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Geldpolitik am Scheideweg
19.01.17 12:30
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Frage, ob sich die Notenbanken bereits verausgabt haben, kann momentan noch nicht endgültig beantwortet werden, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Mit Niedrigzinsen sollte das Wirtschaftswachstum in Schwung gebracht, mit Anleihekäufen durch Notenbanken die Renditen gedrückt sowie die Kreditvergabe befeuert werden. Diese Ziele seien sicherlich größtenteils erreicht worden. Aber nun hätten sich verschiedene Rahmenbedingungen geändert, was wiederum die Notenbanker zum Umdenken zwinge. Erste Anzeichen von Inflation, sinkende Arbeitslosigkeit, konjunktureller Aufschwung, politscher Widerstand und die Angst vor den negativen Konsequenzen der "Politik des billigen Geldes" würden bedeuten, dass die Geldpolitik am Scheideweg stehe.
Obwohl jedem klar denkenden Menschen bewusst sein sollte, dass diese Phase irgendwann kommen würde, hätten die Politiker die ihnen eingeräumte Zeit zur Haushaltssanierung nicht entsprechend genutzt. Dies lasse für die kommenden Monate eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen Notenbankern und Politikern erwarten. Einen ersten Vorgeschmack liefere hierbei der Ton zwischen dem neuen US-Präsidenten Donald Trump und der noch ein Jahr unter Vertrag stehenden FED-Chefin Janet Yellen. Die Bestrebungen der Politiker die Unabhängigkeit der Notenbanken zu beschneiden und sie als verlängerten Arm der Politik zu implementieren, sei allerdings keine US-amerikanische Erfindung, sondern erhalte auch in Euroland und Großbritannien entsprechende Unterstützung.
So werde die Bank of England u.a. aufgrund ihrer Entscheidungen, die sie im Anschluss an das Brexit-Votum getroffen habe, immer wieder kritisiert (Leitzinssenkung und Wiederbelebung QE). Aber auch der deutsche Widerstand gegen die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) lasse die Währungshüter verstärkt auf ihre Unabhängigkeit verweisen. Anscheinend seien die Notenbanker nicht länger gewillt, die Tatenlosigkeit der Politiker zu kaschieren und würden fiskalische Impulse fordern, um die Geldpolitik als alleinige Konjunkturstütze zu entlasten.
In diesem Zusammenhang erscheine das Bestreben des deutschen Finanzministers, Wolfgang Schäuble, den Überschuss aus dem Jahre 2016 in Höhe von 6,2 Mrd. EUR zum Schuldenabbau zu verwenden, nicht im Sinne der EZB zu sein. Die Mittelverwendung entzweie auch Politiker aller Parteien, obwohl eine Schuldentilgung alternativlos sei, wenn man einen Funken Verantwortungsgefühl gegenüber den nachfolgenden Generationen verspüre. Doch das Wort "Schuldentilgungsplan" sei anscheinend noch nicht in alle Sprachen übersetzt worden.
Über mangelnde Unterstützung seitens ihrer Regierung könnten sich die japanischen Notenbanker zwar nicht beklagen, aber die bisherigen Konjunkturförderprogramme hätten nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Somit sei es nicht verwunderlich, dass von einer weiteren Ausweitung der ultralockeren Geldpolitik abgesehen werde. Selbst die Schweizer Notenbanker würden Negativzinsen nur noch als Mittel zur Steuerung des Außenwerts ihrer Heimatwährung ansehen und vor den Folgen der Niedrigzinspolitik warnen.
Einfache Zeiten kämen auf die Notenbanker somit nicht zu, sodass ihr Aufgabengebiet zukünftig wohl um einen Punkt erweitert werden müsse: Die Suche nach alternativen Wegen zu wirtschaftlichem Wohlstand.
Sie strebe den "klaren Bruch" mit der Europäischen Union (EU) an, Theresa May - die britische Premierministerin wolle den "härtesten Brexit, den man sich vorstellen könne", wie es der Vorsitzende der Europa-SPD, Jens Geier, formuliert habe.
Die May sei gekommen und habe in einer lange erwarteten Rede in London dargelegt, wie sich ihre Regierung das künftige Verhältnis zwischen London und Brüssel vorstelle. Um die Einwanderung aus der EU seitens 10 Downing Street kontrollieren zu können, wolle May die Mitgliedschaft im begehrten EU-Binnenmarkt aufgeben und raus aus der Zollunion. Stattdessen habe sie angekündigt, ein Freihandelsabkommen mit Europa aushandeln zu wollen. Dabei verfolge London ehrgeizige zeitliche Ziele. Bis 2019 wolle man draußen sein, was Geier als "völlig unmöglich" bezeichne. Dafür bedürfe es mindestens eines Zeitraums von fünf Jahren. In der Zwischenzeit falle das Königreich in seinen Beziehungen zur EU auf einen Standard zurück, der hinter dem der Schweiz oder der Türkei liege, habe der Sozialdemokrat Geier im ARD-Hörfunk-Interview gewarnt.
London wolle also nicht teilweise EU-Mitglied bleiben, ein angeschlossenes EU-Mitglied oder ähnliches. "Nein, das Vereinigte Königreich wird die Europäische Union verlassen", habe May gesagt. Und dennoch wolle sie Großbritannien wiederum den "bestmöglichen Zugang" zur EU verschaffen. Ja, was denn nun? Im Grunde wolle May, dass der Handel so frei wie möglich bleibe und London eine totale Kontrolle über die Einwanderung habe. Was wolle denn London geben, wenn es so viel nehmen wolle? Insbesondere hoffe die Regierungschefin, eine Sonderregelung für den Finanzbereich aushandeln zu können, "die uns die Freiheit gebe, finanzielle Dienste auch jenseits unserer Grenzen anzubieten".
Der Grund, warum May so offensiv aufgetreten sei, dürfte auch in der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten liegen. Habe er doch vor einigen Tagen versichert, die Briten würden in der vordersten Reihe stehen, um ein "großartiges" Freihandelsabkommen mit den USA zu unterzeichnen.
