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FED zwischen Arbeitsmarktstütze und politischem Druck
03.09.25 14:42
UBS Asset Management
Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Die Kapitalmärkte blicken gespannt nach Washington, denn die US-Notenbank (FED) steht vor einem entscheidenden Wendepunkt, so UBS Asset Management (UBS-AM).
Angesichts einer merklich abgekühlten Arbeitsmarktdynamik und gleichzeitig hartnäckiger Inflation werde im September mit großer Wahrscheinlichkeit die erste Zinssenkung seit langer Zeit erfolgen. "Powells Signal aus Jackson Hole war eindeutig. Die FED wird die Beschäftigung schützen und nimmt dafür temporär eine höhere Inflation in Kauf", sage Evan Brown, Head of Multi-Asset Strategy bei UBS-AM. Für die Märkte bedeute das mehr Rücken- als Gegenwind, solange die Inflationserwartungen stabil bleiben würden.
Arbeitsmarkt im Fokus: Rezessionsrisiko überwiege Inflationssorge
Die schwächeren Beschäftigungsdaten im Sommer - inklusive deutlicher Abwärtsrevisionen - hätten die Risikolage verändert. UBS-AM erwarte deshalb, dass die FED eine vorsichtige Zinssenkungsrunde einleite, um einer drohenden Rezession vorzubeugen. "Eine Rezession wäre aus unserer Sicht deutlich schädlicher als ein weiteres Jahr mit Inflationsraten über dem Zielwert. Deshalb ist der Schritt im September folgerichtig", betone Brown. Entscheidend bleibe jedoch: Weitere Zinsschritte würden von den kommenden Konjunkturdaten abhängen.
Politische Einflussnahme auf die FED berge Glaubwürdigkeitsrisiko
Neben der geldpolitischen Lage rücke ein weiteres Thema in den Vordergrund: die Unabhängigkeit der FED. US-Präsident Donald Trump versuche, die Zusammensetzung des Führungsgremiums nachhaltig zu prägen. Er könnte schon bald mehrere Sitze im Board of Governors neu besetzen, einschließlich des Vorsitzes ab Mai 2026.
"Die Märkte unterscheiden sehr genau zwischen einem glaubwürdigen geldpolitischen Dovish-Ton und politisch motivierten Personalentscheidungen. Sollte Letzteres überwiegen, könnte das die Glaubwürdigkeit der Fed schmälern und die langfristigen Zinsen nach oben treiben", warne Brown. Für Investoren könnte dies einen Paradigmenwechsel bedeuten, insbesondere wenn die USA als globaler Anker für die Preisstabilität infrage gestellt würden.
Chancen und Absicherungen: Aktien bevorzugt, US-Dollar unter Druck
Trotz der Risiken sehe UBS-AM weiterhin aussichtsreiche Perspektiven für Anleger. Die Gründe dafür seien solide nominale Wachstumsraten, Rückenwind durch den globalen Investitionszyklus in Künstliche Intelligenz und eine FED, die bereit sei, den Arbeitsmarkt zu stützen. "Wir bleiben in globalen Aktien übergewichtet, mit klarer Präferenz für die USA und die Emerging Markets", so Brown. Staatsanleihen seien aus Sicht von UBS-AM fair bewertet, würden aber ihre Funktion als Absicherung für ein mögliches Abrutschen der Konjunktur behalten.
Auch auf Währungsebene zeichne sich ein klares Bild ab: UBS-AM bleibe beim US-Dollar bärisch und setze auf eine Abwertung gegenüber dem Euro und ausgewählten Schwellenländerwährungen. Edelmetalle wie Gold und Silber würden zusätzlich an Attraktivität gewinnen - nicht nur als Diversifikationsbaustein, sondern auch als Schutz gegen ein mögliches Glaubwürdigkeitsrisiko der FED. "Ein schwächerer Dollar und starke Edelmetalle sind in diesem Umfeld gleich doppelt sinnvoll. Fundamental und als Absicherung gegen politische Einflussnahme", fasse Brown zusammen.
