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Fixed-Income-Strategie: Untergewichtung von EM-Fremdwährungen ausgeweitet
17.01.14 14:34
ING Investment Management
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Seit letztem Mai setzt sich der Abfluss von Kapital aus den Schwellenländern fort und hat in den vergangenen Wochen sogar an Tempo zugelegt, so Maarten-Jan Bakkum, Senior Stratege Emerging Markets bei ING Investment Management.
Der hohe Druck auf die EM-Anleihemärkte halte daher an. Die Probleme hätten im vergangenen Jahr klar auf der Hand gelegen: schlechtere volkswirtschaftliche Daten, stagnierendes Wirtschaftswachstum, steigende politische Risiken und eine schwierige globale Liquiditätslage.
Die Makrodaten der Emerging Markets hätten sich in letzter Zeit kaum verändert. Als wichtigste Entwicklungen seien die verbesserten Leistungsbilanz- und Inflationsdaten in Indien sowie das geschwächte Wachstum in Thailand und der Türkei zu nennen, wo die politischen Unruhen nun auch die Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen würden.
Thailand und die Türkei würden mittlerweile vor allem als Länder hervortreten, in denen sich die politischen Krisen verschärft hätten. Gleichzeitig herrsche in jenen Ländern, in denen die Wirtschaft schwächle, die soziale Unzufriedenheit wachse und in diesem Jahr Wahlen anstünden, weiterhin hohe Unsicherheit. In Indien und Indonesien mache sich im Hinblick auf die Kandidatur von möglichen Reformern bei den Wahlen im Mai bzw. Juli bereits freudige Erwartung am Markt bemerkbar. Doch gerade in Indien sei eine leistungsfähigere und reformfreudigere Regierung auch nach den Wahlen kaum vorstellbar. Die politische Landschaft sei stärker zersplittert denn je. Dass eine Partei genug Stimmen auf sich vereinen könne, um eine stabile Koalitionsregierung zu bilden, sei eher unwahrscheinlich.
In Südafrika würden wiederum die Arbeitskämpfe eskalieren. Der in Misskredit geratene ANC werde bei den Wahlen, die im zweiten Quartal stattfinden sollten, wohl erhebliche Einbußen hinnehmen müssen. Es sei unwahrscheinlich, dass eine Regierung die Reformen umsetzen könne, die erforderlich seien, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern und seine massiven Probleme (hohe Arbeitslosigkeit und soziale Ungleichheit) anzugehen.
In Brasilien dürfte Präsidentin Dilma Rousseff im Oktober erneut im Amt bestätigt werden. Doch angesichts der voraussichtlichen Fortsetzung ihrer interventionistischen und populistischen Politik dürfte die Risikoaversion der Anlegerschaft gegenüber Brasilien anhalten. Die Gefahr einer Herabstufung des Kredit-Ratings und einer deutlichen Abwertung des Real bleibe bestehen.
Vor dem Hintergrund der schwächelnden EM-Volkswirtschaften, anhaltender Makro-Ungleichgewichte und einer negativen Kapitalflussdynamik in Kombination mit erheblichen politischen Unwägbarkeiten stehe die EM-Assetklasse weiter unter Druck.
Aufgrund der sich verlangsamenden Wachstumsdynamik in den Schwellenländern und dem verstärkten Abfluss von Kapital haben die Experten von ING Investment Management ihre Untergewichtung bei EM Fremdwährungen ausgeweitet, denn hier liegt ihrer Einschätzung nach das größte Risiko.
Preisbereinigt sei die Währungskorrektur in den Schwellenländern mit 6 Prozent bisher bescheiden ausgefallen. Zum Vergleich: Im Zeitraum 2002 bis 2011 habe die reale Aufwertung bei 32 Prozent gelegen. Schlechtere Makro-Rahmendaten, größere politische Risiken, nachlassende Wettbewerbsfähigkeit, die trüben Konjunkturaussichten in den EM, die Gefahr, die von der strauchelnden Konjunkturlokomotive China ausgehe - in Kombination mit der erwarteten quantitativen Lockerung in den USA, rechtfertige dies nach Meinung der Experten eine umfassendere Korrektur.