Bis zu so einer Unterzeichnung sei es aber noch ein steiniger Weg. Und für einen solchen sollte sich die EU auch in den Verhandlungsdelegationen gut rüsten. EU-Verhandlungsführer Michel Barnier habe ja bereits Ende vergangenen Jahres Zeitdruck auf London ausgeübt und sich als Mann mit klarer Kante gezeigt. Nachdem er aber EU-Abgeordneten bei einem privaten Treffen anvertraut habe, dass er mit London einen gesonderten Zugang zu den Banken in der City of London aushandeln wolle, müsse hier erst einmal abgewartet werden. Barnier habe argumentiert, er wolle die finanzielle Stabilität in der EU nicht gefährden. Zumindest die eher konservative Presse in UK habe daraufhin gejubelt, "Europa brauche uns mehr, als wir sie brauchen würden" ("Daily Mail"). Aber vielleicht zeige sich Barnier hier auch nur als nüchterner Politiker mit Einsicht in die Realitäten. Mit ausreichendem Stehvermögen versehen wäre er dann nicht der schlechteste Mann, um die Interessen der EU in den Verhandlungen mit den Briten federführend zu vertreten - ganz nach dem Motto: Brexit bleibe Exit.
In den vergangenen Tagen sei der Deutschen Bank einiges gelungen, was man Vergangenheitsbewältigung nennen könne. Gut, die Reputation des größten deutschen Geldhauses sei nach wie vor nicht die Beste. Aber man könne den Eindruck gewinnen, dass der seit Juli 2015 amtierende Vorstandschef John Cryan seinem Ziel, das Bankhaus wieder auf Vordermann zu bringen, Schritt für Schritt näher komme.
Dies gelinge zum einen durch die Milliarden-Einigung mit den US-Behörden, die nun in trockenen Tüchern sei. Hiermit sei ein unrühmliches und teures Kapitel in der Geschichte der Bank endlich geschlossen worden. Im Streit mit dem US-Justizministerium um dubiose Hypothekengeschäfte zahle das Frankfurter Geldhaus die bereits im Dezember angekündigte Vergleichssumme über insgesamt 7,2 Mrd. USD (6,7 Mrd. EUR). Diese setze sich aus 3,1 Mrd. USD Bußgeld und zusätzlichen 4,1 Mrd. USD als Wiedergutmachung für geschädigte Hausbesitzer, Kreditnehmer und Gemeinden zusammen. Der Deutschen Bank sei vorgeworfen worden, mit windigen Hypothekengeschäften Anleger getäuscht und auf diese Weise zum Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts 2008 und damit zur Finanzkrise beigetragen zu haben. Ursprünglich habe eine Strafe von 14 Mrd. USD gedroht.
Zum anderen gelte die Kappung von Bonuszahlungen für außertariflich bezahlte Mitarbeiter als beschlossene Sache. Etwa 90 Prozent der Bonuszahlungen würden dieser Personengruppe laut "Spiegel Online" gestrichen. Dies treffe in großem Ausmaß auch Investmentbanker in London und New York. Allerdings seien Ausgleichspakete vorgesehen, um die Auswirkungen zu begrenzen und eine Massenabwanderung von Mitarbeitern zu verhindern. Dabei gehe es vor allem um Führungskräfte, die wichtige Kundenkontakte hätten. Diese sollten weiter Boni erhalten, die aber entweder erst ab 2021 ausgezahlt oder in Aktien mit Sperrfrist gewährt würden. In diesem Zusammenhang sei gestern bekannt gegeben worden, dass auch der Vorstand auf seine variable Vergütung für das Jahr 2016 verzichte und dadurch mit gutem Beispiel vorangehen wolle. Ob damit eine von Cryan versprochene neue Unternehmenskultur umgesetzt werden könne, müsse sich noch zeigen.
Darüber hinaus sei in dieser Woche der Deutschen Bank die Rückkehr an den Kapitalmarkt gelungen. Erstmals seit März 2016 habe das Geldhaus wieder eine Anleihe begeben, nachdem Investoren im vergangenen Jahr - mit Blick auf die drohende Strafe in den USA - Bedenken wegen der Bedienung der Anleihen geäußert hätten.
Somit habe die Deutsche Bank am Montag eine 5-jährige EUR-Emission (ISIN DE0005550636 / WKN DL19TA) mit einem Kupon von 1,50% (+150 Bps über Mid Swap) emittiert. Das Papier im Volumen von 1,5 Mrd. EUR sei im Januar 2022 endfällig und richte sich mit einer Mindeststückelung von 100.000 EUR insbesondere an institutionelle Investoren. Bei einem aktuellen Kurs von ca. 99,85% rentiere der Titel mit ca. 1,53%. Für CEO Cryan dürfte die Emission ein weiterer Schritt in Richtung Normalisierung sein.
Jetzt seien es die Kapitalmärkte, welche die Türkei verstärkt unter Druck setzen würden. Nachdem die Türkische Lira (TRY) aufgrund der politischen Unruhen bereits im Sommer einen Wertverlust zu verkraften gehabt habe, habe sie nun innerhalb weniger Tage gegenüber dem EUR weitere 12% an Wert verloren und ein neues Rekordtief markiert. Für einen EUR habe man in der Spitze ca. 4,17 TRY bekommen und vor weniger als zwei Jahren seien es nur 2,50 TRY gewesen. In der Folge dieser Entwicklung hätten internationale Kapitalanleger versucht ihre Verluste zu begrenzen, was eine regelrechte Kapitalflucht ausgelöst habe. Investoren hätten sich im großen Stil von ihren in TRY begebenen Anleihen getrennt.
Aber auch an Staatsanleihen, die in anderen Währungen begeben worden seien, sei diese Entwicklung nicht spurlos vorbeigegangen. So sei ein bis 3/2022 laufender Titel (ISIN US900123BY51 / WKN A1GWJH) vergangene Woche auf 98,275% gefallen, um sich inzwischen wieder auf ca. 99,00% zu erholen. Damit rentiere das in USD notierte Papier mit ca. 5,35%.
Ähnlich sei die Entwicklung bei einer auf EUR lautenden Staatsanleihe aus Ankara verlaufen - wie etwa bei einem bis 4/2023 laufenden Papier (ISIN XS1057340009 / WKN A1ZGRG), das derzeit einen Kurs von ca. 103% (ca. 3,48% Rendite) aufweise, nachdem es am 11.01. bereits auf 101,95% gefallen sei.
Der Wertverfall bedrohe die erfolgreiche türkische Wirtschaftspolitik, die als eine Machtbasis von Präsident Erdogan gelte. Dieser habe zum wiederholten Male das Ausland für die Entwicklung an den Kapitalmärkten verantwortlich gemacht. Er sei dabei soweit gegangen, "einen Terroristen mit einer Waffe in der Hand und einem Terroristen mit Dollars, Euros und Zinsen" gleichzusetzen. Ihr Ziel sei es, die Türkei in die Knie zu zwingen. "Den Wechselkurs benutzen sie als Waffe", so Erdogan.
