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Global High Yield: Sinkende Renditen?
28.08.17 12:15
Aviva Investors
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Globale Hochzinsanleihen gehörten zu den stärkeren Assetklassen im bisherigen Jahresverlauf, so Kevin Mathews, Head of Global High Yield bei Aviva Investors.
Doch wo könnten Investoren bei zunehmend sinkenden Spreads noch attraktive Werte finden?
High-Yield-Anleihen würden weiterhin eine starke Nachfrage genießen, da Investoren die Märkte nach wettbewerbsfähigen Renditen durchkämmen würden. Während diese Situation einige der attraktivsten Renditen auf den diesjährigen Anleihemärkten hervorgebracht habe, würden zunehmend Fragezeichen über die Nachhaltigkeit dieser Rally auftauchen, zumal die Zentralbanken die expansive Geldpolitik zurückschrauben würden.
Globale Hochzinsanleihen hätten bisher ein gutes Jahr gehabt, das mit einer US-Dollar-Rendite von 6,2 Prozent viel besser ausgefallen sei, als viele Investoren erwartet hätten. Die Experten von Aviva Investors glauben jedoch, dass diese Art von Spread-Einengung und Gesamtrendite für den Rest des Jahres unwahrscheinlich ist.
Während es aufgrund der derzeitigen Renditelage schwierig sei Prognosen aufzustellen, sei eine Gesamtrendite zwischen einem und drei Prozent über die nächsten zwölf Monaten vorstellbar. In den kommenden Monaten könnte es zwar zu einer Korrektur kommen. Da die Experten von Aviva Investors jedoch mögen, was aktuell aus der Perspektive der Makroökonomie und der Erträge zu sehen ist, stellt dies aus ihrer Sicht eine Kaufgelegenheit dar.
Ebenso wichtig sei, dass die Experten nicht von einer aggressiven Zinsanhebung seitens der FED und der EZB ausgehen würden. Während der langfristige Trend für einen Zinsanstieg spreche, würden sie glauben, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis dieser ein schädigendes Niveau für die Anleihekurse erreichen werde. Das sei kein Szenario, für das sich die Experten aktuell positionieren würden. Die wichtigste Konsequenz aus dem aktuellen Bewertungsreichtum für sie sei die Notwendigkeit, noch differenzierter zu sein.
Bisher habe es wenig Anzeichen für ein so genanntes Taper-Tantrum, sprich eine heftige Reaktion der Anleihemärkte auf eine Zinsanhebung, gegeben. Der Markt sei bislang kaum vor Kommentaren der EZB und der FED bezüglich eines Taperings zurückgewichen. Unsere Zins-Spezialisten glauben, dass die FED nicht vor dem nächsten Jahr anfängt ihre Bilanzen zu reduzieren; und wenn sie es tut, wird es stufenweise geschehen, so die Experten von Aviva Investors. Zudem sollte man nicht vergessen, dass die FED eher Staats- und Agenturanleihen besitze, und weniger Kredite. Das bedeute, dass eine Bilanzreduktion, außer aus einer Zinsperspektive, wahrscheinlich keine direkten Auswirkungen hätte. Wenn überhaupt, würden die Zinsen nach dem scharfen Rendite-Anstieg Ende Juni jetzt wieder tiefer tendieren.
In Europa sei die Situation etwas anders, da die EZB die Kreditprodukte im Rahmen ihrer quantitativen Lockerung kaufe und die Zinsen auch viel niedriger seien. Wenn die EZB also beginne, Vermögenswerte zu verkaufen, werde es mehr Auswirkungen auf den Kreditmarkt haben - obwohl zugegebenermaßen nicht so viel im High-Yield-Segment, da alle Käufe auf dem Investment-Grade-Markt getätigt worden seien. Die EZB sei auch weiter weg vom Tapering, da sie erst noch anfangen müsse, die Zinsen anzuheben.
