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Federal Reserve verlässt Krisenmodus


11.04.17 09:45
Alte Leipziger Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) hat ihren jahrelangen "Krisenmodus" verlassen und die Zügel weiter gestrafft, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

Die Trendwende hin zu steigenden Leitzinsen sei bereits im Dezember des vergangenen Jahres erfolgt. Seinerzeit seien erstmals seit vielen Quartalen die Zinserwartungen des Zentralbankkomitees nicht weiter herabgesenkt, sondern erhöht worden. Einhergegangen sei dies mit einer Anhebung des Leitzinses um 25 Basispunkte auf 0,50 bis 0,75%. Es sei anschließend von den Marktteilnehmern darüber spekuliert worden, dass es in den USA im laufenden Jahr weitere Zinserhöhungen geben könnte. Die FED habe inzwischen begonnen zu liefern. Am 15. März sei der Leitzins jetzt erneut um ein Viertel-Prozentpunkt angehoben worden. Aktuell liege er bei 0,75 bis 1,0%.

Die US-Zinswende sei nach Erachten der Experten gerechtfertigt und überfällig. Denn die USA würden sich schon seit längerer Zeit nicht mehr in einer Krisensituation befinden, die ein solch niedriges Zinsniveau rechtfertige. Der Arbeitsmarkt verbessere sich stetig und nähere sich mit einer aktuellen Quote von 4,7% der Vollbeschäftigung. Die Inflationsrate liege bei 2,5%, und selbst die Kernrate befinde sich je nach Berechnungsweise mit 1,7 bis 2,3% im Bereich der von den obersten Währungshütern angestrebten Zwei-Prozent-Marke.

Mittlerweile würden auch die US-Löhne steigen. Dieser Trend werde als ein Grund dafür angesehen, dass sich das Konsumentenvertrauen auf dem höchsten Stand seit 2001 befinde. Die Vorlaufindikatoren, zum Beispiel die Einkaufsmanagerindices, würden für die nächsten Monate sowohl für das Verarbeitende Gewerbe als auch für den Dienstleistungssektor eine weiterhin expandierende Wirtschaft anzeigen. (Ausgabe April 2017) (11.04.2017/alc/a/a)