Blick nach vorn
Derzeit würden die Märkte vor allem auf die kurzfristige Unterstützung durch die FED reagieren. Die kommenden Monate könnten jedoch entscheidend werden, sollte es Trump gelingen, die Notenbankführung stärker unter politischen Einfluss zu bringen. UBS-AM berücksichtige deshalb zwei Szenarien: ein Basisszenario mit weiterem Rückenwind für Risikoanlagen und ein Risikoszenario, in dem die Glaubwürdigkeit der FED Schaden nehme. "Anleger sollten beide Möglichkeiten im Blick behalten und ihre Portfolios so ausrichten, dass sie von der Unterstützung durch die FED profitieren können, ohne die politischen Risiken zu unterschätzen", sage Brown. (03.09.2025/alc/a/a)
Angesichts einer merklich abgekühlten Arbeitsmarktdynamik und gleichzeitig hartnäckiger Inflation werde im September mit großer Wahrscheinlichkeit die erste Zinssenkung seit langer Zeit erfolgen. "Powells Signal aus Jackson Hole war eindeutig. Die FED wird die Beschäftigung schützen und nimmt dafür temporär eine höhere Inflation in Kauf", sage Evan Brown, Head of Multi-Asset Strategy bei UBS-AM. Für die Märkte bedeute das mehr Rücken- als Gegenwind, solange die Inflationserwartungen stabil bleiben würden.
Arbeitsmarkt im Fokus: Rezessionsrisiko überwiege Inflationssorge
Die schwächeren Beschäftigungsdaten im Sommer - inklusive deutlicher Abwärtsrevisionen - hätten die Risikolage verändert. UBS-AM erwarte deshalb, dass die FED eine vorsichtige Zinssenkungsrunde einleite, um einer drohenden Rezession vorzubeugen. "Eine Rezession wäre aus unserer Sicht deutlich schädlicher als ein weiteres Jahr mit Inflationsraten über dem Zielwert. Deshalb ist der Schritt im September folgerichtig", betone Brown. Entscheidend bleibe jedoch: Weitere Zinsschritte würden von den kommenden Konjunkturdaten abhängen.
Politische Einflussnahme auf die FED berge Glaubwürdigkeitsrisiko
"Die Märkte unterscheiden sehr genau zwischen einem glaubwürdigen geldpolitischen Dovish-Ton und politisch motivierten Personalentscheidungen. Sollte Letzteres überwiegen, könnte das die Glaubwürdigkeit der Fed schmälern und die langfristigen Zinsen nach oben treiben", warne Brown. Für Investoren könnte dies einen Paradigmenwechsel bedeuten, insbesondere wenn die USA als globaler Anker für die Preisstabilität infrage gestellt würden.
Chancen und Absicherungen: Aktien bevorzugt, US-Dollar unter Druck
Trotz der Risiken sehe UBS-AM weiterhin aussichtsreiche Perspektiven für Anleger. Die Gründe dafür seien solide nominale Wachstumsraten, Rückenwind durch den globalen Investitionszyklus in Künstliche Intelligenz und eine FED, die bereit sei, den Arbeitsmarkt zu stützen. "Wir bleiben in globalen Aktien übergewichtet, mit klarer Präferenz für die USA und die Emerging Markets", so Brown. Staatsanleihen seien aus Sicht von UBS-AM fair bewertet, würden aber ihre Funktion als Absicherung für ein mögliches Abrutschen der Konjunktur behalten.
Auch auf Währungsebene zeichne sich ein klares Bild ab: UBS-AM bleibe beim US-Dollar bärisch und setze auf eine Abwertung gegenüber dem Euro und ausgewählten Schwellenländerwährungen. Edelmetalle wie Gold und Silber würden zusätzlich an Attraktivität gewinnen - nicht nur als Diversifikationsbaustein, sondern auch als Schutz gegen ein mögliches Glaubwürdigkeitsrisiko der FED. "Ein schwächerer Dollar und starke Edelmetalle sind in diesem Umfeld gleich doppelt sinnvoll. Fundamental und als Absicherung gegen politische Einflussnahme", fasse Brown zusammen.
Blick nach vorn
Derzeit würden die Märkte vor allem auf die kurzfristige Unterstützung durch die FED reagieren. Die kommenden Monate könnten jedoch entscheidend werden, sollte es Trump gelingen, die Notenbankführung stärker unter politischen Einfluss zu bringen. UBS-AM berücksichtige deshalb zwei Szenarien: ein Basisszenario mit weiterem Rückenwind für Risikoanlagen und ein Risikoszenario, in dem die Glaubwürdigkeit der FED Schaden nehme. "Anleger sollten beide Möglichkeiten im Blick behalten und ihre Portfolios so ausrichten, dass sie von der Unterstützung durch die FED profitieren können, ohne die politischen Risiken zu unterschätzen", sage Brown. (03.09.2025/alc/a/a)


