (letztere um 1 Billion EUR) möchten QE sogar noch erheblich ausweiten.

Ja wie lange sei denn noch Weihnachten an den Börsen, halte denn die expansive Geldpolitik ewig an? Vorsicht, die BIZ halte die Lage der Weltwirtschaft angesichts der globalen Schuldenlast für vielleicht noch fragiler als 2007 und fordere eine Wende in der Geld- und Finanzpolitik. Die Volatilität an den Märkten stehe in keinem Verhältnis mehr zu ihren Anlässen. Die umfangreichen Geldspritzen der Notenbanken würden die Anleger und Disponenten auf der Suche nach Renditen in immer riskantere Anlagen treiben. Mit immer gigantischeren Summen würden die Märkte überschwemmt.

Die Kurse an den Aktien- und Rentenmärkten seien bereits über ein Niveau gestiegen, das aus fundamentaler Sicht gerechtfertigt wäre. Die Konjunkturaussichten seien keineswegs so günstig, wie es die Aktienmärkte vorgaukeln würden. Die Rentenrenditen seien extrem niedrig, aber es gebe noch andere Arten von Inflation als die Konsumentenpreise. Die gesunkenen Energiepreise würden wie ein sehr umfangreiches Konjunkturförderungsprogramm wirken, welches die Preise schnell wieder ansteigen lassen könnte. Eine Lösung des Problems der Überschuldung der Staatshaushalte sei nicht in Sicht. Vorsicht sei angebracht. (Ausgabe vom 21.12.2014) (22.12.2014/alc/a/a)