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Geldpolitik: Zentralbanker sind bereit, sich gegen einen unkontrollierten Anstieg der Anleiherenditen zu schützen


12.10.22 09:45
UBS Asset Management

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Evan Brown, Leiter Multi Asset Strategy bei UBS Asset Management, definiert drei Schlüsselfragen, die sich Vermögensverwalter bezüglich Ihrer Allokation stellen sollten.

Seine Analyse laute wie folgt: "Bislang haben sich die Umstände weitgehend im Einklang mit unseren damaligen Erwartungen entwickelt: So hat die Sitzung der Federal Reserve im September gezeigt, dass sich die Zentralbank effektiv dazu verpflichtet, die Zinsen lange genug hochzuhalten, um einen wirtschaftlichen Abschwung herbeizuführen und so die Inflation wieder in die Nähe ihres Ziels zu bringen. Die Aussichten für Europa in diesem Winter bleiben düster, da Russland seine Aggression in der Ukraine und in der Energiepolitik ausweitet. Zudem erweist sich die politische Unterstützung Chinas als unzureichendes Heilmittel für die Leiden der Weltwirtschaft", so Evan Brown.

Die wichtigsten Fragen würden nun lauten:

1. Hätten die Interventionen am Anleihemarkt in Großbritannien weitreichende Auswirkungen?

Ja. Zur Erinnerung: Zentralbanken würden die Finanzstabilität schützen. Dies könnte bedeuten, dass Großbritannien und Europa die Volatilität an den Anleihemärkten begrenzen würden, was das Risiko-Ertrags-Verhältnis bei globalen festverzinslichen Wertpapieren verbessern würde.

2. Könne der US-Dollar weiter ansteigen?

Ja. Es sei unwahrscheinlich, dass es in nächster Zeit Belastungsfaktoren für den Dollarkurs gebe.

3. Wie seien die Ertragsaussichten?

Zunehmend negativ. Es gebe wenige Gründe, eine Erholung zu erwarten.

Fazit für die Vermögensallokation:

"Die aktuelle Risikoprämie für Aktien zeigt, dass Aktien im Vergleich zu Anleihen teuer und weitere Kürzungen der Gewinnerwartungen wahrscheinlich sind. Gleichzeitig sind Zentralbanker in Großbritannien und in Europa eher bereit, sich gegen einen unkontrollierten Anstieg der Anleiherenditen zu schützen. Damit verbessert sich das Risiko-Ertrags-Verhältnis von Anleihen und Krediten im Vergleich zu Aktien", schlussfolgere Brown. (12.10.2022/alc/a/a)