Erweiterte Funktionen

FED setzt Zinserhöhungspolitik fort, nur moderater Anstieg der Bund-Renditen erwartet


06.02.19 11:00
Alte Leipziger Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Von der US-Notenbank (FED) erwarten wir in diesem Jahr bis zu zwei Zinsanhebungen, womit der Trend zu steigenden Leitzinsen weiter fortgesetzt werden sollte, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

Den größten Teil ihres Zinserhöhungszyklus sollte sie damit bereits bewältigt haben. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ihren realen Einlagenzins möglicherweise Richtung null anheben. Dabei verfolge sie keinesfalls das Ziel, den konjunkturellen Aufwärtstrend abzuwürgen. Insgesamt würden die Experten im Jahr 2019 keine größeren Störfeuer sehen, die von den Notenbanken ausgelöst werden sollten.

Die Niedrigzinsphase werde auch 2019 anhalten. Zwar seien die derzeitigen Renditen, gemessen an der ökonomischen Lage und den Erwartungen, zu niedrig. Moderates Wachstum und eine gemäßigte Inflation, Ängste vor einer Rezession und Unsicherheiten über die Lösung der politischen Krisen würden nur moderate Anstiege bei den Renditen für sichere Anlagen wie zum Beispiel Anleihen der Bundesrepublik Deutschland erlauben. Zur Erzielung einer ansprechenden Mehrrendite empfehle sich bei sicherheitsorientierten Portfolios eine geringe Beimischung risikoreicherer Assets, z.B. Aktienfonds.

Zuletzt habe sich die laufende Verzinsung der 10-jährigen Bundesanleihe auf 0,146% gestellt, was dem zu Beginn des Jahres erreichten 26-Monats-Tief entsprochen habe. Die Rendite 10-jähriger US-Treasuries sei zeitweise auf 2,63% gesunken.

In der Spätphase des Aufwärtszyklus erscheinen derzeit Aktien attraktiver als Unternehmensanleihen, so die Experten der Alte Leipziger Trust. Generell gelte für risikoreichere Anlagen, dass Diversifikation unabdingbar bleibe, weil es nicht möglich sein werde, sich allen Risiken zu entziehen.

Die Lage an den Kapitalmärkten bleibe insgesamt schwierig, jedoch stünden die Aussichten für das laufende Jahr besser als für das schwache Jahr 2018. Vielmehr lasse der weit verbreitete Pessimismus die Chancen für positive Überraschungen deutlich ansteigen. So hätten die Marktteilnehmer angesichts zahlreicher schwächerer Konjunkturdaten in den vergangenen Monaten ihre Erwartungen bereits zurückgeschraubt. Das Gleiche gelte für die Untemehmensgewinne. Hier seien die Schätzungen für die Nettoergebnisse der kommenden zwölf Monate zum Teil deutlich reduziert worden. Erste Frühindikatoren für die weltweiten Untemehmensgewinne, etwa das südkoreanische Exportwachstum, würden zwar daraufhin deuten, dass die Gewinndynamik zunächst noch etwas nachlassen dürfte.

Jedoch zeichne sich eine Bodenbildung oberhalb der Nulllinie ab, was im Jahresverlauf wieder höhere Zuwächse bei den Untemehmensgewinnen in Aussicht stelle. Angesichts einer inzwischen moderaten Bewertung spreche dies für eine positive Aktienmarktentwicklung in diesem Jahr. Dass es dabei auch zu zwischenzeitlichen Verschnaufpausen kommen könne, sei klar. Mögliche Schwächephasen würden angesichts des auf Jahressicht attraktiven Chance-Risiko-Verhältnisses aber Kaufgelegenheiten darstellen.

Allerdings: Das große Risiko für 2019 sei, dass sich die bislang widerstandsfähig zeigende Konjunktur den politischen Turbulenzen nicht entziehen könne. Das wäre das Negativszenario einer in die Rezession abgleitenden Weltökonomie mit entsprechend negativen Implikationen vor allem für die Aktienmärkte. Die Experten seien jedoch optimistisch und würden denken, dass eine Rezession vermieden werden sollte und einige politische Themen, die derzeit die Märkte verängstigen und die Tagesordnung bestimmen würden, am Ende positiv gelöst würden. Die Marktteilnehmer sollten sich in dieser Phase stärker an den insgesamt positiven fundamentalen Daten orientieren. (Ausgabe Februar 2019) (06.02.2019/alc/a/a)