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FED bleibt bei ihrer vorsichtigen und ausgewogenen Haltung


21.09.17 12:00
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Wie erwartet und im Laufe des vergangenen Monats signalisiert, lässt die FED jetzt Worten Taten folgen und wird als erste Zentralbank beginnen, ihre Bilanz zu verkürzen, so Antoine Lesné, Leiter der Abteilung EMEA Strategy and Research for SPDR ETF bei State Street Global Advisors.

Bei diesem bereits teilweise eingepreisten Prozess werde sie sorgfältig und langsam vorgehen. Die Anpassung der Geldpolitik geschehe vor dem Hintergrund steigender Inflationszahlen, die auch die Wahrscheinlichkeit einer Leitzinserhöhung im Dezember wieder erhöhen dürften. Abgesehen davon seien die Wirtschaftsdaten jedoch weniger eindrucksvoll ausgefallen. Insgesamt bleibe die FED bei ihrer vorsichtigen und ausgewogenen Haltung. Die erwartete Wirkung der Bilanzverkürzung sei relativ gering. Erst wenn die EZB beginne, ihre monatlichen Anleihekäufe allmählich zu verringern, dürfte sich dies allmählich auf die Zinsspannen auswirken. Zum jetzigen Zeitpunkt würden die Experten unverändert Kreditanleihen gegenüber US-Staatsanleihen bevorzugen, wobei sie eher vorsichtiger in Bezug auf das Laufzeitrisiko seien.

Die Bereitschaft des FOMC, im Oktober mit der Bilanzverkürzung zu beginnen, zeigt, dass die FED zunehmend mit der Entwicklung der US-Wirtschaft zufrieden ist, so Sophia Ferguson, Senior Portfoliomanager im Bereich Active Fixed Income and Currency bei State Street Global Advisors. Wie im Vorfeld kommuniziert, werde die Bilanzverkürzung allmählich und planbar umgesetzt werden, was den Aufwärtsdruck auf die Zinsen begrenzen sollte. Trotz eines Rekordtiefs bei der Arbeitslosigkeit und zunehmend lockeren finanzwirtschaftlichen Bedingungen hätten sich die auf eine straffere Geldpolitik drängenden Mitglieder des Komitees aufgrund des moderaten Lohnwachstums zurückgehalten. So weise der von den FOMC-Mitgliedern im Durchschnitt prognostizierte langfristige Leitzinspfad, die so genannten "Dot-Plots", eine fallende Tendenz auf. Elf der 16 Teilnehmer der Sitzung hätten sich für eine weitere Zinserhöhung vor Ende des Jahres ausgesprochen.

Die Entscheidung des FOMC, die Leitzinsen zunächst bei 1,25% zu belassen, gebe der FED jetzt die nötige Zeit, um die in den nächsten Wochen und Monaten eingehenden Wirtschaftsdaten zu begutachten. Diese Pause verringere das Risiko, dass die FED die akkommodierende Ausrichtung der Geldpolitik verfrüht einschränke, lasse ihr jedoch gleichzeitig weiterhin alle Optionen offen, sollte sich die Inflation im zweiten Halbjahr stärker beschleunigen als prognostiziert. (21.09.2017/alc/a/a)