Tatsächlich möge man die Gründe für den Wertverfall nicht alle als hausgemacht bezeichnen, aber dahinter stecke schlicht und einfach Finanzmarktlogik. Weil steigende Zinsen in den USA erwartet würden, fließe zurzeit Geld aus vielen Schwellenländern in die USA, wo obendrein ein politisch motivierter, starker USD für zusätzliche Anreize sorge.
Aber natürlich sei ein Großteil der Probleme politischer Natur. Da sei die Hetze gegen Gülen-Anhänger und die Lähmung bürokratischer Prozesse zu nennen, nachdem 100.000 Staatsbedienstete entlassen und 40.000 Menschen verhaftet worden seien. Hinzu komme das chronische Leistungsbilanzdefizit der Türkei, das insbesondere von hohen Energieimporten herrührt und aufgrund der geschwächten Währung nun noch größer werden dürfte. Auch eine Zinserhöhung der Zentralbank im November auf nunmehr 8% habe den Verfall der TRY nicht stoppen können. Dabei würden sich die Währungshüter, die formal als unabhängig gelten würden, dem Druck von Erdogan ausgesetzt sehen. So habe der Präsident entgegen jeglichen ökonomischen Sachverstands von der Zentralbank gefordert, doch bitteschön die Zinsen zu senken. Erst als er vergangene Woche eingelenkt und der Zentralbank freie Hand gegeben habe, habe sich der TRY-Kurs wieder etwas stabilisieren können.
Ende Januar werde nun die Rating-Agentur Fitch über ihre Bonitätseinstufung der Türkei neu entscheiden. Es sei die letzte der drei großen Agenturen, bei der das Land "Investment"-Status genieße. Entscheide sich auch Fitch für ein Downgrade, dürfte es mit der TRY weiter bergab gehen.
In Davos habe sich zum Auftakt des 47. Weltwirtschaftsforums alles um Xi Jinping gedreht. In seiner Eröffnungsrede habe der chinesische Staatschef mehrere verschiedene Spitzen gegen die USA losgelassen und vor allem eins abgelegt: Ein Bekenntnis zu einer offenen Weltwirtschaft.
Man habe die Arme offen und heiße die Leute auf dem chinesischen Expresszug willkommen, habe Xi in einer blumigen Rede gesagt. Er habe betont, dass die wirtschaftliche Globalisierung zu Fortschritten in Wirtschaft und Technologie geführt und die Menschen zusammengebracht habe. Allerdings sei die Globalisierung ein zweischneidiges Schwert, besonders dann, wenn die Weltwirtschaft unter Druck stünde.
Chinas Staatschef sehe daher an verschiedenen Ecken Handlungsbedarf. Das globale Wirtschaftswachstum müsse gesteigert werden. Es gehe dabei keineswegs nur um die Debatte, ob nun mehr geldpolitischer Stimulus oder eher die Fiskalpolitik helfen könne, sondern um die Entwicklung neuer Strukturen, die ein innovationsbasiertes Wachstum ermöglichten. Gehe es nach Xi, solle die Welt sich dabei zu einer offenen Weltwirtschaft verpflichten.
Niemand werde aus einem Handelskrieg als Sieger hervorgehen, habe er gewarnt, ohne die USA explizit zu nennen. Dennoch dürfte klar sein, dass dies als Spitze gegen den Protektionismus der neuen Regierung in Washington gegolten habe. Als weitere Spitze gegen Trump sei Xis Bekenntnis zum Pariser Klimaabkommen gewertet worden. Er habe die Unterzeichnenden ermahnt, den Vertrag nun einzuhalten.
Mit Xi habe sich in der verschneiten Umgebung des Schweizer Skiorts erstmals ein chinesischer Staatschef als glühender Verteidiger des Welthandels präsentiert - und das in einer Zeit, in der viele beginnen würden, dem Protektionismus das Wort zu reden. Nun müsse sich zeigen, wieviel Wert Xis Worte in der wirtschaftlichen Praxis haben würden.
Die Emissionstätigkeit der Unternehmen sei im Vergleich zum Jahresstart in der vergangenen Woche verhaltener ausgefallen. Dennoch habe sich mit dem Gesundheitskonzern Fresenius ein Unternehmen am Kapitalmarkt aktiv gezeigt, das nicht nur private und institutionelle Anleger ansprechen möchte, sondern durch die Anpassung der Emissionsbedingungen seine Bonds auch für das QE-Programm der EZB aufgehübscht habe. Somit hätten mittels vier Bonds spielend 2,6 Mrd. EUR am Markt refinanziert werden können.
Bei der ersten Gattung handle es sich um eine 5-jährige 700 Mio. EUR schwere Anleihe (ISIN XS1554373164 / WKN A19B3F) mit Laufzeitende am 31.01.2022. Die Investoren würden eine jährliche Verzinsung von 0,875% erhalten. Der Emissionspreis habe 99,732% betragen (+85 Bps über Mid Swap). Bei der zweiten Tranche handle es sich um einen 7-jährigen Bond (ISIN XS1554373248 / WKN A19B3G) mit identischem Emissionsvolumen und einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,5% bis zur Fälligkeit am 30.01.2024. Ausgegeben worden sei das Papier bei 99,875% und somit +120 Bps über Mid Swap.
Die dritte Anleihe (ISIN XS1554373677 / WKN A19B3H) sei eine 10-jährige, 700 Mio. EUR große Benchmark-Anleihe mit einer jährlichen Verzinsung von 2,125%. Fällig werde das Papier am 02.01.2027. Das Preising sei mit +152 Bps über Mid Swap erfolgt. Folglich habe sich der Reoffer bei 99,359% errechnet. Das Quartett komplettiere eine 15-jährige Anleihe (ISIN XS1554373834 / WKN A19B3J), welche mit einem Volumen von 500 Mio. EUR sowie mit 3% jährlicher Verzinsung und einer Fälligkeit am 30.01.2032 ausgestattet sei. Dieser Bond sei zu 99,275% emittiert und somit +253,9 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gepreist worden.
Fresenius habe sich bei allen hier genannten Anleihen zur Aufnahme eines optionalen Sonderkündigungsrechts zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option), aber auch für eine Mindeststückelung von 1.000 EUR entschieden.
Nicht ganz so schwergewichtig, aber dennoch mit einer neuen Anleihe im Volumen von 1 Mrd. EUR sei Linde an den Markt gekommen. Das 5-jährige Papier (ISIN XS1518704900 / WKN A19BT2) sei mit einem Kupon in Höhe von 0,25% jährlich bis zur Endfälligkeit am 18.01.2022 ausgestattet. Emittiert worden sei das Papier zu 99,713% und damit +22 Bps über Mid Swap. Auch diese Anleihe sei mit einer kleinsten handelbaren Einheit von 1.000 EUR begeben worden.
