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Finanzanlagen: Was passiert, wenn China strauchelt?
14.02.14 14:48
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Die chinesischen Finanzmärkte sind weitgehend vom Rest der Welt abgeschottet, so die Experten von AXA Investment Managers (AXA IM).
Und dennoch: Auf den Beinaheausfall im chinesischen Finanzsektor hätten die internationalen Märkte vor kurzem äußerst sensibel reagiert. Der Grund dafür sei, dass die Verflechtungen zwischen China und dem Rest der Welt eher realwirtschaftlicher als finanzieller Art seien. Wenn eine Finanzkrise in China die Liquiditätsversorgung vieler Privatunternehmen störe und die entstehende Kreditkrise zu einem Einbruch der Binnennachfrage führe, könnte dadurch die Weltwirtschaft Schaden nehmen - schließlich sei China ein wichtiger Handelspartner von Emerging Markets und Industrieländern.
Darüber hinaus seien die Banken der Industrieländer mit 15 Prozent ihrer Auslandsforderungen in den Emerging Markets engagiert. Durch schlechtere Finanzierungsbedingungen könnte der realwirtschaftliche Schock weiter verstärkt werden. Vor allem aber könnte die Verunsicherung infolge eines Ausfalls im chinesischen Finanzsektor Unternehmen weltweit veranlassen, ihre Investitionen bis auf weiteres zurückzustellen.
Das Worst-Case-Szenario für den chinesischen Finanzsektor beginne mit dem Ausfall eines Vermögensverwaltungsprodukts. Dieser löse massive Verkäufe anderer schwach regulierter Schattenbankprodukte aus, schließlich gerate das Bankensystem selbst unter Druck. Trete dieser Fall ein, würde das chinesische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1 Prozent weniger wachsen. Das Wachstum der Industrieländer würde um 0,2 Prozent geringer ausfallen.
Die Hauptleittragenden einer Wachstumsabschwächung in China wären jedoch die Emerging Markets: Hier würde das Wachstum um 0,4 Prozent zurückgehen. Das gelte jedoch auch in umgekehrter Richtung: Ein fiskal- oder geldpolitischer Impuls in China würde den übrigen Emerging Markets über den Außenhandel doppelt so viel Schub geben wie den Industrieländern.
Die erste Reaktion der Anleger auf einen Ausfall im chinesischen Finanzsektor wäre wohl, sich in sichere und liquide Vermögenswerte zu flüchten - vorzugsweise in amerikanische Staatsanleihen. In der Folge würden die amerikanischen Zehnjahresrenditen um 70 Basispunkte auf rund 2,0 Prozent zurückgehen. Die Investoren würden risikoreichere Anlagen meiden, bis die chinesischen Behörden überzeugende Maßnahmen zur Konjunkturbelebung ergreifen würden und sich eine Erholung abzeichne, was bis zu sechs Monate dauern könnte.
Im Worst-Case-Szenario wären die Erträge amerikanischer Aktien um 10 Prozent niedriger als im Hauptszenario. Europäische und Emerging-Markets-Aktien würden Ertragseinbußen von 20 bis 30 Prozent erleiden. Ein Ausfall im chinesischen Finanzsektor könnte den langfristigen Abwärtstrend der Anleihemärkte zwar nicht außer Kraft setzen, käme aber in diesem Jahr den Anleihen sehr zugute. (14.02.2014/alc/a/a)
Und dennoch: Auf den Beinaheausfall im chinesischen Finanzsektor hätten die internationalen Märkte vor kurzem äußerst sensibel reagiert. Der Grund dafür sei, dass die Verflechtungen zwischen China und dem Rest der Welt eher realwirtschaftlicher als finanzieller Art seien. Wenn eine Finanzkrise in China die Liquiditätsversorgung vieler Privatunternehmen störe und die entstehende Kreditkrise zu einem Einbruch der Binnennachfrage führe, könnte dadurch die Weltwirtschaft Schaden nehmen - schließlich sei China ein wichtiger Handelspartner von Emerging Markets und Industrieländern.
Darüber hinaus seien die Banken der Industrieländer mit 15 Prozent ihrer Auslandsforderungen in den Emerging Markets engagiert. Durch schlechtere Finanzierungsbedingungen könnte der realwirtschaftliche Schock weiter verstärkt werden. Vor allem aber könnte die Verunsicherung infolge eines Ausfalls im chinesischen Finanzsektor Unternehmen weltweit veranlassen, ihre Investitionen bis auf weiteres zurückzustellen.
Die Hauptleittragenden einer Wachstumsabschwächung in China wären jedoch die Emerging Markets: Hier würde das Wachstum um 0,4 Prozent zurückgehen. Das gelte jedoch auch in umgekehrter Richtung: Ein fiskal- oder geldpolitischer Impuls in China würde den übrigen Emerging Markets über den Außenhandel doppelt so viel Schub geben wie den Industrieländern.
Die erste Reaktion der Anleger auf einen Ausfall im chinesischen Finanzsektor wäre wohl, sich in sichere und liquide Vermögenswerte zu flüchten - vorzugsweise in amerikanische Staatsanleihen. In der Folge würden die amerikanischen Zehnjahresrenditen um 70 Basispunkte auf rund 2,0 Prozent zurückgehen. Die Investoren würden risikoreichere Anlagen meiden, bis die chinesischen Behörden überzeugende Maßnahmen zur Konjunkturbelebung ergreifen würden und sich eine Erholung abzeichne, was bis zu sechs Monate dauern könnte.
Im Worst-Case-Szenario wären die Erträge amerikanischer Aktien um 10 Prozent niedriger als im Hauptszenario. Europäische und Emerging-Markets-Aktien würden Ertragseinbußen von 20 bis 30 Prozent erleiden. Ein Ausfall im chinesischen Finanzsektor könnte den langfristigen Abwärtstrend der Anleihemärkte zwar nicht außer Kraft setzen, käme aber in diesem Jahr den Anleihen sehr zugute. (14.02.2014/alc/a/a)


