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Geldmarkt: Das größte Finanzexperiment aller Zeiten
14.03.16 08:33
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In Deutschland bringen 78% aller ausstehenden Staatsanleihen keine Zinsen, in Frankreich 65%, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Das Volumen der Anleihen mit negativen Renditen in der ganzen Welt werde derzeit von JP Morgan Chase auf USD 5,9 Billionen geschätzt. Die Notenbanken würden ZIRP (zero interest rate policy) durch NIRP (negative interest rate policy) ersetzen. Das sei das größte Finanzexperiment aller Zeiten, das die ganze Finanzwelt auf den Kopf stelle. Ein Gläubiger leihe einem Schuldner Geld für das Versprechen, diese Schulden nach einiger Zeit wieder zurückzuzahlen, und er zahle dem Schuldner jährlich dafür eine Prämie. Anders ausgedrückt: Ein Sparer werde in kleinen Raten enteignet, ein Investor werde für seine Risikoaversion bestraft und in immer riskantere Anlagen gedrängt. Eigentlich sei es merkwürdig, dass sich die Bezeichnung negative Zinsen eingebürgert habe und nicht einfach "Zusatzsteuer".
In Europa seien das die Eurozone, Schweiz, Dänemark und Schweden. Auch in Japan seien die Renditen der Staatsanleihen negativ. Für die USA halte Jannet Yellen eine solche Entwicklung gegebenenfalls ebenfalls für möglich. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) habe jetzt die Zentralbanken vor unbekannten und unerwünschten Konsequenzen von NIRP gewarnt (How have central banks implemented negative policy rates?)
Je länger und je tiefer sich die Zentralbanken in Europa und Japan in dieses Territorium begeben würden, umso schwieriger werde es, das Verhalten der privaten Haushalte und finanzieller Institutionen vorherzusehen. Wenn die Geschäftsbanken die negativen Zinsen nicht weitergeben würden, dann würden ihre Erträge noch weiter zurücksinken. Doch wenn sie diese weitergeben würden, könnte das ganze Finanzsystem in Unstabilität geraten.
Das größte Finanzexperiment könnte auch das riskanteste werden, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch". (Ausgabe vom 13.03.2016) (14.03.2016/alc/a/a)
Das Volumen der Anleihen mit negativen Renditen in der ganzen Welt werde derzeit von JP Morgan Chase auf USD 5,9 Billionen geschätzt. Die Notenbanken würden ZIRP (zero interest rate policy) durch NIRP (negative interest rate policy) ersetzen. Das sei das größte Finanzexperiment aller Zeiten, das die ganze Finanzwelt auf den Kopf stelle. Ein Gläubiger leihe einem Schuldner Geld für das Versprechen, diese Schulden nach einiger Zeit wieder zurückzuzahlen, und er zahle dem Schuldner jährlich dafür eine Prämie. Anders ausgedrückt: Ein Sparer werde in kleinen Raten enteignet, ein Investor werde für seine Risikoaversion bestraft und in immer riskantere Anlagen gedrängt. Eigentlich sei es merkwürdig, dass sich die Bezeichnung negative Zinsen eingebürgert habe und nicht einfach "Zusatzsteuer".
Je länger und je tiefer sich die Zentralbanken in Europa und Japan in dieses Territorium begeben würden, umso schwieriger werde es, das Verhalten der privaten Haushalte und finanzieller Institutionen vorherzusehen. Wenn die Geschäftsbanken die negativen Zinsen nicht weitergeben würden, dann würden ihre Erträge noch weiter zurücksinken. Doch wenn sie diese weitergeben würden, könnte das ganze Finanzsystem in Unstabilität geraten.
Das größte Finanzexperiment könnte auch das riskanteste werden, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch". (Ausgabe vom 13.03.2016) (14.03.2016/alc/a/a)