Aktuell bewege sich das Sorgenbarometer Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) seitwärts um die Marke von 163,60%. Doch in den kommenden Tagen müssten sich die Rentenhändler zumindest vorübergehend für einen Trend entscheiden, denn charttechnisch habe sich eine Dreiecksformation herausgebildet, deren Spitze fast identisch mit der psychologisch wichtigen Linie bei 164% sei. Dabei verlaufe die obere Trendlinie momentan bei ca. 164,30% und eine erste Unterstützungslinie bei ca. 163,42%, die allerdings bereits im gestrigen Handel durchbrochen worden sei. Aktuell notiere das Rentenbarometer bei ca. 163% und somit nur noch unweit vom bisherigen Jahrestief bei 162,47% (09.01.2017).
Mit dem morgigen offiziellen Amtsantritt von "D.T. - dem Unberechenbaren" werde eine neue Ära eingeläutet und sollten sich die Aktienkurse auf Talfahrt begeben, so könnte dies zu einer spiegelbildlichen Entwicklung an den Rentenmärkten führen. Allerdings sollte der "Anlagenotstand" in Euroland einen "Aktiencrash" verhindern und eher zu einem moderaten Zinsanstieg bei 10-jährigen Bundesanleihen führen.
Von der heutigen EZB-Sitzung würden zwar keinerlei Zinsanpassungen erwartet, aber die anschließende Pressekonferenz des EZB-Präsidenten Mario Draghi werde mit Spannung erwartet. Zumal in dem erst kürzlich veröffentlichten Protokoll der Sitzung vom 8. Dezember des vergangenen Jahres zu lesen gewesen sei, dass sich innerhalb des EZB-Rates Widerstand gegen die anschließend verkündeten Maßnahmen geregt habe und auch mehrere Varianten durchdiskutiert worden seien. Somit würden die heutigen Worte von "Super Mario" erneut auf die Goldwaage gelegt und vielleicht schon ein neuer Trend initiiert.
In dieser Handelswoche sei den Marktteilnehmern die Tragweite der EZB-Entscheidungen vom Dezember vergangenen Jahres nochmals deutlich vor Augen geführt worden. Obwohl sich am langen Ende die Rendite gegenüber dem bisherigen Tief deutlich erhöht habe, sei am kurzen Ende ein neuer Rendite-Tiefstand markiert worden. Bei der Aufstockung der 2-jährigen Bundesschatzanweisungen (ISIN DE0001104669 / WKN 110466) um 5 Mrd. EUR auf 13 Mrd. EUR seien insgesamt Kaufaufträge im Gegenwert von 5.072 Mrd. EUR aufgegeben worden. Die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,75% erfolgt. Bei der ersten Aufstockung am 6. Dezember 2016 habe man den bisherigen Tiefpunkt mit einer Rendite von -0,71% erreicht. Diese Entwicklung sei der Tatsache geschuldet, dass seit Jahresbeginn die Mindestrestlaufzeit für Wertpapiere, die im Rahmen des Anleihekaufprogramms erworben werden dürften, auf ein Jahr reduziert worden sei.
In der Eurozone hätten die Slowakei (ISIN SK4120008871 / WKN A1HCKU, 2024; ISIN SK4120012220 / WKN A1888L, 2026; ISIN SK4120009762 / WKN A1ZB9Q, 2029), Spanien (ISIN ES00000128A0 / WKN A18W6G, 2019; ISIN ES00000123X3 / WKN A1HK7U, 2023) sowie Frankreich (ISIN FR0013219177 / WKN A189GE, 2022; ISIN FR0011347046 / WKN A1HBNB, 2021; ISIN FR0011008705 / WKN A1GMH7, 2027; ISIN FR0013209871 / WKN A18675, 2047) diverse Anleihen aufgestockt bzw. Frankreich und Spanien hätten zwei neue Gattungen mit mittleren Laufzeiten emittiert. Insgesamt sei den Investoren in dieser Woche neues Material für nominal fast 20 Mrd. EUR angeboten worden.
In den USA habe man sich in der Woche der "Machtübergabe" auf die Emission von Geldmarkttiteln mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten im Gesamtvolumen von 124 Mrd. USD beschränkt und als letzte Anleihe in der Amtszeit Obamas werde am heutigen Donnerstag eine 10-jährige inflation-linked T-Note begeben. In der kommenden Woche stünden neben den üblichen T-Bills auch Bonds mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren zur Refinanzierung an.
Aller guten Dinge seien drei, doch was den Devisenmarkt betreffe, seien es momentan genau drei verschiedene Weltwährungen, die für einige Turbulenzen sorgen würden. Ganz vorne finde sich die TRY, gefolgt vom Mexikanischen Peso. Ebenfalls zu den schwächsten Währungen zähle bislang das Pfund Sterling. Obwohl die Währung aufgrund der Rede von Premierministerin Theresa May diese Woche deutlich habe zulegen können und zeitweise bei 0,86265 GBP gehandelt worden sei, präsentiere sich das Pfund insgesamt sehr anfällig und notiere aktuell bei 0,866 GBP. Im Vorfeld der Rede habe sich der Wechselkurs zum EUR gar bei 0,88541 GBP bewegt und damit auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2016.
Bei dem anderen Sorgenkind, der TRY, scheine die Talfahrt vorerst gestoppt zu sein. Nach den massiven Kursverlusten in der Vorwoche und einem neuen Allzeittief bei 4,1785 TRY habe sich die TRY etwas stabilisieren können. Die Währung vom Bosporus habe teilweise bei 3,95 TRY notiert und handle zur Stunde um die Marke von 4,035 TRY.
Auch die mexikanische Landeswährung stehe nach wie vor gewaltig unter Druck. Kurz vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump handle der Mexikanische Peso (MXN) zum USD bei ca. 21,93 MXN und damit nur unweit seines historischen Tiefs von 22,0385 MXN, aufgestellt am 11. Januar 2017. Im Vergleich zum EUR habe der MXN keine neuen Tiefstwerte erreicht. Mit einem Wechselkurs von 23,32 MXN handle er allerdings nahe seines All-Time-Lows bei 23,45 MXN.
Die europäische Gemeinschaftswährung hingegen präsentiere sich dieser Tage wieder etwas stärker. So sei der EUR zum USD bis auf 1,0719 USD gestiegen und damit den Höchstwert in 2017 markiert, den er allerdings kurz vor der heutigen EZB-Sitzung nicht habe halten können. Aktuell handle die Einheitswährung bei 1,0640 USD.