Solange die US-Wirtschaft sich indes positiv entwickle und die US-Anleiherenditen weiter klettern würden, steige die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Dollar-Stärke. In solch einem Szenario würden EM-Währungen beschleunigt an Boden verlieren. (17.01.2014/alc/a/a)
Der hohe Druck auf die EM-Anleihemärkte halte daher an. Die Probleme hätten im vergangenen Jahr klar auf der Hand gelegen: schlechtere volkswirtschaftliche Daten, stagnierendes Wirtschaftswachstum, steigende politische Risiken und eine schwierige globale Liquiditätslage.
Die Makrodaten der Emerging Markets hätten sich in letzter Zeit kaum verändert. Als wichtigste Entwicklungen seien die verbesserten Leistungsbilanz- und Inflationsdaten in Indien sowie das geschwächte Wachstum in Thailand und der Türkei zu nennen, wo die politischen Unruhen nun auch die Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen würden.
Thailand und die Türkei würden mittlerweile vor allem als Länder hervortreten, in denen sich die politischen Krisen verschärft hätten. Gleichzeitig herrsche in jenen Ländern, in denen die Wirtschaft schwächle, die soziale Unzufriedenheit wachse und in diesem Jahr Wahlen anstünden, weiterhin hohe Unsicherheit. In Indien und Indonesien mache sich im Hinblick auf die Kandidatur von möglichen Reformern bei den Wahlen im Mai bzw. Juli bereits freudige Erwartung am Markt bemerkbar. Doch gerade in Indien sei eine leistungsfähigere und reformfreudigere Regierung auch nach den Wahlen kaum vorstellbar. Die politische Landschaft sei stärker zersplittert denn je. Dass eine Partei genug Stimmen auf sich vereinen könne, um eine stabile Koalitionsregierung zu bilden, sei eher unwahrscheinlich.
In Brasilien dürfte Präsidentin Dilma Rousseff im Oktober erneut im Amt bestätigt werden. Doch angesichts der voraussichtlichen Fortsetzung ihrer interventionistischen und populistischen Politik dürfte die Risikoaversion der Anlegerschaft gegenüber Brasilien anhalten. Die Gefahr einer Herabstufung des Kredit-Ratings und einer deutlichen Abwertung des Real bleibe bestehen.
Vor dem Hintergrund der schwächelnden EM-Volkswirtschaften, anhaltender Makro-Ungleichgewichte und einer negativen Kapitalflussdynamik in Kombination mit erheblichen politischen Unwägbarkeiten stehe die EM-Assetklasse weiter unter Druck.
Aufgrund der sich verlangsamenden Wachstumsdynamik in den Schwellenländern und dem verstärkten Abfluss von Kapital haben die Experten von ING Investment Management ihre Untergewichtung bei EM Fremdwährungen ausgeweitet, denn hier liegt ihrer Einschätzung nach das größte Risiko.
Preisbereinigt sei die Währungskorrektur in den Schwellenländern mit 6 Prozent bisher bescheiden ausgefallen. Zum Vergleich: Im Zeitraum 2002 bis 2011 habe die reale Aufwertung bei 32 Prozent gelegen. Schlechtere Makro-Rahmendaten, größere politische Risiken, nachlassende Wettbewerbsfähigkeit, die trüben Konjunkturaussichten in den EM, die Gefahr, die von der strauchelnden Konjunkturlokomotive China ausgehe - in Kombination mit der erwarteten quantitativen Lockerung in den USA, rechtfertige dies nach Meinung der Experten eine umfassendere Korrektur.
Solange die US-Wirtschaft sich indes positiv entwickle und die US-Anleiherenditen weiter klettern würden, steige die Wahrscheinlichkeit einer anhaltenden Dollar-Stärke. In solch einem Szenario würden EM-Währungen beschleunigt an Boden verlieren. (17.01.2014/alc/a/a)