Wir glauben nicht, dass wir in Europa ein Tapering sehen werden, bevor die EZB beginnt, die Raten zu erhöhen - was noch einige Monaten dauern kann, so die Experten von Aviva Investors. Die Vermutung der Experten sei, dass dies nicht bis Ende 2018 oder Anfang 2019 passieren werde. Wenn es passiere, würden sie erwarten, dass die Auswirkungen gering sein würden.
In dieser Hinsicht sind die Experten von Aviva Investors relativ neutral, mit einer leichten Vorliebe für die USA. Ihre leichte Übergewichtung beim Sterling gegenüber dem Euro habe mehr mit der Kreditauswahl zu tun. Sie würden dazu neigen, die Dinge sowohl auf einer absoluten als auch auf einer abgesicherten Basis zu betrachten, und auf einer absoluten Basis erscheine ihnen derzeit das Pfund Sterling und die USA attraktiver. Europa habe viel niedrigere Erträge, aber die Spreads seien ziemlich vergleichbar.
Die Experten hätten in diesem Jahr ihre Gewichtung im Energie-Sektor erhöht, wenn auch in ziemlich konservativen Teilsektoren wie Raffination, Pipelines und Exploration. Sie seien untergewichtet bei Ölfeld-Dienstleistungen, da dies der Bereich sei, der am stärksten beeinträchtigt werde, wenn die Ölpreise sinken würden. Dies sei sicherlich ein Risiko bei dem zunehmenden Einfluss der Schieferproduzenten.
Wenn wir in Energie investieren, wollen wir Kredite, die auch überleben, wenn die Ölpreise bis in den hohen 30er US-Dollar-Bereich pro Barrel fallen sollten, so die Experten von Aviva Investors. Wenn die Ölpreise also schwächeln würden, sollte man nur begrenzt oder gar nicht in notleidende Kredite investiert sein. Wären die Experten der Ansicht gewesen, dass die Ölpreise steigen würden, wären sie jetzt aggressiver positioniert. Sollten die Ölpreise doch haussieren, würden die Experten profitieren, aber nicht in dem Umfang wie der breite Markt.
Bezüglich der Kreditqualität bevorzugen die Experten von Aviva Investors Anleihen mit B-Rating, da BBs empfindlicher auf Zinserhöhungen reagieren und sich wahrscheinlich unterdurchschnittlich entwickeln werden, wenn die Zentralbanken die Zinsen anheben. Auch wenn die Experten gegenüber dem CCC-Sektor neutral eingestellt seien, fänden sie hier die idiosynkratischsten Kaufgelegenheiten.
Bei den Sektoren bevorzugen die Experten von Aviva Investors Gesundheit, Metalle und Bergbau, Technologie und Freizeit. Untergewichtet seien sie bei Festnetzen, Automobil, Banken und Ölfeld-Dienstleistungen. Selbst dann basiere ihre Positionierung mehr auf Kreditauswahl als auf einer bindenden Gewichtung. Bei Metallen und Bergbau würden sie sich auf Edelmetalle fokussieren. Sie würden in preisgünstige Produzenten investieren, die die Fähigkeit hätten, schwächeren Kursen zu trotzen.
Im Gesundheitswesen, das die Experten seit vielen Jahren übergewichten würden, würden sie nicht glauben, dass der Sektor negativ durch die Gefahr einer Abschaffung von Obamacare in den USA beeinflusst werde. Die Experten würden denken, dass es ein hartes Stück Arbeit für die Trump-Regierung sei, dieses Gesetz zu ändern oder zu ersetzen. Die Verabschiedung von Obamacare sei für die Unternehmen im Gesundheitswesen von Vorteil gewesen, weil es mehr Menschen mit einer Krankenversicherung abgedeckt habe.