Auch in dieser Berichtswoche hätten die Privatanleger auf Altbekanntes gesetzt. Favorisiert worden seien demnach Fremdwährungsanleihen auf TRY, MXN, Brasilianische Real sowie USD.
Disclaimer
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (19.01.2017/alc/a/a)
Mit Niedrigzinsen sollte das Wirtschaftswachstum in Schwung gebracht, mit Anleihekäufen durch Notenbanken die Renditen gedrückt sowie die Kreditvergabe befeuert werden. Diese Ziele seien sicherlich größtenteils erreicht worden. Aber nun hätten sich verschiedene Rahmenbedingungen geändert, was wiederum die Notenbanker zum Umdenken zwinge. Erste Anzeichen von Inflation, sinkende Arbeitslosigkeit, konjunktureller Aufschwung, politscher Widerstand und die Angst vor den negativen Konsequenzen der "Politik des billigen Geldes" würden bedeuten, dass die Geldpolitik am Scheideweg stehe.
Obwohl jedem klar denkenden Menschen bewusst sein sollte, dass diese Phase irgendwann kommen würde, hätten die Politiker die ihnen eingeräumte Zeit zur Haushaltssanierung nicht entsprechend genutzt. Dies lasse für die kommenden Monate eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen Notenbankern und Politikern erwarten. Einen ersten Vorgeschmack liefere hierbei der Ton zwischen dem neuen US-Präsidenten Donald Trump und der noch ein Jahr unter Vertrag stehenden FED-Chefin Janet Yellen. Die Bestrebungen der Politiker die Unabhängigkeit der Notenbanken zu beschneiden und sie als verlängerten Arm der Politik zu implementieren, sei allerdings keine US-amerikanische Erfindung, sondern erhalte auch in Euroland und Großbritannien entsprechende Unterstützung.
So werde die Bank of England u.a. aufgrund ihrer Entscheidungen, die sie im Anschluss an das Brexit-Votum getroffen habe, immer wieder kritisiert (Leitzinssenkung und Wiederbelebung QE). Aber auch der deutsche Widerstand gegen die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) lasse die Währungshüter verstärkt auf ihre Unabhängigkeit verweisen. Anscheinend seien die Notenbanker nicht länger gewillt, die Tatenlosigkeit der Politiker zu kaschieren und würden fiskalische Impulse fordern, um die Geldpolitik als alleinige Konjunkturstütze zu entlasten.
In diesem Zusammenhang erscheine das Bestreben des deutschen Finanzministers, Wolfgang Schäuble, den Überschuss aus dem Jahre 2016 in Höhe von 6,2 Mrd. EUR zum Schuldenabbau zu verwenden, nicht im Sinne der EZB zu sein. Die Mittelverwendung entzweie auch Politiker aller Parteien, obwohl eine Schuldentilgung alternativlos sei, wenn man einen Funken Verantwortungsgefühl gegenüber den nachfolgenden Generationen verspüre. Doch das Wort "Schuldentilgungsplan" sei anscheinend noch nicht in alle Sprachen übersetzt worden.
Über mangelnde Unterstützung seitens ihrer Regierung könnten sich die japanischen Notenbanker zwar nicht beklagen, aber die bisherigen Konjunkturförderprogramme hätten nicht die erhoffte Wirkung erzielt. Somit sei es nicht verwunderlich, dass von einer weiteren Ausweitung der ultralockeren Geldpolitik abgesehen werde. Selbst die Schweizer Notenbanker würden Negativzinsen nur noch als Mittel zur Steuerung des Außenwerts ihrer Heimatwährung ansehen und vor den Folgen der Niedrigzinspolitik warnen.
Einfache Zeiten kämen auf die Notenbanker somit nicht zu, sodass ihr Aufgabengebiet zukünftig wohl um einen Punkt erweitert werden müsse: Die Suche nach alternativen Wegen zu wirtschaftlichem Wohlstand.
Sie strebe den "klaren Bruch" mit der Europäischen Union (EU) an, Theresa May - die britische Premierministerin wolle den "härtesten Brexit, den man sich vorstellen könne", wie es der Vorsitzende der Europa-SPD, Jens Geier, formuliert habe.
Die May sei gekommen und habe in einer lange erwarteten Rede in London dargelegt, wie sich ihre Regierung das künftige Verhältnis zwischen London und Brüssel vorstelle. Um die Einwanderung aus der EU seitens 10 Downing Street kontrollieren zu können, wolle May die Mitgliedschaft im begehrten EU-Binnenmarkt aufgeben und raus aus der Zollunion. Stattdessen habe sie angekündigt, ein Freihandelsabkommen mit Europa aushandeln zu wollen. Dabei verfolge London ehrgeizige zeitliche Ziele. Bis 2019 wolle man draußen sein, was Geier als "völlig unmöglich" bezeichne. Dafür bedürfe es mindestens eines Zeitraums von fünf Jahren. In der Zwischenzeit falle das Königreich in seinen Beziehungen zur EU auf einen Standard zurück, der hinter dem der Schweiz oder der Türkei liege, habe der Sozialdemokrat Geier im ARD-Hörfunk-Interview gewarnt.
London wolle also nicht teilweise EU-Mitglied bleiben, ein angeschlossenes EU-Mitglied oder ähnliches. "Nein, das Vereinigte Königreich wird die Europäische Union verlassen", habe May gesagt. Und dennoch wolle sie Großbritannien wiederum den "bestmöglichen Zugang" zur EU verschaffen. Ja, was denn nun? Im Grunde wolle May, dass der Handel so frei wie möglich bleibe und London eine totale Kontrolle über die Einwanderung habe. Was wolle denn London geben, wenn es so viel nehmen wolle? Insbesondere hoffe die Regierungschefin, eine Sonderregelung für den Finanzbereich aushandeln zu können, "die uns die Freiheit gebe, finanzielle Dienste auch jenseits unserer Grenzen anzubieten".
Der Grund, warum May so offensiv aufgetreten sei, dürfte auch in der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten liegen. Habe er doch vor einigen Tagen versichert, die Briten würden in der vordersten Reihe stehen, um ein "großartiges" Freihandelsabkommen mit den USA zu unterzeichnen.
