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FED wird im 2. Halbjahr handeln können
01.07.24 10:40
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Als bisher tragende Säule der nordamerikanischen Wirtschaft bleibt der US-Konsument ganz eindeutig im Blick der internationalen Finanzmärkte, so die Analysten der NORD LB.
Nach noch vorläufigen Daten hätten die Einzelhandelsumsätze im Berichtsmonat Mai lediglich um 0,1% M/M zulegen können. Exklusive Automobile notiere die Veränderungsrate sogar nur bei -0,1% M/M. Diese Zahlen müssten - auch angesichts der von den Statistikern vorgenommenen Datenrevisionen - auf jeden Fall als negative Überraschung bezeichnet werden. Nach der ausgeprägten Schwächephase im Vormonat habe die für die BIP-Erhebung relevante Kontrollgruppe der Einzelhandelsumsätze am aktuellen Rand zwar recht klar um beachtliche 0,4% M/M steigen können, dieser Zuwachs müsse aber wohl vor allem als Gegenbewegung interpretiert werden. Der Konsum der privaten Haushalte bleibe somit zwar schon ein eher stützender Faktor für das Wirtschaftswachstum in den USA, die Bäume würden jedoch nicht mehr in den Himmel wachsen. Inflationssorgen dürften in diesem Kontext offenkundig von großer Bedeutung sein. Die höheren Löhne könnten daher keine wirkliche Konsumfreude entfachen! Im zweiten Quartal 2024 sollte das BIP-Wachstum im Vergleich zur Vorperiode zwar schon wieder etwas zulegen können, die Analysten der NORD LB würden aber nicht mit einer wirklich überbordenden Verbesserung rechnen.
Die Zinsniveau belaste den Immobilienmarkt auch weiterhin
Die monatlich gemeldeten FHFA-Hauspreise hätten viele Marktteilnehmer am aktuellen Rand abermals enttäuscht. Für April sei ein Anstieg um 0,2% M/M publiziert worden. Zudem sei die für den Vormonat gemeldete Veränderungsrate der Zeitreihe auf 0,0% M/M marginal nach unten revidiert worden. Die Case Shiller HPIs für 20 Metropolregionen hätten sich mit einem Zuwachs um immerhin 0,38% M/M freundlicher präsentieren können. Das hohe Zinsniveau belaste die Stimmung in der US-Bauwirtschaft allerdings auch weiterhin. So sei der wichtige NAHB-Index im Juni auf lediglich noch 43 Punkte abgesackt. Dabei habe sich die Unterkomponente "Prospective Buyers Traffic" sogar deutlich verschlechtert. Die Zeitreihe notiere inzwischen nur noch bei 28 Zählern. Diese aktuelle Entwicklung illustriere unmissverständlich, dass die Nachfrageseite als großes Problem anzusehen sei. Weiterhin hohe Hauspreise würden auf deutlich höhere Zinsen treffen, was die Immobilienfinanzierung eindeutig erschwere!
Die FED werde im 2. Halbjahr handeln können
Die US-Konsumentenpreise seien im Berichtsmonat Mai um 3,3% Y/Y angestiegen. Damit schienen die leichten Disinflationstendenzen in den USA anzuhalten. In diesem Umfeld würden Zinssenkungen langsam wieder zu einer Option für die Geldpolitiker der FED. Die Analysten der NORD LB würden folglich weiterhin davon ausgehen, dass die US-Notenbank im Laufe des 2. Halbjahres 2024 sogar noch zwei "kleine" Zinsschritte nach unten vornehmen können werde. Zwar würden die Sorgen vor erhöhten Inflationserwartungen der privaten Haushalte im FOMC zunächst wohl noch von relativ hoher Relevanz bleiben, die Entwicklungen an der US-Preisfront sollten entsprechende Anpassungen an der mittlerweile doch recht restriktiv ausgerichteten US-Geldpolitik ab dem dritten Quartal dann schon erlauben. Auch die Zahlen vom Arbeitsmarkt der Vereinigten Staaten müssten in diesem Kontext ganz genau im Auge behalten werden. Hier sei zwar wohl mit keiner wirklich nachhaltigen Verschlechterung zu rechnen - der Personalmangel der jüngeren Vergangenheit halle an dieser Stelle offenkundig noch nach - trotzdem sollten sich nach und nach immer klarere Hinweise auf eine gewisse Eintrübung zeigen. Angesichts der Ziele der US-Notenbank hätte eine solche Entwicklung auch eine Bedeutung für die weitere Geldpolitik des FOMCs. Zudem dürften die langsam aufkeimenden Sorgen bezüglich der steigenden Zinslast des Staates perspektivisch für eine niedrigere Fed Funds Target Rate sprechen. In jedem Fall werde man die geldpolitische Strategie in Washington aber nur sehr vorsichtig an das inzwischen veränderte makroökomische Umfeld in Nordamerika anpassen wollen. (Economic Adviser Ausgabe Juli 2024) (01.07.2024/alc/a/a)