Eine Möglichkeit wäre, auf die Marktkorrektur zu warten, die für die kommenden Monate wahrscheinlich sei, bevor Investitionsentscheidungen getroffen würden. Eine andere Strategie wäre es, Assets tröpfchenweise mithilfe des Pfund-Durchschnittskosteneffekts in den Markt zu führen, bevor mit einer größeren Allokation gestartet werde, sobald ein Ausverkauf beginne. Jedoch glauben die Experten von Aviva Investors, dass ein solcher Ausverkauf nicht wahrscheinlich ist, angesichts der ziemlich gesunden fundamentalen und technischen Faktoren, die den Markt auf einer 12-Monats-Sicht untermauern. (28.08.2017/alc/a/a)
Doch wo könnten Investoren bei zunehmend sinkenden Spreads noch attraktive Werte finden?
High-Yield-Anleihen würden weiterhin eine starke Nachfrage genießen, da Investoren die Märkte nach wettbewerbsfähigen Renditen durchkämmen würden. Während diese Situation einige der attraktivsten Renditen auf den diesjährigen Anleihemärkten hervorgebracht habe, würden zunehmend Fragezeichen über die Nachhaltigkeit dieser Rally auftauchen, zumal die Zentralbanken die expansive Geldpolitik zurückschrauben würden.
Globale Hochzinsanleihen hätten bisher ein gutes Jahr gehabt, das mit einer US-Dollar-Rendite von 6,2 Prozent viel besser ausgefallen sei, als viele Investoren erwartet hätten. Die Experten von Aviva Investors glauben jedoch, dass diese Art von Spread-Einengung und Gesamtrendite für den Rest des Jahres unwahrscheinlich ist.
Während es aufgrund der derzeitigen Renditelage schwierig sei Prognosen aufzustellen, sei eine Gesamtrendite zwischen einem und drei Prozent über die nächsten zwölf Monaten vorstellbar. In den kommenden Monaten könnte es zwar zu einer Korrektur kommen. Da die Experten von Aviva Investors jedoch mögen, was aktuell aus der Perspektive der Makroökonomie und der Erträge zu sehen ist, stellt dies aus ihrer Sicht eine Kaufgelegenheit dar.
Ebenso wichtig sei, dass die Experten nicht von einer aggressiven Zinsanhebung seitens der FED und der EZB ausgehen würden. Während der langfristige Trend für einen Zinsanstieg spreche, würden sie glauben, dass es noch einige Zeit dauern werde, bis dieser ein schädigendes Niveau für die Anleihekurse erreichen werde. Das sei kein Szenario, für das sich die Experten aktuell positionieren würden. Die wichtigste Konsequenz aus dem aktuellen Bewertungsreichtum für sie sei die Notwendigkeit, noch differenzierter zu sein.
Bisher habe es wenig Anzeichen für ein so genanntes Taper-Tantrum, sprich eine heftige Reaktion der Anleihemärkte auf eine Zinsanhebung, gegeben. Der Markt sei bislang kaum vor Kommentaren der EZB und der FED bezüglich eines Taperings zurückgewichen. Unsere Zins-Spezialisten glauben, dass die FED nicht vor dem nächsten Jahr anfängt ihre Bilanzen zu reduzieren; und wenn sie es tut, wird es stufenweise geschehen, so die Experten von Aviva Investors. Zudem sollte man nicht vergessen, dass die FED eher Staats- und Agenturanleihen besitze, und weniger Kredite. Das bedeute, dass eine Bilanzreduktion, außer aus einer Zinsperspektive, wahrscheinlich keine direkten Auswirkungen hätte. Wenn überhaupt, würden die Zinsen nach dem scharfen Rendite-Anstieg Ende Juni jetzt wieder tiefer tendieren.
Wir glauben nicht, dass wir in Europa ein Tapering sehen werden, bevor die EZB beginnt, die Raten zu erhöhen - was noch einige Monaten dauern kann, so die Experten von Aviva Investors. Die Vermutung der Experten sei, dass dies nicht bis Ende 2018 oder Anfang 2019 passieren werde. Wenn es passiere, würden sie erwarten, dass die Auswirkungen gering sein würden.