Bis zu so einer Unterzeichnung sei es aber noch ein steiniger Weg. Und für einen solchen sollte sich die EU auch in den Verhandlungsdelegationen gut rüsten. EU-Verhandlungsführer Michel Barnier habe ja bereits Ende vergangenen Jahres Zeitdruck auf London ausgeübt und sich als Mann mit klarer Kante gezeigt. Nachdem er aber EU-Abgeordneten bei einem privaten Treffen anvertraut habe, dass er mit London einen gesonderten Zugang zu den Banken in der City of London aushandeln wolle, müsse hier erst einmal abgewartet werden. Barnier habe argumentiert, er wolle die finanzielle Stabilität in der EU nicht gefährden. Zumindest die eher konservative Presse in UK habe daraufhin gejubelt, "Europa brauche uns mehr, als wir sie brauchen würden" ("Daily Mail"). Aber vielleicht zeige sich Barnier hier auch nur als nüchterner Politiker mit Einsicht in die Realitäten. Mit ausreichendem Stehvermögen versehen wäre er dann nicht der schlechteste Mann, um die Interessen der EU in den Verhandlungen mit den Briten federführend zu vertreten - ganz nach dem Motto: Brexit bleibe Exit.
In den vergangenen Tagen sei der Deutschen Bank einiges gelungen, was man Vergangenheitsbewältigung nennen könne. Gut, die Reputation des größten deutschen Geldhauses sei nach wie vor nicht die Beste. Aber man könne den Eindruck gewinnen, dass der seit Juli 2015 amtierende Vorstandschef John Cryan seinem Ziel, das Bankhaus wieder auf Vordermann zu bringen, Schritt für Schritt näher komme.
Dies gelinge zum einen durch die Milliarden-Einigung mit den US-Behörden, die nun in trockenen Tüchern sei. Hiermit sei ein unrühmliches und teures Kapitel in der Geschichte der Bank endlich geschlossen worden. Im Streit mit dem US-Justizministerium um dubiose Hypothekengeschäfte zahle das Frankfurter Geldhaus die bereits im Dezember angekündigte Vergleichssumme über insgesamt 7,2 Mrd. USD (6,7 Mrd. EUR). Diese setze sich aus 3,1 Mrd. USD Bußgeld und zusätzlichen 4,1 Mrd. USD als Wiedergutmachung für geschädigte Hausbesitzer, Kreditnehmer und Gemeinden zusammen. Der Deutschen Bank sei vorgeworfen worden, mit windigen Hypothekengeschäften Anleger getäuscht und auf diese Weise zum Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts 2008 und damit zur Finanzkrise beigetragen zu haben. Ursprünglich habe eine Strafe von 14 Mrd. USD gedroht.
Zum anderen gelte die Kappung von Bonuszahlungen für außertariflich bezahlte Mitarbeiter als beschlossene Sache. Etwa 90 Prozent der Bonuszahlungen würden dieser Personengruppe laut "Spiegel Online" gestrichen. Dies treffe in großem Ausmaß auch Investmentbanker in London und New York. Allerdings seien Ausgleichspakete vorgesehen, um die Auswirkungen zu begrenzen und eine Massenabwanderung von Mitarbeitern zu verhindern. Dabei gehe es vor allem um Führungskräfte, die wichtige Kundenkontakte hätten. Diese sollten weiter Boni erhalten, die aber entweder erst ab 2021 ausgezahlt oder in Aktien mit Sperrfrist gewährt würden. In diesem Zusammenhang sei gestern bekannt gegeben worden, dass auch der Vorstand auf seine variable Vergütung für das Jahr 2016 verzichte und dadurch mit gutem Beispiel vorangehen wolle. Ob damit eine von Cryan versprochene neue Unternehmenskultur umgesetzt werden könne, müsse sich noch zeigen.
Darüber hinaus sei in dieser Woche der Deutschen Bank die Rückkehr an den Kapitalmarkt gelungen. Erstmals seit März 2016 habe das Geldhaus wieder eine Anleihe begeben, nachdem Investoren im vergangenen Jahr - mit Blick auf die drohende Strafe in den USA - Bedenken wegen der Bedienung der Anleihen geäußert hätten.
Somit habe die Deutsche Bank am Montag eine 5-jährige EUR-Emission (ISIN DE0005550636 / WKN DL19TA) mit einem Kupon von 1,50% (+150 Bps über Mid Swap) emittiert. Das Papier im Volumen von 1,5 Mrd. EUR sei im Januar 2022 endfällig und richte sich mit einer Mindeststückelung von 100.000 EUR insbesondere an institutionelle Investoren. Bei einem aktuellen Kurs von ca. 99,85% rentiere der Titel mit ca. 1,53%. Für CEO Cryan dürfte die Emission ein weiterer Schritt in Richtung Normalisierung sein.
Jetzt seien es die Kapitalmärkte, welche die Türkei verstärkt unter Druck setzen würden. Nachdem die Türkische Lira (TRY) aufgrund der politischen Unruhen bereits im Sommer einen Wertverlust zu verkraften gehabt habe, habe sie nun innerhalb weniger Tage gegenüber dem EUR weitere 12% an Wert verloren und ein neues Rekordtief markiert. Für einen EUR habe man in der Spitze ca. 4,17 TRY bekommen und vor weniger als zwei Jahren seien es nur 2,50 TRY gewesen. In der Folge dieser Entwicklung hätten internationale Kapitalanleger versucht ihre Verluste zu begrenzen, was eine regelrechte Kapitalflucht ausgelöst habe. Investoren hätten sich im großen Stil von ihren in TRY begebenen Anleihen getrennt.
Aber auch an Staatsanleihen, die in anderen Währungen begeben worden seien, sei diese Entwicklung nicht spurlos vorbeigegangen. So sei ein bis 3/2022 laufender Titel (ISIN US900123BY51 / WKN A1GWJH) vergangene Woche auf 98,275% gefallen, um sich inzwischen wieder auf ca. 99,00% zu erholen. Damit rentiere das in USD notierte Papier mit ca. 5,35%.
Ähnlich sei die Entwicklung bei einer auf EUR lautenden Staatsanleihe aus Ankara verlaufen - wie etwa bei einem bis 4/2023 laufenden Papier (ISIN XS1057340009 / WKN A1ZGRG), das derzeit einen Kurs von ca. 103% (ca. 3,48% Rendite) aufweise, nachdem es am 11.01. bereits auf 101,95% gefallen sei.
Der Wertverfall bedrohe die erfolgreiche türkische Wirtschaftspolitik, die als eine Machtbasis von Präsident Erdogan gelte. Dieser habe zum wiederholten Male das Ausland für die Entwicklung an den Kapitalmärkten verantwortlich gemacht. Er sei dabei soweit gegangen, "einen Terroristen mit einer Waffe in der Hand und einem Terroristen mit Dollars, Euros und Zinsen" gleichzusetzen. Ihr Ziel sei es, die Türkei in die Knie zu zwingen. "Den Wechselkurs benutzen sie als Waffe", so Erdogan.