Nach noch vorläufigen Daten hätten die Einzelhandelsumsätze im Berichtsmonat Mai lediglich um 0,1% M/M zulegen können. Exklusive Automobile notiere die Veränderungsrate sogar nur bei -0,1% M/M. Diese Zahlen müssten - auch angesichts der von den Statistikern vorgenommenen Datenrevisionen - auf jeden Fall als negative Überraschung bezeichnet werden. Nach der ausgeprägten Schwächephase im Vormonat habe die für die BIP-Erhebung relevante Kontrollgruppe der Einzelhandelsumsätze am aktuellen Rand zwar recht klar um beachtliche 0,4% M/M steigen können, dieser Zuwachs müsse aber wohl vor allem als Gegenbewegung interpretiert werden. Der Konsum der privaten Haushalte bleibe somit zwar schon ein eher stützender Faktor für das Wirtschaftswachstum in den USA, die Bäume würden jedoch nicht mehr in den Himmel wachsen. Inflationssorgen dürften in diesem Kontext offenkundig von großer Bedeutung sein. Die höheren Löhne könnten daher keine wirkliche Konsumfreude entfachen! Im zweiten Quartal 2024 sollte das BIP-Wachstum im Vergleich zur Vorperiode zwar schon wieder etwas zulegen können, die Analysten der NORD LB würden aber nicht mit einer wirklich überbordenden Verbesserung rechnen.
Die monatlich gemeldeten FHFA-Hauspreise hätten viele Marktteilnehmer am aktuellen Rand abermals enttäuscht. Für April sei ein Anstieg um 0,2% M/M publiziert worden. Zudem sei die für den Vormonat gemeldete Veränderungsrate der Zeitreihe auf 0,0% M/M marginal nach unten revidiert worden. Die Case Shiller HPIs für 20 Metropolregionen hätten sich mit einem Zuwachs um immerhin 0,38% M/M freundlicher präsentieren können. Das hohe Zinsniveau belaste die Stimmung in der US-Bauwirtschaft allerdings auch weiterhin. So sei der wichtige NAHB-Index im Juni auf lediglich noch 43 Punkte abgesackt. Dabei habe sich die Unterkomponente "Prospective Buyers Traffic" sogar deutlich verschlechtert. Die Zeitreihe notiere inzwischen nur noch bei 28 Zählern. Diese aktuelle Entwicklung illustriere unmissverständlich, dass die Nachfrageseite als großes Problem anzusehen sei. Weiterhin hohe Hauspreise würden auf deutlich höhere Zinsen treffen, was die Immobilienfinanzierung eindeutig erschwere!
Die FED werde im 2. Halbjahr handeln können
Die US-Konsumentenpreise seien im Berichtsmonat Mai um 3,3% Y/Y angestiegen. Damit schienen die leichten Disinflationstendenzen in den USA anzuhalten. In diesem Umfeld würden Zinssenkungen langsam wieder zu einer Option für die Geldpolitiker der FED. Die Analysten der NORD LB würden folglich weiterhin davon ausgehen, dass die US-Notenbank im Laufe des 2. Halbjahres 2024 sogar noch zwei "kleine" Zinsschritte nach unten vornehmen können werde. Zwar würden die Sorgen vor erhöhten Inflationserwartungen der privaten Haushalte im FOMC zunächst wohl noch von relativ hoher Relevanz bleiben, die Entwicklungen an der US-Preisfront sollten entsprechende Anpassungen an der mittlerweile doch recht restriktiv ausgerichteten US-Geldpolitik ab dem dritten Quartal dann schon erlauben. Auch die Zahlen vom Arbeitsmarkt der Vereinigten Staaten müssten in diesem Kontext ganz genau im Auge behalten werden. Hier sei zwar wohl mit keiner wirklich nachhaltigen Verschlechterung zu rechnen - der Personalmangel der jüngeren Vergangenheit halle an dieser Stelle offenkundig noch nach - trotzdem sollten sich nach und nach immer klarere Hinweise auf eine gewisse Eintrübung zeigen. Angesichts der Ziele der US-Notenbank hätte eine solche Entwicklung auch eine Bedeutung für die weitere Geldpolitik des FOMCs. Zudem dürften die langsam aufkeimenden Sorgen bezüglich der steigenden Zinslast des Staates perspektivisch für eine niedrigere Fed Funds Target Rate sprechen. In jedem Fall werde man die geldpolitische Strategie in Washington aber nur sehr vorsichtig an das inzwischen veränderte makroökomische Umfeld in Nordamerika anpassen wollen. (Economic Adviser Ausgabe Juli 2024) (01.07.2024/alc/a/a)