In dieser Hinsicht sind die Experten von Aviva Investors relativ neutral, mit einer leichten Vorliebe für die USA. Ihre leichte Übergewichtung beim Sterling gegenüber dem Euro habe mehr mit der Kreditauswahl zu tun. Sie würden dazu neigen, die Dinge sowohl auf einer absoluten als auch auf einer abgesicherten Basis zu betrachten, und auf einer absoluten Basis erscheine ihnen derzeit das Pfund Sterling und die USA attraktiver. Europa habe viel niedrigere Erträge, aber die Spreads seien ziemlich vergleichbar.
Die Experten hätten in diesem Jahr ihre Gewichtung im Energie-Sektor erhöht, wenn auch in ziemlich konservativen Teilsektoren wie Raffination, Pipelines und Exploration. Sie seien untergewichtet bei Ölfeld-Dienstleistungen, da dies der Bereich sei, der am stärksten beeinträchtigt werde, wenn die Ölpreise sinken würden. Dies sei sicherlich ein Risiko bei dem zunehmenden Einfluss der Schieferproduzenten.
Wenn wir in Energie investieren, wollen wir Kredite, die auch überleben, wenn die Ölpreise bis in den hohen 30er US-Dollar-Bereich pro Barrel fallen sollten, so die Experten von Aviva Investors. Wenn die Ölpreise also schwächeln würden, sollte man nur begrenzt oder gar nicht in notleidende Kredite investiert sein. Wären die Experten der Ansicht gewesen, dass die Ölpreise steigen würden, wären sie jetzt aggressiver positioniert. Sollten die Ölpreise doch haussieren, würden die Experten profitieren, aber nicht in dem Umfang wie der breite Markt.
Bezüglich der Kreditqualität bevorzugen die Experten von Aviva Investors Anleihen mit B-Rating, da BBs empfindlicher auf Zinserhöhungen reagieren und sich wahrscheinlich unterdurchschnittlich entwickeln werden, wenn die Zentralbanken die Zinsen anheben. Auch wenn die Experten gegenüber dem CCC-Sektor neutral eingestellt seien, fänden sie hier die idiosynkratischsten Kaufgelegenheiten.
Bei den Sektoren bevorzugen die Experten von Aviva Investors Gesundheit, Metalle und Bergbau, Technologie und Freizeit. Untergewichtet seien sie bei Festnetzen, Automobil, Banken und Ölfeld-Dienstleistungen. Selbst dann basiere ihre Positionierung mehr auf Kreditauswahl als auf einer bindenden Gewichtung. Bei Metallen und Bergbau würden sie sich auf Edelmetalle fokussieren. Sie würden in preisgünstige Produzenten investieren, die die Fähigkeit hätten, schwächeren Kursen zu trotzen.
Im Gesundheitswesen, das die Experten seit vielen Jahren übergewichten würden, würden sie nicht glauben, dass der Sektor negativ durch die Gefahr einer Abschaffung von Obamacare in den USA beeinflusst werde. Die Experten würden denken, dass es ein hartes Stück Arbeit für die Trump-Regierung sei, dieses Gesetz zu ändern oder zu ersetzen. Die Verabschiedung von Obamacare sei für die Unternehmen im Gesundheitswesen von Vorteil gewesen, weil es mehr Menschen mit einer Krankenversicherung abgedeckt habe.
Eine Möglichkeit wäre, auf die Marktkorrektur zu warten, die für die kommenden Monate wahrscheinlich sei, bevor Investitionsentscheidungen getroffen würden. Eine andere Strategie wäre es, Assets tröpfchenweise mithilfe des Pfund-Durchschnittskosteneffekts in den Markt zu führen, bevor mit einer größeren Allokation gestartet werde, sobald ein Ausverkauf beginne. Jedoch glauben die Experten von Aviva Investors, dass ein solcher Ausverkauf nicht wahrscheinlich ist, angesichts der ziemlich gesunden fundamentalen und technischen Faktoren, die den Markt auf einer 12-Monats-Sicht untermauern. (28.08.2017/alc/a/a)