Tatsächlich möge man die Gründe für den Wertverfall nicht alle als hausgemacht bezeichnen, aber dahinter stecke schlicht und einfach Finanzmarktlogik. Weil steigende Zinsen in den USA erwartet würden, fließe zurzeit Geld aus vielen Schwellenländern in die USA, wo obendrein ein politisch motivierter, starker USD für zusätzliche Anreize sorge.
Aber natürlich sei ein Großteil der Probleme politischer Natur. Da sei die Hetze gegen Gülen-Anhänger und die Lähmung bürokratischer Prozesse zu nennen, nachdem 100.000 Staatsbedienstete entlassen und 40.000 Menschen verhaftet worden seien. Hinzu komme das chronische Leistungsbilanzdefizit der Türkei, das insbesondere von hohen Energieimporten herrührt und aufgrund der geschwächten Währung nun noch größer werden dürfte. Auch eine Zinserhöhung der Zentralbank im November auf nunmehr 8% habe den Verfall der TRY nicht stoppen können. Dabei würden sich die Währungshüter, die formal als unabhängig gelten würden, dem Druck von Erdogan ausgesetzt sehen. So habe der Präsident entgegen jeglichen ökonomischen Sachverstands von der Zentralbank gefordert, doch bitteschön die Zinsen zu senken. Erst als er vergangene Woche eingelenkt und der Zentralbank freie Hand gegeben habe, habe sich der TRY-Kurs wieder etwas stabilisieren können.
Ende Januar werde nun die Rating-Agentur Fitch über ihre Bonitätseinstufung der Türkei neu entscheiden. Es sei die letzte der drei großen Agenturen, bei der das Land "Investment"-Status genieße. Entscheide sich auch Fitch für ein Downgrade, dürfte es mit der TRY weiter bergab gehen.
Man habe die Arme offen und heiße die Leute auf dem chinesischen Expresszug willkommen, habe Xi in einer blumigen Rede gesagt. Er habe betont, dass die wirtschaftliche Globalisierung zu Fortschritten in Wirtschaft und Technologie geführt und die Menschen zusammengebracht habe. Allerdings sei die Globalisierung ein zweischneidiges Schwert, besonders dann, wenn die Weltwirtschaft unter Druck stünde.
Chinas Staatschef sehe daher an verschiedenen Ecken Handlungsbedarf. Das globale Wirtschaftswachstum müsse gesteigert werden. Es gehe dabei keineswegs nur um die Debatte, ob nun mehr geldpolitischer Stimulus oder eher die Fiskalpolitik helfen könne, sondern um die Entwicklung neuer Strukturen, die ein innovationsbasiertes Wachstum ermöglichten. Gehe es nach Xi, solle die Welt sich dabei zu einer offenen Weltwirtschaft verpflichten.
Niemand werde aus einem Handelskrieg als Sieger hervorgehen, habe er gewarnt, ohne die USA explizit zu nennen. Dennoch dürfte klar sein, dass dies als Spitze gegen den Protektionismus der neuen Regierung in Washington gegolten habe. Als weitere Spitze gegen Trump sei Xis Bekenntnis zum Pariser Klimaabkommen gewertet worden. Er habe die Unterzeichnenden ermahnt, den Vertrag nun einzuhalten.
Mit Xi habe sich in der verschneiten Umgebung des Schweizer Skiorts erstmals ein chinesischer Staatschef als glühender Verteidiger des Welthandels präsentiert - und das in einer Zeit, in der viele beginnen würden, dem Protektionismus das Wort zu reden. Nun müsse sich zeigen, wieviel Wert Xis Worte in der wirtschaftlichen Praxis haben würden.
Die Emissionstätigkeit der Unternehmen sei im Vergleich zum Jahresstart in der vergangenen Woche verhaltener ausgefallen. Dennoch habe sich mit dem Gesundheitskonzern Fresenius ein Unternehmen am Kapitalmarkt aktiv gezeigt, das nicht nur private und institutionelle Anleger ansprechen möchte, sondern durch die Anpassung der Emissionsbedingungen seine Bonds auch für das QE-Programm der EZB aufgehübscht habe. Somit hätten mittels vier Bonds spielend 2,6 Mrd. EUR am Markt refinanziert werden können.
Bei der ersten Gattung handle es sich um eine 5-jährige 700 Mio. EUR schwere Anleihe (ISIN XS1554373164 / WKN A19B3F) mit Laufzeitende am 31.01.2022. Die Investoren würden eine jährliche Verzinsung von 0,875% erhalten. Der Emissionspreis habe 99,732% betragen (+85 Bps über Mid Swap). Bei der zweiten Tranche handle es sich um einen 7-jährigen Bond (ISIN XS1554373248 / WKN A19B3G) mit identischem Emissionsvolumen und einem jährlichen Kupon in Höhe von 1,5% bis zur Fälligkeit am 30.01.2024. Ausgegeben worden sei das Papier bei 99,875% und somit +120 Bps über Mid Swap.
Die dritte Anleihe (ISIN XS1554373677 / WKN A19B3H) sei eine 10-jährige, 700 Mio. EUR große Benchmark-Anleihe mit einer jährlichen Verzinsung von 2,125%. Fällig werde das Papier am 02.01.2027. Das Preising sei mit +152 Bps über Mid Swap erfolgt. Folglich habe sich der Reoffer bei 99,359% errechnet. Das Quartett komplettiere eine 15-jährige Anleihe (ISIN XS1554373834 / WKN A19B3J), welche mit einem Volumen von 500 Mio. EUR sowie mit 3% jährlicher Verzinsung und einer Fälligkeit am 30.01.2032 ausgestattet sei. Dieser Bond sei zu 99,275% emittiert und somit +253,9 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe gepreist worden.
Fresenius habe sich bei allen hier genannten Anleihen zur Aufnahme eines optionalen Sonderkündigungsrechts zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option), aber auch für eine Mindeststückelung von 1.000 EUR entschieden.
Nicht ganz so schwergewichtig, aber dennoch mit einer neuen Anleihe im Volumen von 1 Mrd. EUR sei Linde an den Markt gekommen. Das 5-jährige Papier (ISIN XS1518704900 / WKN A19BT2) sei mit einem Kupon in Höhe von 0,25% jährlich bis zur Endfälligkeit am 18.01.2022 ausgestattet. Emittiert worden sei das Papier zu 99,713% und damit +22 Bps über Mid Swap. Auch diese Anleihe sei mit einer kleinsten handelbaren Einheit von 1.000 EUR begeben worden.
