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Finanzmärkte vollziehen Kehrtwende


08.01.24 15:32
Ebury

Brüssel (www.anleihencheck.de) - "Die Devisenmärkte haben ebenso wie auch die Finanzmärkte im neuen Jahr eine Kehrtwende vollzogen", sagt Matthew Ryan, Head of Market Strategy bei Ebury, angesichts des Marktverlaufs in den ersten Handelstagen 2024.

Grund sei, dass die Märkte ihre Erwartungen an die Zinswende in den USA teilweise revidieren würden. Das habe zuletzt Anleihen und auch Rohstoffe unter Druck gesetzt. Der US-Dollar habe sich hingegen stark gezeigt.

Mit Blick auf die Woche sehe Ryan vor allem den Verbraucherpreisindex aus den USA, der am Mittwoch veröffentlicht werde, als richtungsweisend an. "Die Märkte erwarten eine weitere Abschwächung der US-Kerninflationsrate. Jede Überraschung nach oben würde eine Lockerung der Geldpolitik schon im März unwahrscheinlich machen und sollte die aktuelle Dollar-Rally nur noch verstärken", so Ryan. Für den Euro könnte die laufende Woche ereignisarm verlaufen.

Die Inflationsdaten für Dezember hätten nach Ansicht von Ryan keine klare Richtungsentscheidung herbeigeführt. Angesichts weniger relevanter Wirtschaftsdaten aus der Eurozone dürfte das Hauptaugenmerk des Marktes in dieser Woche auf Reden von EZB-Vertretern, insbesondere der von EZB-Chefökonom Philip Lane, liegen. Marktteilnehmer würden sich davon Erkenntnisse darüber erhoffen, wie die EZB die jüngste wirtschaftliche Schwäche der Eurozone und deren Auswirkungen auf die Geldpolitik interpretiere.

Für die Rally des Franken seit Weihnachten gebe es kaum eine Erklärung. Der signifikante Rückgang der Shortpositionen deute aber darauf hin, dass Anleger die Währung als nützliches Absicherungsinstrument in einem Umfeld erhöhter geopolitischer Unsicherheiten im Vorfeld eines wichtigen Wahljahres erachten würden. Die Experten würden jedoch glauben, dass es für den Franken schwierig sein könnte, seine Gewinne angesichts der jüngsten dovishen Wende der Schweizer Nationalbank beizubehalten. Der zu Wochenbeginn vermeldete stärkere Anstieg der Inflation innerhalb der Schweiz dürfte an dieser Marktsicht wenig ändern, da die Inflationsdaten auch weiterhin innerhalb der Zielvorgaben lägen.

Das Britische Pfund sei zuletzt die einzige große Währung gewesen, die sich gegenüber dem US-Dollar habe behaupten können. Dafür gebe es in erster Linie zwei Gründe: Neben der robusten Nachfrage seitens der Konsumenten, halte die Bank of England eine straffe Geldpolitik aufrecht. Neben einem vergleichsweise hohen Zinsniveau stärke auch die Erwartung an eine eher langsame Zinswende das Pfund. (08.01.2024/alc/a/a)