Aktuell bewege sich das Sorgenbarometer Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) seitwärts um die Marke von 163,60%. Doch in den kommenden Tagen müssten sich die Rentenhändler zumindest vorübergehend für einen Trend entscheiden, denn charttechnisch habe sich eine Dreiecksformation herausgebildet, deren Spitze fast identisch mit der psychologisch wichtigen Linie bei 164% sei. Dabei verlaufe die obere Trendlinie momentan bei ca. 164,30% und eine erste Unterstützungslinie bei ca. 163,42%, die allerdings bereits im gestrigen Handel durchbrochen worden sei. Aktuell notiere das Rentenbarometer bei ca. 163% und somit nur noch unweit vom bisherigen Jahrestief bei 162,47% (09.01.2017).
Mit dem morgigen offiziellen Amtsantritt von "D.T. - dem Unberechenbaren" werde eine neue Ära eingeläutet und sollten sich die Aktienkurse auf Talfahrt begeben, so könnte dies zu einer spiegelbildlichen Entwicklung an den Rentenmärkten führen. Allerdings sollte der "Anlagenotstand" in Euroland einen "Aktiencrash" verhindern und eher zu einem moderaten Zinsanstieg bei 10-jährigen Bundesanleihen führen.
Von der heutigen EZB-Sitzung würden zwar keinerlei Zinsanpassungen erwartet, aber die anschließende Pressekonferenz des EZB-Präsidenten Mario Draghi werde mit Spannung erwartet. Zumal in dem erst kürzlich veröffentlichten Protokoll der Sitzung vom 8. Dezember des vergangenen Jahres zu lesen gewesen sei, dass sich innerhalb des EZB-Rates Widerstand gegen die anschließend verkündeten Maßnahmen geregt habe und auch mehrere Varianten durchdiskutiert worden seien. Somit würden die heutigen Worte von "Super Mario" erneut auf die Goldwaage gelegt und vielleicht schon ein neuer Trend initiiert.
In dieser Handelswoche sei den Marktteilnehmern die Tragweite der EZB-Entscheidungen vom Dezember vergangenen Jahres nochmals deutlich vor Augen geführt worden. Obwohl sich am langen Ende die Rendite gegenüber dem bisherigen Tief deutlich erhöht habe, sei am kurzen Ende ein neuer Rendite-Tiefstand markiert worden. Bei der Aufstockung der 2-jährigen Bundesschatzanweisungen (ISIN DE0001104669 / WKN 110466) um 5 Mrd. EUR auf 13 Mrd. EUR seien insgesamt Kaufaufträge im Gegenwert von 5.072 Mrd. EUR aufgegeben worden. Die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,75% erfolgt. Bei der ersten Aufstockung am 6. Dezember 2016 habe man den bisherigen Tiefpunkt mit einer Rendite von -0,71% erreicht. Diese Entwicklung sei der Tatsache geschuldet, dass seit Jahresbeginn die Mindestrestlaufzeit für Wertpapiere, die im Rahmen des Anleihekaufprogramms erworben werden dürften, auf ein Jahr reduziert worden sei.
In der Eurozone hätten die Slowakei (ISIN SK4120008871 / WKN A1HCKU, 2024; ISIN SK4120012220 / WKN A1888L, 2026; ISIN SK4120009762 / WKN A1ZB9Q, 2029), Spanien (ISIN ES00000128A0 / WKN A18W6G, 2019; ISIN ES00000123X3 / WKN A1HK7U, 2023) sowie Frankreich (ISIN FR0013219177 / WKN A189GE, 2022; ISIN FR0011347046 / WKN A1HBNB, 2021; ISIN FR0011008705 / WKN A1GMH7, 2027; ISIN FR0013209871 / WKN A18675, 2047) diverse Anleihen aufgestockt bzw. Frankreich und Spanien hätten zwei neue Gattungen mit mittleren Laufzeiten emittiert. Insgesamt sei den Investoren in dieser Woche neues Material für nominal fast 20 Mrd. EUR angeboten worden.
In den USA habe man sich in der Woche der "Machtübergabe" auf die Emission von Geldmarkttiteln mit Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten im Gesamtvolumen von 124 Mrd. USD beschränkt und als letzte Anleihe in der Amtszeit Obamas werde am heutigen Donnerstag eine 10-jährige inflation-linked T-Note begeben. In der kommenden Woche stünden neben den üblichen T-Bills auch Bonds mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren zur Refinanzierung an.
Aller guten Dinge seien drei, doch was den Devisenmarkt betreffe, seien es momentan genau drei verschiedene Weltwährungen, die für einige Turbulenzen sorgen würden. Ganz vorne finde sich die TRY, gefolgt vom Mexikanischen Peso. Ebenfalls zu den schwächsten Währungen zähle bislang das Pfund Sterling. Obwohl die Währung aufgrund der Rede von Premierministerin Theresa May diese Woche deutlich habe zulegen können und zeitweise bei 0,86265 GBP gehandelt worden sei, präsentiere sich das Pfund insgesamt sehr anfällig und notiere aktuell bei 0,866 GBP. Im Vorfeld der Rede habe sich der Wechselkurs zum EUR gar bei 0,88541 GBP bewegt und damit auf dem niedrigsten Stand seit Oktober 2016.
Bei dem anderen Sorgenkind, der TRY, scheine die Talfahrt vorerst gestoppt zu sein. Nach den massiven Kursverlusten in der Vorwoche und einem neuen Allzeittief bei 4,1785 TRY habe sich die TRY etwas stabilisieren können. Die Währung vom Bosporus habe teilweise bei 3,95 TRY notiert und handle zur Stunde um die Marke von 4,035 TRY.
Auch die mexikanische Landeswährung stehe nach wie vor gewaltig unter Druck. Kurz vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump handle der Mexikanische Peso (MXN) zum USD bei ca. 21,93 MXN und damit nur unweit seines historischen Tiefs von 22,0385 MXN, aufgestellt am 11. Januar 2017. Im Vergleich zum EUR habe der MXN keine neuen Tiefstwerte erreicht. Mit einem Wechselkurs von 23,32 MXN handle er allerdings nahe seines All-Time-Lows bei 23,45 MXN.
Die europäische Gemeinschaftswährung hingegen präsentiere sich dieser Tage wieder etwas stärker. So sei der EUR zum USD bis auf 1,0719 USD gestiegen und damit den Höchstwert in 2017 markiert, den er allerdings kurz vor der heutigen EZB-Sitzung nicht habe halten können. Aktuell handle die Einheitswährung bei 1,0640 USD.
Auch in dieser Berichtswoche hätten die Privatanleger auf Altbekanntes gesetzt. Favorisiert worden seien demnach Fremdwährungsanleihen auf TRY, MXN, Brasilianische Real sowie USD.
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,717 € | 125,3577 € | 0,3593 € | +0,29% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |
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